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Putin will Atomdeal mit Iran nur in Originalfassung: Kreml macht Druck auf USA

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Von: Andreas Schmid

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Dieses Bild, das vom Büros des iranischen Obersten Führers veröffentlicht wurde, zeigt ein Treffen von Ajatollah Ali Chamenei (l), Oberster Führer und politisches und religiöses Oberhaupt des Iran, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, rechs Ebrahim Raisi, Präsident des Iran.
Ajatollah Ali Chamenei (l.) und Wladimir Putin (M.) und Ebrahim Raisi (Archivbild) © picture alliance/dpa/Office of the Iranian Supreme Leader

In Wien wird über die Rettung des Atomabkommens verhandelt. Nun erklärt Russland seine Bedingungen für den Deal mit dem Iran – und kritisiert die USA.

Wien/Phnom Penh – Das Verhältnis zwischen Russland und dem Iran war in der Vergangenheit oftmals schwierig. Beide Länder kooperieren jedoch immer wieder. Bei der UN-Resolution zur Verurteilung des Ukraine-Kriegs enthielt sich der Iran. Nach Angaben der USA will der Iran Russland im Krieg unterstützen. Nun arbeitet er mit Russland am Atomdeal.

Atomwaffen: Moskau will Deal mit Iran in Originalfassung wiederbeleben

Am 1. August signalisierte der Iran seine Bereitschaft für eine Wiederaufnahme der Atomverhandlungen. „Wir haben in den letzten Tagen wichtige Botschaften erhalten“, sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani. „Es besteht in der Tat schon bald die Möglichkeit für neue Verhandlungen.“ Der Iran wolle definitiv ein Ende des Atomstreits und eine umfassende Einigung. Wann und wo die neuen Verhandlungen stattfinden werden, sagte der Sprecher nicht. Auch Atomchefunterhändler Ali Bagheri twitterte: „Wir sind bereit, die Verhandlungen kurzfristig zu einem Abschluss zu bringen.“

Russland kann sich ebenso eine Neuauflage des Atomabkommens mit dem Iran vorstellen – allerdings nur unter den ursprünglich getroffenen Bedingungen, wie Außenminister Sergej Lawrow in Kambodscha erklärte. „Dieser Plan sollte ausschließlich in der Fassung erneuert werden, in der er vom UN-Sicherheitsrat genehmigt wurde, ohne irgendwelche Zusätze und Einschränkungen.“

Laut Lawrow versuchen die USA, einen abgeänderten Plan zur Basis eines neuen Abkommens zu machen. Die USA sind 2018 unter Präsident Donald Trump aus dem Abkommen ausgestiegen. „Und weil Washington versucht hat, es zu zerstören, muss Washington natürlich auch seine Position revidieren und zu den ursprünglichen Vereinbarungen zurückkehren.“

Atomabkommen von 2015

Das internationale Atomabkommen mit Teheran von 2015 soll das iranische Nuklearprogramm begrenzen und sicherstellen, dass das Land keine Atomwaffen baut. Ausgehandelt hatten es die USA, China, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Iran.

Atomdeal: Russland sieht Iran-Position „absolut gerechtfertigt“

Nach Beginn des Ukraine-Kriegs und der Verhängung westlicher Sanktionen gegen Russland hatte Moskau von Washington schriftliche Garantien gefordert, dass diese nicht die Wirtschaftsbeziehungen zum Iran gefährdeten.

In Wien wird seit Donnerstag wieder über eine Rettung des Atomabkommens verhandelt. Der Pakt sollte den Bau von iranischen Atombomben verhindern. Seit dem US-Ausstieg und den neuen Wirtschaftssanktionen ignoriert der Iran die vereinbarten Beschränkungen seines Atomprogramms. Russland findet die Position des Iran „absolut gerechtfertigt“.

Anfang August beteurte der Iran, dass das Land zwar bereits eine Atombombe bauen könne, dies aber nicht wolle. „Wie schon mehrmals erwähnt, ist der Iran technisch durchaus in der Lage, eine Atombombe zu bauen, dies steht aber nicht auf der Agenda“, sagte Atomchef Mohammed Eslami. Er warf Irans Erzfeind Israel vor, dass es diese Absichten unterstelle, um die Atomverhandlungen zu stören. (as/dpa)

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