Bundestagswahl im September

Kanzlerkandidatin der Grünen: Baerbock macht es und erklärt, was gegen Habeck sprach - der reagiert

Wer führt die Grünen in den Bundestagswahlkampf? Die Entscheidung zwischen Annalena Baerbock und Robert Habeck ist gefallen.

  • Am Montag, den 19. April, haben die Grünen* über ihre Kanzlerkandidatur für die Bundestagswahl 2021* entscheiden.
  • Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin* der Grünen! Dabei sei es auch um „die Frage der Emanzipation“ gegangen, sagte Robert Habeck (siehe Update vom 19. April, 11.38 Uhr).
  • Viele Vertreter unterschiedlicher Parteien gratulierten der Grünen-Kandidatin, darunter etwa Angela Merkel (siehe Update vom 19. April, 13.55 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 19. April, 19.42 Uhr: Für die designierte Grüne-Kanzlerkandidatin gibt es am Montagabend mit einem TV-Interview zur Primetime gleich eine Bewährungsprobe. Das Gespräch findet in eher ungewöhnlichem Rahmen statt: Im Privat-Sender ProSieben. Wir halten Sie in einem News-Ticker über die wichtigsten Aussagen der Runde mit Baerbock auf dem Laufenden.

Grüne: Baerbock ist Kanzlerkandidatin - Kretschmann sieht fehlende Regierungserfahrung gelassen

Update vom 19. April, 16.43 Uhr: Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat nach Ansicht ihres Parteifreunds Winfried Kretschmann das Zeug dazu, eine „wirkliche Kanzlerin für das ganze Land“ zu werden. „Sie ist eine Frau aus dem Westen, die aber im Osten seit vielen Jahren Politik gestaltet“, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident am Montag in Stuttgart zur Nominierung der Partei-Vorsitzenden als grüne Kanzlerkandidatin. „Sie ist gewissermaßen die personifizierte Überwindung des Ost-West-Konfliktes.“

Kretschmann lobte Baerbock als „sehr willensstarke, selbstbewusste und durchsetzungsstarke Frau“. Dass ihr Regierungserfahrung fehle, falle nicht ins Gewicht. „Die hatte ich auch nicht, als ich 2011 zum Ministerpräsidenten gewählt wurde. Und ich glaube, ich mache es nicht ganz so schlecht“, sagte der 72-Jährige.

Update vom 19. April, 14.00 Uhr: Eine zurückhaltende Bewertung der Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock kommt von Seiten der Linken-Partei. Co-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow sagte am Montag, sie gratuliere der Grünen-Politikerin von Frau zu Frau. Und fügte hinzu: „Wir werden als Linke uns überhaupt gar nicht in personelle Fragen anderer Parteien einmischen.“

Welche Inhalte man mit Parteien durchsetzen könnte, sei entscheidend: „Wenn unsere politischen Inhalte zusammenpassen, und das bedeutet eben nicht nur über die Bekämpfung des Klimawandels zu reden, sondern zu begreifen, dass auch der Klimawandel nur bekämpft werden kann, wenn wir eine soziale Absicherung und Existenzsicherung schaffen, dann kommen wir mit den Grünen übereinander“, so Hennig-Wellsow.

Durch die Unions-Kanzlerkandidatensuche werde Vertrauen in Politik und demokratische Prozesse zerstört. Das sei „kein Ruhmeszeichen für eine Partei, die im Moment die Regierung stellt“, merket die Linken-Politikerin an.

Angela Merkel und Armin Laschet gratulieren Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatur der Grünen

Update vom 19. April, 13.55 Uhr: Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nutze den Moment, um die Grünen-Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock zu kommentieren. „Da kann ich gerne von hier aus einen Glückwunsch aussprechen von der Kanzlerin“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin, Ulrike Demmer, am Montag in Berlin bei der Bundespressekonferenz.

Update vom 19. April, 13.50 Uhr: CDU-Chef Armin Laschet hat sich bei einem aktuellen Statement in Berlin zur Grünen-Kandidatur geäußert. „Die Grünen haben heute ihre Kanzlerkandidatin aufgestellt. Ich gratuliere Annalena Baerbock zu dieser Wahl“, so Laschet.

