Vollständiger Impfschutz

Ausnahme für Corona-Geimpfte: Spahn plant bundesweite Regelung - ein Land legt vor

Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, soll künftig Freiheiten zurückbekommen, die andere derzeit nur durch Tests erhalten. Ein Bundesland legt vor.

Hamm - Deutschland steht kurz vor einem weiteren harten Lockdown. Währenddessen sind allerdings einige wenige bereits gegen das Coronavirus geimpft. Für vollständig Geimpfte sollen bald Ausnahmen gelten, kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. In einem Bundesland ist eine solche Regelung bereits umgesetzt worden. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83,02 Millionen (2019)
PräsidentFrank-Walter Steinmeier

Ausnahme für Corona-Geimpfte: Spahn plant bundesweite Regelung - ein Land legt vor

Wer bereits einen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus hat, soll laut Jens Spahn die Freiheiten zurückbekommen, die andere derzeit nur durch Tests erhalten. Demnach würde für diese Personengruppe etwa die Testpflicht bei Flugreisen oder - wie in vielen Regionen in Nordrhein-Westfalen aktuell gilt - im Einzelhandel und bei körpernahen Dienstleistungen wegfallen.

Weiter testen lassen müsse sich aber jeder, also auch ein Geimpfter, bei der Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet. Angepasst werden sollen nach Worten von Spahn auch die Quarantäneregeln für Geimpfte. So müssten Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr in Quarantäne, wenn sie schon mehr als zwei Wochen vollständig geimpft sind und keine Symptome haben, erläuterte Spahn. Abstands- und Hygieneregeln sollen indes für alle, auch Geimpfte, unverändert weiter gelten.

Wie Spahn am Freitag in Berlin ankündigte, sollen die Ausnahmen für vollständig Geimpfte noch im Laufe des Aprils in den Verordnungen der Länder festgeschrieben werden sollen. Dies hätten die Gesundheitsminister gemeinsam entschieden.

Ausnahme für Corona-Geimpfte: Spahn plant bundesweite Regelung - „kein Sonderrecht“

„Das ist kein Privileg oder Sonderrecht“, betonte der Bundesgesundheitsminister. Jeder könne sich kostenlos testen lassen. Geimpfte erhalten demnach nicht mehr Freiheiten als andere, müssen aber für bestimmte Dinge keinen Test vorweisen.

Hintergrund der Ausnahmen sind nach den Worten von Jens Spahn Erkenntnisse des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Experten seien zu dem Schluss gekommen, dass das Risiko, dass vollständig Geimpfte das Virus weitergeben, geringer ist als bei negativ Getesteten. „Das heißt, wir können jeden, der die zweite Dosis erhalten hat, zwei Wochen später so behandeln, als hätte er gerade aktuell einen negativen Test gemacht“, sagte Spahn.

Ausnahme für Corona-Geimpfte: Rheinland-Pfalz legt vor - keine Testpflicht nach Einreise

Rheinland-Pfalz hat bereits vorgelegt. Vollständig Geimpfte sind künftig von der Testpflicht und der Absonderungspflicht nach der Einreise aus einem Risikogebiet ausgenommen. Das hat das Kabinett am Freitag beschlossen, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Fünf Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz haben laut RKI bislang zwei Impfungen bekommen.

Der Nachweis über den vollständigen Impfschutz müsse den Betreibern - also etwa den Anbietern körpernaher Dienstleistungen oder der Außengastronomie - schriftlich oder digital nachgewiesen werden. Diese Änderung gilt in Rheinland-Pfalz ab Sonntag (11. April), zunächst bis 25. April.

Als vollständig geimpft gelte nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission derzeit, wer vor 14 Tagen die zweite Impfung bekommen habe und keine typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus aufweise. (mit epd/dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare