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Wird Booster-Impfung Pflicht? Impfstatus soll nur noch sechs Monate gelten

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Von: Daniel Großert

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Wird die Booster-Impfung gegen Corona bald zur Pflicht? Olaf Scholz schlägt vor, dass der Impfstatus von Geimpften nur sechs Monate gelten soll.

Hamm - Spätestens durch die in den vergangenen Wochen rapide gestiegenen Corona-Zahlen in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland hat die Diskussion über die Booster-Impfung Fahrt aufgenommen. Mittlerweile darf jeder volljährige Bürger sechs Monate nach der letzten Impfung eine zusätzliche Dosis bekommen. Aber wird die Auffrischung bald sogar zur Pflicht? Der zukünftige Bundeskanzler plant das offenbar.

NameOlaf Scholz
Geboren14. Juni 1958, Osnabrück
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Booster-Impfung bald Pflicht? Impfstatus soll nur sechs Monate gelten

Eine Impfoffensive soll dazu beitragen, die vierte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. 30 Millionen Impfungen sollen bis zum Ende des Jahres verabreicht werden, wie Bund und Länder sich beim Corona-Gipfel am Dienstag vorgenommen haben. Ein großer Teil davon werden dann wohl Booster-Impfungen für Menschen sein, die bereits vollständig geimpft sind. Die sind bislang möglich für volljährige Bundesbürger, deren zweite Impfung sechs Monate zurückliegt. Bei der Einmal-Impfung von Johnson & Johnson reichen dagegen schon vier Wochen aus, um die Auffrischung zu bekommen.

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) plant allerdings, dass die Booster-Impfung in Zukunft nicht mehr freiwillig sein soll, sondern zur Pflicht wird. Wer sie sich nicht verabreichen lässt, muss mit harten Konsequenzen rechnen: „Weil der Schutz der Impfung über die Zeit deutlich nachlässt, wird der Impfstatus perspektivisch nach sechs Monaten seine Anerkennung als vollständiger Impfschutz verlieren“, heißt es laut Bild in einem schriftlichen Vorschlag des noch amtierenden Finanzministers beim Bund-Länder-Gipfel.

Booster-Impfung bald Pflicht? Olaf Scholz: „Sollten einen Weg finden“

Bedeutet: Wer keine Booster-Impfung bekommen hat, gilt nicht mehr als geimpft - und hätte dementsprechend nach der 2G-Regel keinen Zutritt mehr zu vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. Ob Geimpfte dann in Zukunft alle sechs Monate eine Auffrischungsimpfung benötigen, ließ Olaf Scholz offen.

Eine Frau klebt den Aufkleber einer Booster-Impfung in den Impfpass.
Wird die Booster-Impfung gegen Corona bald zur Pflicht? Laut einem Vorschlag von Olaf Scholz soll der Impfstatus von Geimpften nur sechs Monate gelten. © Wolfgang Kumm/dpa

Die Aussagen, die der zukünftige Bundeskanzler später im „heute-journal“ im ZDF tätigte, klangen dagegen deutlich zurückhaltender. „Wir diskutieren über die Frage, wann es so ist, dass die alte Impfung nicht mehr den vollständigen Impfschutz gewährleistet“, sagte Olaf Scholz. Die Wissenschaft sage, dass eine Booster-Impfung nach sechs Monaten „dringend erforderlich“ sei.

Daher diskutiere die EU auch momentan darüber, dass das Impfzertifikat nur noch neun Monate gültig sein soll. „Und ich glaube, das ist etwas, wo wir uns einklinken sollten und wo wir einen Weg finden sollten, wie wir diese Idee an alle vermitteln, dass es nicht getan ist mit der zweiten Impfung, sondern dass irgendwann die nächste kommen muss“, erklärte Olaf Scholz im ZDF. Die Städte, Kreise, Länder und der Bund hätten dann aber die Verpflichtung, jedem realistisch eine Booster-Impfung zu ermöglichen. „Da soll ja niemand vor eine unlösbare Aufgabe gestellt sein“, meinte der designierte Bundeskanzler. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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