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Ukraine-Krieg könnte laut Präsidentenberater bis Jahresende andauern – neue zivile Opfer

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Von: Helena Gries, Lukas Zigo, Daniel Dillmann, Andreas Schmid, Lucas Maier

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Der Ukraine-Krieg verlagert sich in den Süden und Osten. Die Ukraine beklagt weitere Todesopfer in Donezk und Charkiw. Der News-Ticker.

Dieser Ticker wird nicht mehr aktualisiert. Bitte lesen sie die aktuellen news im neuen Live-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom Mittwoch, 27. April, 06.15 Uhr: Nach neuen russischen Angriffen gab es in der Ukraine weitere Tote und Verletzte in mehreren Regionen des Landes. Im Gebiet Donezk im Osten seien bei drei separaten Zwischenfällen drei Zivilisten getötet worden, teilte der Gouverneur der Region, Pawel Kyrylenko, auf Telegram mit. In der Großstadt Charkiw im Osten des Landes seien infolge von Beschuss drei weitere Menschen getötet und sieben verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit.

Nach Einschätzung des ukrainischen Präsidentenberaters Olexij Arestowytsch kann sich der russische Angriffskrieg in der Ukraine noch über viele Monate hinziehen. Sollten etwa aktive Kampfhandlungen im Donbass nach der jetzigen Offensive eingestellt werden und dazu übergegangen werden, Positionen einzunehmen, bedeute dies noch lange kein Ende des Krieges, erklärte Arestowytsch in einem YouTube-Interview, wie die ukrainische Agentur Unian berichtete. Die von der Ukraine neu erhaltenen Waffen könnten Ende Mai, Anfang Juni „ernsthafte Auswirkungen“ auf das Kampfgeschehen haben. Der Krieg selbst könnte bis Ende des Jahres dauern.

+++ 23.00 Uhr: Russland führt seine Angriffe auf die Ukraine weiter. Aus der Stadt Poltawa werden mehrere Explosionen gemeldet, wie Kyiv Independent berichtet. Der Bürgermeister der Stadt, Oleksander Mamay, welche rund 150 Kilometer von Charkiw entfernt im Landesinneren liegt, berichtet von den Detonationen. Laut Mamay laufen aktuell die Ermittlungen über das genaue Ausmaß der Zerstörung und zu möglichen Opfern des Angriffes. Die Angaben konnten bisher nicht überprüft werden.

+++ 21.15 Uhr: Russland verkündet weitere Landgewinne. Wie der Generaloberst Michail Misinzew bekannt gab, seien mittlerweile große Teile der Ost- und Südukraine unter russischer Kontrolle. Bereits gestern Abend hatte der Bürgermeister von Cherson die Besetzung der Stadt bekannt gegeben.

Der Sprecher Russlands, Misinzew, sprach davon, dass der friedliche Alltag in den besetzten Gebieten langsam wieder einkehren würde. Über die Eroberung der gesamten Region Cherson gibt es widersprüchliche Angaben. Der ukrainische Militärchef der Region, Oleksandr Wilkul, gab noch am Morgen an, dass die Verteidigungslinien in der Region Cherson von Russland nicht gebrochen werden konnten. Die Angaben konnten bisher nicht unabhängig überprüft werden.

Im Ostern der Ukraine sind in der Nacht erneut Zivilisten ums Leben gekommen.
000_328V47V.jpg © YASUYOSHI CHIBA

Ukraine-Krieg: Lawrow warnt vor Weltkrieg – Grossi erreicht Tschernobyl

+++ 18.15 Uhr: Wie zuvor bereits angekündigt, erreichte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, mit seinem Team die Atomruine in Tschernobyl. In einer Videobotschaft, die von der IAEA veröffentlicht wurde, machte Grossi klar, dass es sich dabei nicht um einen symbolischen Besuch handle.

Weiter sagt der Chef der IAEA, dass sie in enger Zusammenarbeit mit Experten aus der Ukraine stehen würden. Der erste Tag wurde von dem Team zur Vorbereitung der kommenden Arbeiten genutzt. Heute (26. April 2022) gedachte die Ukraine inmitten des Krieges dem Reaktor-Unglück von Tschernobyl.