Glückwünsche für Grünen-Kanzlerkandidatur: Annalena Baerbock geht bei Bundestagswahl ins Rennen

Update vom 19. April, 13.45 Uhr: Die Glückwünsche für die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock trudeln aktuell ein. „Ich freue mich auf einen spannenden und fairen Wettstreit um das beste Konzept für die Zukunft unseres Landes“, twitterte Vize-Kanzler Olaf Scholz.

Auch Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär, meldete sich auf Twitter zu Wort: „Herzlichen Glückwunsch liebe @ABaerbock zur Kanzlerkandidatur. Ich freue mich auf einen fairen Wettbewerb mit den Grünen um die besten Ideen für die Zukunft. Das Rennen ist offen, wir haben Bock, @Olafscholz ist bereit. Mal sehen, ob die Union auch noch jemanden findet...“ Eine Gratulation an Baerbock inklusive eines Seitenhiebs auf die Union, die ihre Kanzlerkandidatur noch nicht geklärt hat.

Auch FDP-Chef Christian Lindner beglückwünscht Annalena Baerbock zu ihrer Kandidatur: „Auf den politischen Ideenaustausch im Wahlkampf mit Annalena #Baerbock freue ich mich. Jetzt fehlt nur noch die Union, damit es endlich um Inhalte geht: Nie gab es mehr zu tun.“

Gratulation an Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock von SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans

Update vom 19. April, 13 Uhr: Die SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben Annalena Baerbock zur Grünen-Kanzlerinnenkandidatur gratuliert. „Wir freuen uns auf konstruktive wie auch kontroverse Dialoge und Diskussionen mit der Spitzenkandidatin und ihrer Partei um die besten Lösungen“, sagten sie gegenüber der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgabe). „Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stellen uns dem fairen Wettbewerb um die Führung eines progressiven Regierungsbündnisses.“

Esken und Walter-Borjans beglückwünschten die Grünen dazu, „dass ihnen - wie zuvor schon der SPD - eine einvernehmliche Entscheidung in dieser Personalfrage gelungen ist“. Und ergänzten: „Wir erwarten jetzt, dass sich nach der unwürdigen Schlammschlacht von CDU und CSU auch das letzte Parteibündnis endlich auf ihren Spitzenkandidaten einigt, damit wir uns wieder unserer gemeinsamen Verantwortung bei den Regierungsaufgaben zuwenden können.“

Bundestagswahl 2021: Forsa-Chef zu Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock - Habeck erklärt sich in Brief

Update vom 19. April, 12.55 Uhr: „Die Aussichten bei der Bundestagwahl sind für die Grünen mit Baerbock vielleicht ein bisschen besser geworden“, zitiert die Bild den Forsa-Chef Manfred Güllner. „Sie spricht stärker die weiblichen und jungen Wähler an. Hier könnten die Grünen mit ihr stärker punkten.“

Update vom 19. April, 12.40 Uhr: Die Wahl der Kanzlerkandidatur fiel auf Annalena Baerbock. Bei einer Online-Veranstaltung der Partei kündigte der Co-Bundesvorsitzende Robert Habeck diese an. Er selbst erklärt nun in einem Brief, warum nicht er für die Grünen bei der Bundestagswahl 2021 antreten werde. Dieser liegt Business Insider vor.

„Das, was uns erfolgreich gemacht hat – das gleichberechtigte Zusammenspiel – hat dazu geführt, dass am Ende eine oder einer zurücktreten muss“, schreibt Habeck. In dem Brief drückt er seine Freude darüber aus, dass die Grünen in den Umfragen aktuell so erfolgreich seien. Zu Annalena Baerbock kommentiert er: Sie sei „eine energische, willensstarke Frau, mit einem klaren politischen Kompass“, Baerbock könne „hart in der Sache kämpfen und ist getrieben von dem Verlangen, die Welt zu verändern. Sie bringt die Leidenschaft und – ich würde sagen – Opferbereitschaft mit, diesem Amt alles unterzuordnen“. Sie solle die Kanzlerkandidatin sei. Er selbst werde sie im Wahlkampf mit voller Kraft unterstützen und biete seine „operative Regierungserfahrung und das Wissen aus den in verschiedenen Koalitionen verhandelten Verträgen“ an.

In einem Interview mit der Zeit* spricht der Parteivorsitzende vom „schmerzhaftesten Tag seiner politischen Laufbahn“.

