IWF-Mitarbeiter erhebt schwere Vorwürfe

"Schäme mich, mit Fonds zu tun gehabt zu haben"

Berlin/Washington - In einem Brandbrief wirft ein scheidender Ökonom dem Internationalen Währungsfonds (IWF) nach einem Bericht des US-Senders CNN schwere Versäumnisse vor.

In dem Schreiben an den Vorsitzenden des Exekutivdirektoriums, auf das CNN auf seiner Website verlinkt, kommt der Mitarbeiter zu einem vernichtenden Fazit: “Ich schäme mich dafür, jemals mit dem Fonds zu tun gehabt zu haben.“ Die Versäumnisse hätten dazu geführt, dass nun der Euro am Abgrund stehe und der IWF nur noch reagieren könne.

Intern seien etwa Krisenwarnungen unterdrückt worden. Außerdem bezeichnete er die Personalentscheidungen an der Spitze der Organisation im vergangenen Jahrzehnt als “katastrophal“. Mit der derzeitigen IWF-Chefin Christine Lagarde geht er ebenfalls hart ins Gericht: “Auch die aktuelle Amtsinhaberin ist vorbelastet“, schreibt der Ökonom, der laut CNN seit 20 Jahren für den Fonds gearbeitet hat. Weder ihr Geschlecht, noch ihre Integrität oder ihr Elan könnten die grundlegende Ungerechtigkeit des Auswahlprozesses wettmachen.

Ein IWF-Sprecher sagte CNN zufolge, es gebe keine Anhaltspunkte, die die Vorwürfe des Wissenschaftlers stützen würden.

Der Brief erinnert an die Abrechnung eines früheren Mitarbeiters der Investmentbank Goldman Sachs, der sich in der “New York Times“ den Frust von der Seele schrieb und Goldman-Kritikern neue Nahrung lieferte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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