Lawrow warnt vor Weltkrieg – Luftangriffe auf Mariupol

+++ 17.15 Uhr: Das Einrichten von Fluchtkorridoren im Ukraine-Krieg gestaltet sich weiterhin schwierig. Wie die Ukraine berichtet, konnten am Dienstag (26. April 2022) keine Fluchtkorridore in umkämpften Gebieten eingerichtet werden. Wie Vize-Ministerpräsidentin Iryna Wereschtschuk berichtet, ist dies aufgrund der ununterbrochenen Kämpfe derzeit nicht möglich.

+++ 15.15 Uhr: Eine Eisenbahnbrücke im südukrainischen Gebiet Odessa ist durch einen russischen Raketenangriff beschädigt worden. Dabei handele es sich um die Brücke über der Dnistr-Mündung, teilte Eisenbahnchef Olexander Kamyschin am Dienstag (26. April 2022) via Telegram mit. Auch die parallele Straßenroute wurde aus Sicherheitsgründen gesperrt, wie Behörden mitteilten. Damit wäre der südwestliche Teil des an Rumänien und Moldau grenzenden Gebiets Odessa aus dem ukrainischen Kernland nur noch über eine Straße durch die Republik Moldau erreichbar.

Die russische Armee hat in dem seit über zwei Monaten andauernden Angriffskrieg innerhalb der vergangenen Tage gezielt die Eisenbahninfrastruktur des Nachbarlands zerstört. Damit soll der Nachschub vor allem mit Waffen, aber auch Treibstoff aus der benachbarten Europäischen Union behinder werden.

+++ 14.35 Uhr: In Mariupol sollen über die Nacht 35 Luftangriffe auf das Werk von Azow-Stahl geflogen worden sein, dies berichtet der Kiyv Independent. Dabei seien auch Zivilisten verletzt worden. Eigenen Angaben zufolge konnten die das Werk verteidigenden Asow-Kämpfer bereits einige Zivilisten aus den Trümmern befreien und Erste Hilfe leisten.

Kämpfe in der Ostukraine: Russische Truppen beschießen Frontlinie in der Region Donezk

Dem Stadtrat von Mariupol zufolge verstecken sich mehr als 1.000 Zivilisten in unterirdischen Unterständen des Werks, in denen die letzten verbleibenden ukrainischen Verteidiger der belagerten Stadt den russischen Streitkräften standhalten.

+++ 13.15 Uhr: Russische Truppen beschießen aktuell fast die gesamte Frontlinie in der Region Donezk, wie der dortige Gouverneur Pavlo Kyrylenko via Telegram mitteilte. Seinen Angaben zufolge seien bislang mindestens zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Er kündigte an, alle Verbrechen Russlands auf ukrainischem Boden aufzuzeichnen. „Die Russen werden sich für alles verantworten müssen!“, so der Gouverneur der Region Donezk.

+++ 11.15 Uhr: Bei einem russischen Raketenangriff auf Saporischschja sind laut der Militärverwaltung der Region ein Mensch ums Leben gekommen und ein weiterer verletzt worden. Laut der Militärverwaltung sind am 26. April zwei Lenkraketen auf dem Gelände eines Industrieunternehmens in der Region ein. Die Gesamtzahl der Opfer ist noch nicht bestätigt.

+++ 10.40 Uhr: Der ukrainische Generalstab vermeldet Erfolge im Kampf gegen die russischen Truppen. Im Gebiet Cherson hätten ukrainische Truppen in der Region Welyka Olexandriwaka ein russisches Munitionslager und 70 Mann in den Reihen des Gegners vernichtet. Überprüfbar waren diese Angaben nicht. Laut russischen Angaben ist das Gebiet Cherson bereits seit Beginn des nun zweimonatigen Krieges unter russischer Kontrolle.

Der russischen Luftaufklärung im Gebiet Odessa am Schwarzen Meer seien Verluste zugefügt worden, teilte der ukrainische Generalstab mit. Es seien drei Flugzeuge, mehrere Drohnen und Raketen getroffen worden. In den Gebieten Luhansk und Donezk seien sechs Angriffe des Feindes abgewehrt worden. Vier Panzer, fünf Artilleriesysteme und Dutzende Fahrzeuge seien dabei zerstört worden, hieß es.

Auch südlich der Stadt Izium soll es zu schweren Kämpfen kommen, während die russischen Truppen versuchen, in Richtung von Sloviansk und Kramatorsk vorzudringen. In Saporischschja berietet man sich bereits auf einen möglichen Angriff der russischen Streitkräfte von Süden her vor.

Ukraine-Krieg: Lawrow warnt vor Weltkrieg - Waffenlieferungen russisches Angriffsziel

Update vom Dienstag, 26. April, 06.13 Uhr: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hält es für möglich, dass der Ukraine-Krieg in einen Weltkrieg ausarten könnte. „Die Gefahr ist ernst, sie ist real, sie ist nicht zu unterschätzen“, sagte Lawrow laut der Nachrichtenagentur Interfax am Montag. Er warf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor, seine Verhandlungsbereitschaft nur „vorzutäuschen“. Der Westen bereitet unterdessen in Ramstein neue Waffenlieferungen für die ukrainischen Streitkräfte vor.

Lawrow betont, dass Russland Waffenlieferungen der Nato an die Ukraine als berechtigte Angriffsziele für sein Land betrachtet. „Natürlich werden diese Waffen ein legitimes Ziel für die russischen Streitkräfte sein“, sagte er. Lager, auch in der Westukraine, seien bereits mehr als einmal zu solchen Zielen geworden. „Wie könnte es anders sein“, sagte Lawrow weiter. „Wenn die Nato über einen Stellvertreter de facto in einen Krieg mit Russland tritt und diesen Stellvertreter bewaffnet, dann tut man im Krieg, was man im Krieg tun muss.“

Ukraine-Krieg: Russland besetzte Tschernobyl – Jetzt überprüfen Experten die Atomruine

+++ 20.00 Uhr: Bereits am ersten Tag des Ukraine-Krieges (24.02.2022) besetzten Truppen aus Russland die Atomruine in Tschernobyl. Nach knapp einem Monat zogen sich die Streitkräfte von dort zurück, wie afp berichtet. Am Dienstag (26.04.2022) wird nun Rafael Grossi, der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), zu dem ehemaligen Kraftwerk reisen.

Begleitet wird das Akw hierbei von einem Experten-Team. Vor Ort soll das Team Strahlungsmessungen vornehmen und Fernüberwachungssysteme reparieren, so die UN-Organisation. Über die Systeme sollen danach wieder Daten an die IAEA-Zentrale in Wien gesendet werden. Bereits seit Ende März befindet sich Grossi in der Ukraine. Vor dem Hintergrund des Angriffes Russlands gab es immer wieder Sorgen um die Sicherheit der ukrainischen Reaktoren.

Ukraine-Krieg: Region erwartet russischen Angriff

+++ 14.15 Uhr: Die ukrainische Region Saporischschja bereitet sich auf einen russischen Angriff vor. Der Regionalrat der südlichen Region erklärte am Montag, man plane „die Verteidigung“. In einem Statement hieß es mit Blick auf Russland. „Der Feind bereitet sich auf eine Offensive vor.“ Die südukrainische Stadt Saporischschja ist eine wichtige Zwischenstation für Evakuierte, die die eingekesselte Stadt Mariupol und die von Russland gehaltenen Gebiete im Süden der Ukraine verlassen.

Ukraine-Krieg: Angriffe auf Bahnhöfe

+++ 13.00 Uhr: Russland greift offenbar gezielt Bahnhöfe an: Russische Truppen haben am Montagmorgen fünf Bahnhöfe in der Zentral- und Westukraine attackiert. Dabei gehe es um die „systematischer Zerstörung der (ukrainischen) Eisenbahninfrastruktur“, wie Oleksandr Kamyshin, Chef der staatlichen Eisenbahngesellschaft der Ukraine, laut CNN erklärte.

Berichte über Tote oder Verletzte gibt es nicht. Anfang April hatte es einen offenbar gezielten Zivilangriff auf den Bahnhof Kramatorsk gegeben. Mehr als 50 Menschen starben.