Reaktionen aus Bayern zur Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock

12.14: Es kommen bereits erste Reaktionen aus Bayern. Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im bayerischen Landtag sagte gegenüber Merkur.de: „Zwei hervorragende mögliche Kanzler-Kandidat*innen haben sich geräuschlos geeinigt - so wie es der natürliche Anspruch von Führungspersönlichkeiten sein sollte. Bei uns Grünen sind Lösungen für politischen Herausforderungen entscheidend, darauf verwenden wir unsere Energie - Personalfragen kommen erst danach. Wir sind die treibende Kraft in der Klima- und Umweltpolitik, beim Zusammenhalten der Gesellschaft, beim notwendigen und unausweichlichen Umbau unserer Wirtschaft. Wir wollen den Aufbruch in eine neue Zeit als künftig größte politische Kraft in Deutschland gestalten. Ein anderer Stil würde mit Annalena ins Kanzleramt einziehen: Progressiv, aber auf gesellschaftlichen Konsens bedacht. Inhalts- und wissenschaftsorientierter. Grundsätzlich im Diskurs, aber führungs- und durchsetzungsstark wenn nötig. So lassen sich die Herausforderungen Deutschlands gut gerüstet meistern.”

12.05: „Ich werde weiterhin Mutter bleiben, auch als Spitzenpolitikerin“, betont Annalena Baerbock. Ihre Familie unterstütze sie bei ihrer Kanzlerkandidatur für die Grünen. Und damit ist die Pressekonferenz beendet.

Baerbock ist Kanzlerkandidatin der Grünen: Wahlkampf soll gemeinsam mit Habeck geführt werden

Das Ergebnis: Eine erste grüne Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl im September, die starke Betonung des Schulterschlusses zwischen Habeck und Baerbock und eine Politikerin, die für einen neuen Politikstil ihren Hut in den Ring wirft. Die Grünen zeigen sich bei ihrer Online-Veranstaltung in tiefer Geschlossenheit und präsentieren: Ein Team, für das Annalena Baerbock nun für die Kandidatur nach vorne getreten ist. Auf die Fragen nach ihrer fehlenden Regierungserfahrung antwortete sie dabei: „Ja, ich war noch nie Kanzlerin, auch noch nie Ministerin. Ich trete an für Erneuerung. Für den Status quo stehen andere.“

12.03 Uhr: Das Programm der Grünen zum Klimaschutz sei klar: In jedem Sektor reduzieren, so dass es dem Pariser Klimaabkommen entspreche. Man sei im Dialog mit der Wirtschaft, Fridays for Future und Umweltverbänden. Ein Klimaschutz-Sofortprogramm stehe daher nach der Pandemie an erster Stelle.

11.55: „Ein bisschen Klimaschutz wird nicht funktionieren“, betont Baerbock. Eine Bundesregierung ohne der Leitlinie der Klimaneutralität mache keinen Sinn. Wo dabei Söder und Laschet stehen: „Ich weiß es nicht“, so Baerbock.

Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock äußert sich zu Machtkampf Söder/Laschet um Kandidatur

11.53: Zur Causa Laschet/Söder: „Es besorgt mich etwas, wenn die Regierungspartei in dieses Schwanken kommt“, sagt Baerbock. Man habe in anderen europäischen Ländern gesehen, was passiert, wenn die demokratischen Parteien auseinanderbröckelten. „Ich wünsche Herrn Laschet und Herrn Söder, dass sie gemeinsam zu einer Entscheidung kommen.“

11.52: Ist Schwarz-Grün möglich? „Wir möchten am liebsten diese Regierung anführen. Da Politik aber kein Wunschkonzert ist, werden die Wähler das entscheiden“, so Baerbock. Danach werde man verhandeln.

Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock betont weiterhin enge Zusammenarbeit mit Robert Habeck

11.48: „Wir wollen dieses Land in der Sache verändern“, betont Baerbock. Das werde man gemeinsam vorbereiten. Sollten sich die Wähler für die Grünen entscheiden, würden sie und Habeck gemeinsam eine Rolle in der Bundesregierung spielen. Deutlich wird: Die Grünen-Kanzlerkandidatin betont weiterhin ihre enge Zusammenarbeit mit Habeck.

