Im Bundestag

Merkel greift in den Wahlkampf ein: Kanzlerin attackiert Scholz und wirbt für Laschet

Kurz vor der Bundestagswahl mischt nun auch Angela Merkel im Wahlkampf mit. Sie attackiert SPD-Kandidat Olaf Scholz und wirbt offensiv für Armin Laschet.

Hamm - Bislang hatte sich Angela Merkel (CDU) sichtlich zurückgehalten im Wahlkampf vor der Bundestagswahl 2021* am 26. September. Doch die noch amtierende Kanzlerin hat sich nun doch klar positioniert - mit einer Attacke auf Vize-Kanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

ParlamentswahlBundestagswahl 2021
DatumSonntag, 26. September 2021
OrtDeutschland

Bundestagswahl 2021: Kanzlerin Angela Merkel attackiert Olaf Scholz und wirbt für Armin Laschet

In diesem Zusammenhang hat Angela Merkel in ihrer mutmaßlich letzten Rede im Bundestag offensiv dafür geworben, den Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet* - aktuell Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen - zu ihrem Nachfolger im Kanzleramt zu küren. „Der beste Weg für unser Land ist eine CDU/CSU-geführte Bundesregierung mit Armin Laschet als Bundeskanzler“, sagte die amtierende Kanzlerin: „Denn seine Regierung wird für Stabilität, Verlässlichkeit, Maß und Mitte stehen. Das ist genau das, was Deutschland braucht.“

Die Bundestagswahl 2021 sei eine „Richtungsentscheidung“ für Deutschland „in schwierigsten Zeiten“, sagte Angela Merkel. Ihren Worten zufolge hätten die Bürger in Deutschland die Wahl: Entweder werde es eine Regierung mit SPD und Grünen geben, die eine Unterstützung durch die Linke „in Kauf nimmt“ oder zumindest nicht ausschließe. Oder es werde eine von Armin Laschet geführte Regierung geben, „die mit Maß und Mitte unser Land in die Zukunft führt“.

Die Äußerungen von Angela Merkel zum Wahlkampf wurden im Bundestag mit zahlreichen lauten Zwischenrufen quittiert. Unter anderem war der Ausruf „Schämen Sie sich“ zu hören.

Angela Merkel reagiert auf Zwischenrufe im Bundestag zum Wahlkampf: „Ich sage ja nur die Wahrheit“

Darauf reagierte die Kanzlerin mit folgenden Worten: „Ich sage ja nur die Wahrheit“, kommentierte sie ihre Ausführungen zu einer möglichen Regierungszusammenarbeit von SPD, Grünen und Linken. Außerdem wisse sie nicht, „wo, wenn nicht hier“ solche Fragen diskutiert werden sollten, erläuterte Angela Merkel.

Olaf Scholz griff die Kanzlerin dabei namentlich an. Der Vize-Kanzler und SPD-Kanzlerkandidat hatte im Versuch, Menschen für die Corona-Schutzimpfung zu gewinnen, die bereits Geimpften als „Versuchskaninchen“ bezeichnet, bei denen alles gut gegangen sei. Natürlich sei aber nie jemand bei der Corona-Impfung ein Versuchskaninchen gewesen, sagte Angela Merkel. Die Kanzlerin: „Weder Olaf Scholz noch ich und auch sonst niemand“.

Bundestagswahl 2021: CDU/CSU in Umfragen weiter hinter Olaf Scholz‘ SPD

Ihre Argumentation: Die Corona-Impfstoffe seien umfassend klinisch geprüft und behördlich zugelassen worden. Wer Menschen vom Impfen gegen das Coronavirus überzeugen wolle, müsse dies mit Argumenten tun „und nicht mit, zurückhaltend formuliert, schiefen Bildern von Versuchskaninchen“, forderte Angela Merkel.

Dass sich Angela Merkel nun (doch) in den Wahlkampf zur Bundestagswahl einmischt, dürfte an den schlechten Werten für die Union liegen. Auch in einer jüngsten Umfrage liegen CDU/CSU deutlich hinter der SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Gleichzeitig erlebte die in Bayern ein Umfrage-Debakel. Auch das von Armin Laschet einberufene Zukunftsteam sorgte bislang nicht für die Wende. Für Wähler steht mittlerweile der Wahl-O-Mat als Entscheidungshilfe zur Bundestagswahl 2021 zur Verfügung. (mg mit afp) *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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