Ukraine-Krieg: Menschen sollen Luhansk verlassen

+++ 10.15 Uhr: Wegen der angespannten Situation in der ukrainischen Region Luhansk wird die Bevölkerung aufgefordert, ihre Heimat zu verlassen. Ansonsten würden sie „Opfer einer Zwangsabschiebung nach Russland“ werden, hieß es vom Leiter der Region, Serhiy Haidai. Er sagte laut Ukrainska Pravda: „Evakuieren Sie in sichere Regionen der Ukraine. Lassen Sie nicht zu, dass die Russen Sie gewaltsam irgendwohin bringen, ohne Dokumente und ohne Rücksicht auf die Menschenrechte.“

Haidai plane derzeit eine Evakuierung der Menschen in den Gebieten Lyssytschansk, Sievierodonetsk, Hirske, Popasna und Rubischne. In den Gebieten sind mehrere Häuser zerstört, die Stadt Hirske stehe derzeit unter russischem Beschuss. Berichte, wonach Russland Menschen umsiedelt, gibt es immer wieder. Ziele seien Sibirien, der Kaukasus oder die Antarktis. Bestätigt sind diese Vorwürfe nicht.

Update vom Montag, 25.04.2022, 06.15 Uhr: Im Ukraine-Krieg bereitet sich Krywyj Rih, die Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, auf einen Angriff russischer Truppen vor. Die ukrainischen Streitkräfte rechneten mit einer Offensive in den kommenden Tagen, schrieb der örtliche Militärchef Oleksandr Wilkul im Online-Dienst Telegram am Sonntag. Man habe mehrstufige Verteidigungslinien aufgebaut und versuche, Zivilisten aus gefährdeten Gebieten zu bringen.

Ukraine-Krieg: Russland schließt Truppenverlegung ab - heftige Kämpfe im Donbass

Erstmeldung: Kiew - Russland hat die Truppenverlegung von der Front rund um Kiew wohl abgeschlossen. Der Kreml konzentriert seine Angriffe mittlerweile auf den Süden und Osten des Landes. Aus beiden Regionen wurden in der Nacht heftige Kämpfe zwischen der Ukraine und Russland gemeldet.

Erstmals soll Russland im Ukraine-Krieg auch die Hafenstadt Odessa unter Beschuss genommen haben. Die ganz im Südwesten gelegene Stadt war bislang von Angriffen der russischen Armee verschont geblieben. In der Nacht auf Sonntag sollen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sieben Raketen auf Odessa abgefeuert worden sein. Zwei konnte die Luftverteidigung der Stadt abfangen. Von den anderen Raketen hätte eine unter anderem ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen. Insgesamt seien bei den Raketenangriffen auf Odessa bis zu 20 Menschen verletzt worden sein. Laut dem russischen Verteidigungsministerium hätten die Angriffe einem Militärflugplatz in der Gegend gegolten. Es sei der russischen Armee demnach gelungen, einen Logistik-Terminal zu zerstören, über den die Ukraine „große Lieferungen“ an Waffen aus den USA und Europa erhalten habe.

Ukraine-Krieg: Lage am Morgen - heftige Kämpfe in Odessa, Verluste für Russland

Auch aus dem Donbass im Osten der Ukraine werden weiter heftige Kämpfe gemeldet. Dort scheint aber Russland große Verluste zu erleiden. Nach Angaben der Nachrichtenportale Kyiv Independet und Ukrayinska Pravda feiert vor allem die ukrainische Luftabwehr große Erfolge. Allein am Wochenende soll es ihr gelungen sein, vier weitere russische Kampfjets abgeschossen zu haben. Laut Nato-Schätzungen hat Russland mittlerweile folgende Verluste im Ukraine-Krieg erlitten:

Ukraine-Krieg: Lage am Sonntag - Diplomatische Bemühungen laufen

Nach zahlreichen europäischen Spitzenpolitikern schickt nun auch die USA ihren höchsten Diplomaten nach Kiew. US-Außenminister Anthony Blinken und Verteidigungsminister Lloyd Austin reisen in die Hauptstadt, um dort Selenskyj zu treffen. Man werde über eine „Liste der notwendigen Waffen und über die Geschwindigkeit ihrer Lieferung“ reden, so Selenskyj. Er erhoffe sich von den USA auch Unterstützung für Waffenlieferungen aus Deutschland. „Damit sie (Deutschland) damit beginnen, das zu liefern, was sie haben und das, was sie gerade nicht nutzen.“

Gleichzeitig laufen auch am Wochenende und am Sonntag die Bemühungen, den Ukraine-Krieg doch noch friedlich zu lösen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres wird zu Beginn der Woche nach Moskau reisen, um dort den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Anschließend will Guterres auch Selenskyj in Kiew treffen. Ziel der Reise ist die Vereinbarung eines Waffenstillstands beider Seiten. (dil/afp/dpa)

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