11.45: „Wir schaffen eine gerechte Gesellschaft nur, wenn wir gemeinsam in dieses Land, in diese Gesellschaft investieren“, betont Annalena Baerbock. Daher sei die Finanzpolitik ein wichtiger Baustein.

11.43: Annalena Baerbock verweist auf den starken Rückenwind der Partei aus der Bevölkerung. Daher trete die Partei nun auch in den Wettkampf um die Bundestagswahl 2021 ein.

Gemeinsames Vorgehen von Führungsduo Habeck und Baerbock mit Grünen-Kanzlerkandidatin

11.41: Immer wieder betont Baerbock das gemeinsame Vorgehen der Parteispitze Baerbock-Habeck. „Es geht nun darum, dass aus dem, was uns drei Jahre stark gemacht hat, eine Person hervortritt.“ Durch das bestehende Vertrauen zwischen ihr und Robert Habeck habe eine Entscheidung getroffen werden können.

11.38: „Es ging nicht darum, wer macht das besser oder schlechter“, sagt Baerbock dazu, warum die Entscheidung bei der Kandidatur auf sie gefallen sei. Beide hätten sich diese gegenseitig zugetraut. Aber: „Natürlich hat auch die Frage der Emanzipation eine zentrale Rolle gespielt“, so Baerbock.

11.35: Wann sei klar gewesen, wer als Kanzlerkandidat:in antrete, möchte ein Journalist wissen. Annalena Baerbock gibt als Antwort, die Entscheidungsfindung sei ein gemeinsamer Prozess gewesen. Sie betont: „Wir arbeiten seit drei Jahren im Vertrauen miteinander.“ Die Wahl auf sie sei vor Ostern gefallen.

Pressekonferenz mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock nach Bekanntgabe der Kandidatur

„Wenn jetzt Regierungserfahrung das einzige Kriterium wäre, könnte man einfach mit der großen Union weitermachen“, sagt Baerbock auf die Frage nach ihrer Führungserfahrung. Sie stehe für einen neuen Politikstil, so Baerbock. Sie bringe Entschlossenheit und Lernfähigkeit mit.

11.33: Die Pressekonferenz hat begonnen.

11.31: Die Pressekonferenz mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock beginnt gleich. Kurz zuvor hatte die Parteispitze ihre Entscheidung verkündet.

Robert Habeck: „Wir beide wollten es, aber am Ende kann es nur eine machen“,

„Wir beide wollten es, aber am Ende kann es nur eine machen“, sagte Robert Habeck. Er selbst wolle sich aber gleichfalls in den Wahlkampf werfen. Die Gemeinsamkeit habe die Grünen so erfolgreich gemacht. „In dieser Situation führt der gemeinsame Erfolg dazu, dass einer einen Schritt zurücktreten muss.“

11.25: Nun ist bekannt: Mit Annalena Baerbock werden die Grünen in die Bundestagswahl im September ziehen. „Wir haben eine klare Idee einer Kanzlerschaft für Deutschland“, sagte Robert Habeck, der die Entscheidung verkündete, zu Beginn. Es gehe darum, „verändern statt zu versprechen“. Die Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock machte bei ihrer Ansprache deutlich: „Klimaschutz ist die Aufgabe unserer Zeit, die Aufgabe meiner Generation“,

Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin der Grünen! Klare Ansage für Klimaschutz als „Aufgabe unserer Zeit“

11.21: In Kürze beginnt die Pressekonferenz mit Fragen an Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock geht für Bundestagswahl 2021 ins Rennen

11.16: „Jetzt ist an der Zeit, dass die Politik über sich hinaus wächst“, ist Annalena Baerbocks Ansage - die erste grüne Kanzlerkandidatin.

11.15: „Die Verbundenheit der Generation ist für mich eine Grundlage für unsere Gesellschaft“, gibt Baerbock an. Sie verweist auf die Jugendlichen, die aus Solidarität in der Corona-Krise für die ältere Generation auf all das verzichtet hätten, was Jugend ausmache. Auf Ältere, die mit jungen Menschen für den Klimaschutz protestierten. „Die größte Kraft entwickelt man immer nur zusammen“, gibt sich Baerbock überzeugt. In Deutschland stecke so viel.

