Konferenz mit Angela Merkel

Kommt die Ausgangssperre in NRW? So ist der Stand nach dem Corona-Gipfel

Beim Corona-Gipfel stand auch die Ausgangssperre auf der Agenda. Dabei handelt es sich um eine Regel, die die Zahlen in Hotspots drücken soll.

Update vom 23. März, 7.15 Uhr: Eine Ausgangssperre, wie sie in der Beschlussvorlage vor der Bund-Länder-Konferenz am Montag verankert war, wird es zunächst nicht geben. Demnach wurde die Ausgangssperre aus dem Entwurf vor der Ministerpräsidentenkonferenz gestrichen und kam bei den verkündeten Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auch nicht mehr zur Sprache. Auch wenn es keine bundesweit einheitliche Regelung gibt, sind Ausgangssperren je nach Inzidenz in lokalen Hotspots weiterhin möglich.

LandDeutschland
Einwohner83,02 Millionen
HauptstadtBerlin

Update vom 22. März, 12.27 Uhr: Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sieht die Ausgangssperre kritisch. Bereits vor Beginn des Corona-Gipfels soll er laut Bild-Informationen von dieser abgeraten haben.

Ausgangssperre für Hotspots in NRW? Corona-Gipfel entscheidet heute über neue Regel

Hamm - Heute wird beim Corona-Gipfel darüber diskutiert, ob die Ausgangssperre in Kraft tritt. In dem Entwurf vom Kanzleramt rund um Kanzlerin Angela Merkel ist diese Regel aufgetaucht. Sie soll besonders in Hotspots, von denen es gerade auch in Nordrhein-Westfalen einige gibt, Anwendung finden. (News zum Coronavirus)

In dem Entwurf des Kanzleramts gibt es verschiedene Regeln, die dann zum Einsatz kommen sollen, wenn die Inzidenz über 100 geklettert ist. In den Hotspots sollen schärfere Maßnahmen dafür Sorge tragen, dass die Infektionszahlen wieder sinken und das exponentielle Wachstum eingeschränkt wird.

Vorgeschlagen werden im Entwurf des Kanzleramts, der wa.de vorliegt, zunächst diese Maßnahmen: die Ausgangssperre und Schließungen von Kitas und Schulen. Die Schulen und Kindertagesstätten sollen zu bleiben, sobald die Inzidenz über 200 steigt oder wenn keine zwei Corona-Tests pro Woche für Schüler, Lehrer, Kinder und Erzieher sichergestellt werden können.

Zu der geplanten Ausgangssperre gibt es noch nicht viele Informationen. Sie soll dann greifen, wenn die Städte und Gemeinden Hotspots geworden sind und eine Inzidenz von über 100 haben. In Nordrhein-Westfalen ist derzeit die Gesamt-Inzidenz über der 100er-Marke. Die höchsten Corona-Zahlen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland hat derzeit der Märkische Kreis mit einem Inzidenz-Wert von über 200.

Kommt jetzt die Ausgangssperre in NRW? Private Treffen sollen verhindert werden

Die Ausgangssperre soll in allen Corona-Hotspots ab einer noch unbekannten Uhrzeit bis 5 Uhr morgens gelten. In dieser Zeit sollen dann die Wohnungen und Häuser nicht mehr verlassen werden. Ziel der Ausgangsbeschränkungen ist die Kontaktreduzierung.

Es wird argumentiert, dass durch die Ausgangssperre private Treffen mit Freunden und Bekannten sowie Partys verhindert werden. Nach den geltenden Regeln sind diese jedoch bereits verboten - das ist beispielsweise in der Corona-Schutzverordnung von NRW vorgeschrieben. Laut den Daten der Gesundheitsämter stecken sich jedoch die meisten Menschen im privaten Umfeld an.

Ausgangssperre: Die Corona-Regel könnte heute wieder beschlossen werden.

Die Ausgangssperre ist jedoch kein neues Mittel, um die Pandemie zu bekämpfen. In vielen Regionen und verschiedenen Bundesländern wurde die harte Corona-Regel bereits angewendet, die Ergebnisse der Maßnahme sind jedoch nicht evaluiert. In vielen Hotspots blieben die Zahlen trotz Ausgangssperre hoch.

Ausgangssperre in Hotspots - so effektiv wäre die verschärfte Corona-Regel

Es gibt eine britische Studie, die die Effektivität verschiedener Corona-Maßnahmen untersucht. Für den Artikel „Inferring the effectiveness of government interventions against COVID-19“ aus der wissenschaftlichen Publikation Science überprüften Wissenschaftler die Corona-Regeln.

Nach der Studie werden die Infektionen dann am meisten reduziert, wenn Treffen mit weniger als zehn Personen untersagt werden. In Deutschland sind derzeit nur Zusammenkünfte von zwei Haushalten mit maximal fünf Personen (Kinder unter 14 ausgenommen) erlaubt. Die zusätzliche Regelung der Ausgangssperre (stay-at-home order) habe laut Studie die geringste Effektivität, um den Anstieg der Corona-Zahlen aufzuhalten. Deutlich nach den Schließungen von Schulen und Geschäften.

Rubriklistenbild: © Markus Klümper/dpa

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