11.10: „Politik muss aus dem Konkreten heraus gemacht werden“, betont Baerbock. Dafür gebe es im ganzen Land bereits zahlreiche Beispiele. „Es geht, es geht“, aber all das funktioniere nur, weil Ausnahmen von „alten, festgefahrenen Regeln geschaffen wurden“, so die Grünen-Kanzlerkandidatin. „Ich will, dass wir all das entfesseln, dass wir das, was in diesem Land steckt, möglich machen“, so Baerbock. Dafür müsse investiert werden. Das verlange Veränderung. Eine Grünen-Kanzlerkandidatur stehe für einen neuen Politikstil, „Ich trete an für Erneuerung“, sagt sie.

Robert Habeck verkündet Entscheidung der Grünen: Annalena Baerbock ist Kanzlerkandidatin

11.09: „So beginnt heute ein neues Kapitel unserer Partei und wenn wir es gut machen, für ganz Deutschland“, so Annalena Baerbock. Es brauche Veränderung für ein gerechtes Land, in dem Schulen und Kitas schöne Orte seien, der Staat digital funktioniere, Pflegekräfte Zeit für ihre Arbeit hätten, für ein diverses Land mit einer wehrhaften Demokratie im Herzen Europas. Und natürlich: Klimaschutz. Sie berichtet von ihrer Erinnerung an die Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens. „Klimaschutz ist die Aufgabe unserer Zeit“. Dieser müsse zum Maßstaab aller Dinge gemacht werden. Zukunft sei nichts, was einfach so passiere: „Wir haben es in der Hand“, macht Baerbock deutlich.

11.05: „Vor der Regierung steht der Wahlkampf und in diesen wird uns eine erste grüne Kanzlerkandidatin führen: Annalena Baerbock“, schließt Robert Habeck seine Ansprache.

11.04: Am Ende könne es nur eine machen, so Habeck. Und es ist: Annalena Baerbock!

11.03: „Wir haben einen neuen Führungsstil etabliert“, sagt Habeck, einer, der auf Kooperation bestehe. Der in unruhigen Zeiten eine andere Form der Politik verstehe. „Wir sind im gewissen Sinne durch die Gemeinsamkeit so erfolgreich geworden, dass nun etwas geschieht, was vor Jahren unmöglich geschieht: Wir kämpfen ums Kanzleramt.“

11.01: Es geht los! Annalena Baerbock und Robert Habeck haben die Bühne betreten.

Update vom 19. April, 11 Uhr: Gleich beginnt die Vorstellung der Grünen-Kanzlerkandidatur im Live-Stream bei der Online-Veranstaltung der Partei. In wenigen Augenblicken ist bekannt, wer es wird: Annalena Baerbock oder Robert Habeck? Eine Entscheidung, auf die die Öffentlichkeit seit Langem mit Spannung wartet.

Update vom 19. April, 10.40 Uhr: Mit Spannung wird die Entscheidung der Grünen in rund zwanzig Minuten erwartet. Im politischen „Hinterzimmer“ wurde geklärt, ob Annalena Baerbock oder Robert Habeck als Kanzlerkandidat:in der Partei im September antreten wird. Ein scharfer Kontrast zu den hitzigen Diskussionen der Union. Bei der Bundestagswahl sind die Grünen die stärkste Konkurrenz für CDU/CSU.

Kanzlerkandidatur der Grünen: Baerbock oder Habeck? Entscheidung wird in Kürze publik

Update vom 19. April, 10.15 Uhr: Während die Union sich in einem Machtkampf um die Kanzlerkandidatur verliert, blieb es in den vergangenen Tagen um die Grünen ruhig. Die Partei signalisierte nach außen Geschlossenheit und Disziplin. Im Kontrast mit dem Söder-Laschet-Duell fiel das ganz besonders auf. Statt eines hitzigen Rennens um die K-Frage einigte sich die Partei bereits Anfang des Jahres auf ein festes Datum der Bekanntgabe. Wer das Rennen macht, wird um 11 Uhr vom Bundesvorstand verkündet. In Frage kommen die zwei Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck. CSU-Vize Dorothee Bär sprach sich bereits* für ihre:n Wunschkandidat:in aus. Für sie ist Habeck der klare Favorit. Ihre Argumentation: „Weil‘s dann noch leichter wird, die Wahl zu gewinnen“

Update vom 19. April, 9.30 Uhr: Bei den Grünen ist der große Tag gekommen: Am heutigen Montag, 19. April, schlägt der Parteivorstand vor, mit wem die Grünen in die Bundestagswahl ziehen wollen. Zur Wahl als Kanzlerkandidat:in der Grünen stehen Annalena Baerbock und Robert Habeck. Das Datum der Bekanntgabe stand bereits seit Wochen fest. Zuletzt hatte Annalena Baerbock in einer Insa-Umfrage Habeck sogar knapp überholt.

Parteivorstand macht Vorschlag für Kanzlerkandidaten: Annalena Baerbock oder Robert Habeck

Update vom 19. April, 8.30 Uhr: Der ehemalige Grünen-Vorsitzende Jürgen Trittin hält sowohl Annalena Baerbock als auch Robert Habeck für geeignet, die Partei in die Bundestagswahl 2021 zu führen. „Wir haben den Luxus einer guten Auswahl und wir können mit beiden Ergebnissen gut leben“, sagte Trittin am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. 

Er halte die Entscheidung der Grünen zur K-Frage am Montag für wegweisend. Die Grünen wollten die „führende Kraft in diesem Land werden“, so Trittin. „Wir wollen dieses Land anführen, weil wir glauben, es muss grundlegend umgebaut werden im Sinne des Klimaschutzes.“

Annalena Baerbock oder Robert Habeck: Kanzlerkandidat:in der Grünen bei Bundestagswahl 2021

Erstmeldung vom 19. April, 7.30 Uhr:

München - Es geht weit weniger geräuschvoll zu als bei der Union. Doch auch die Grünen* entscheiden fünf Monate vor der Bundestagswahl* über die Kanzlerkandidatin oder den Kanzlerkandidaten. Die Öko-Partei gilt als erste Herausforderin von CDU/CSU, wo sich die Parteichefs Armin Laschet* und Markus Söder ein hinter den Kulissen mutmaßlich erbittertes Duell um die Macht liefern.

Bei den Grünen gilt Annalena Baerbock als erste Anwärterin. Die Parteichefin hat als Frau sozusagen das Erstwahlrecht gegenüber ihrem Co-Chef Robert Habeck. Der unterstrich noch einmal die Harmonie an der Spitze: „Wir werden das am Montag fröhlich und souverän verkünden.“ Die formale Bestätigung erfolgt dann auf dem Parteitag im Juni.

Kanzlerkandidatur der Grünen: Habeck will Partei „in die Regierung führen“

Zuvor sichert sich Habeck den Posten als grüner Direktkandidat für den Wahlkreis Flensburg-Schleswig. 72 Stimmen bekam der 51-Jährige bei der coronakonformen Freiluft-Veranstaltung im Örtchen Steinbergkirche von den Mitgliedern der Kreisverbände von Flensburg und dem Kreis Schleswig-Flensburg. Nur einer votiert gegen den einzigen Bewerber. Er wolle sich einsetzen für seine Region, versprach der frühere schleswig-holsteinische Umweltminister, und: „Ich will die Grünen in die Regierung führen.“

Auch für Baerbock wurden am Samstag Weichen für die Bundestagswahl gestellt, knapp 400 Kilometer von Steinbergkirche entfernt. „Dieses Land muss besser regiert werden“, rief sie den Delegierten beim Brandenburger Landesparteitag in Potsdam zu. „Wir fordern die Union heraus.“

Coronakonformer Abstand zwischen der Grünen-Parteispitze: Robert Habeck (l.) und Annalena Baerbock streben in die Regierung.

Kanzlerkandidatin der Grünen? Baerbock strebt „erstes bündnisgrünes Direktmandat in Ostdeutschland seit 30 Jahren“ an

Mit 106 von 109 Stimmen wählte ihr Landesverband Baerbock als einzige Bewerberin auf Platz 1 der Brandenburger Liste für die
Bundestagswahl, bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen. Direktkandidatin für die Landeshauptstadt Potsdam, wo die 40-Jährige auch lebt, ist sie bereits. Sie gibt sich ehrgeizig: „Wir wollen das erste bündnisgrüne Direktmandat in Ostdeutschland seit 30 Jahren gewinnen.“

Der andere potentielle grüne Kanzlerkandidat Habeck wirkte gelöst bei seinem Auftritt auf der Wiese des Jugendhofs in Steinbergkirche wie er es nur selten auf der Berliner Bühne ist. Dass er gegen das Krächzen zahlreicher Krähen anreden musste bei diesem Freiluft-Termin, nahm der frühere „Draußenminister“, wie er sich selbst gern bezeichnet hat, gelassen hin.

Die rund 20 Kilometer aus Flensburg hatte er mit dem Rad zurückgelegt. Die „Nordabstinenz“, die er sich nach dem Wechsel nach Berlin auferlegt habe, um mit dem „Phantomschmerz“ des Abschieds aus Schleswig-Holstein klarzukommen, habe er mit der Entscheidung für das Direktmandat beendet. „Ich habe gemerkt, wie sehr diese Region tatsächlich Heimat ist“, sagte Habeck. Nicht nur politisch, sondern auch familiär. Er lobte die kulturelle Vielfalt der Region, mitten in seiner Rede wechselte er ins Dänische.

Kanzlerkandidat der Grünen? Habeck verweist auf Meeresschutz - Baerbock erinnert an Kinder-Not in Pandemie

Bei Auftritten in Berlin verheddert sich der Vater von vier erwachsenen Söhnen manchmal in den eigenen Gedankengängen. In Steinbergkirche war er auf den Punkt, beredt, locker. Die Bundespolitik sei manchmal zu sehr auf Berlin konzentriert, Meeresschutz habe kaum eine Bedeutung, monierte Habeck. Was nütze die schwarze Null bis 2030, wenn dafür das Klima ruiniert werde. „Politik
wirkt im Konkreten“, sagte interessanterweise auch die mögliche Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock in ihrer Rede und verwies auf ihr Engagement für Geflüchtete in Potsdam und auf die Nöte von Kindern in der Pandemie.

Seit sie die Führung der Grünen Anfang 2018 übernommen haben, leben Baerbock und Habeck mit dem ständigen Vergleich. Er lag lange vor ihr in den Umfragen, auch wenn sich das Blatt zuletzt wendete. Während Habeck bei den schleswig-holsteinischen Grünen rasch Karriere machte arbeitete sie in Gremien der Bundespartei mit und war Vorstandsmitglied der Europäischen Grünen Partei. Die Mutter zweier kleiner Töchter gilt als parteiintern exzellent vernetzt. Im Vergleich zu ihrem Co-Parteichef wirkt sie inhaltlich sattelfester, bringt aber auch weniger vom Außenseiter-Charme des Buchautors und studierten Philosophen Habeck mit.

Kanzlerkandidat:in der Grünen: Wahlkampf wird als Spitzenduo geführt

Womit die Öko-Partei bei Wählerinnen und Wählern eher punkten kann, darüber lässt sich trefflich streiten. Habecks Ausstrahlung könnte weiter über das grüne Milieu hinausreichen, Baerbock einen harten Wahlkampf womöglich unfallfreier überstehen. So oder so wollen beide die Grünen als Spitzenduo in den Wahlkampf führen, „unabhängig davon, wer einen halben Schritt zurückgeht“, wie Habeck es in Bezug auf die Kanzlerkandidaten-Frage formuliert.

Dass beide nach der Wahl Ende September in den Bundestag einziehen, daran bestehen keine Zweifel. Zwar dürfte es Habeck schwer haben, der Konkurrentin von der CDU* das Direktmandat abzujagen, denn der ländliche Raum im Norden Schleswig-Holsteins ist fest in Hand der CDU - und bei Landwirten und Windkraftgegnern dort hat er nicht nur Freunde. Er steht allerdings auf dem sicheren Platz zwei der Landesliste. Auch bei Baerbock ist das Direktmandat keineswegs sicher. Ihr Potsdamer Wahlkreis ist heiß umkämpft, sie tritt dort unter anderem gegen den SPD*-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz an.

Bei Fragen nach der grünen Kanzlerkandidatur* blieb auch Baerbock am Samstag auf Linie. Eine Spitze gegen die Union und deren sture Kandidaten verkniff sie sich nicht: Anders als andere halte man sich an das verabredete Verfahren. „Was vorher gilt, gilt auch
nachher. Und deswegen werden wir all diese Entscheidungen am Montag dann verkünden“, versprach sie. (dpa, mg) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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