Wirbel um Vakzin

Astrazeneca korrigiert Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs nach unten

Astrazeneca reagiert auf eine US-Studie zum Corona-Impfstoff. Das Unternehmen korrigiert die Wirksamkeit seines Vakzins nach unten.

Hamm - Impfen soll die große Waffe im Kampf gegen das Coronavirus sein. Dann kamen die Negativ-Schlagzeilen um den Impfstoff von Astrazeneca, der seither um die Akzeptanz in der Bevölkerung ringt. Das Unternehmen hat nun eine Überarbeitung bezüglich der Wirksamkeit vorgenommen. (News zum Coronavirus)

UnternehmenAstrazeneca
CEOPascal Soriot (seit 1. Okt. 2012)
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich
Gründung6. April 1999

Astrazeneca-Impfung: Unternehmen korrigiert Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes nach unten

Denn nach Zweifeln an einer großangelegten US-Studie zur Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca hat das Pharma-Unternehmen seine Angaben nun nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen mitteilte, schützt der Impfstoff zu 76 statt 79 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen.

US-Experten hatten zuvor hervorgebracht, dass bei der Studie möglicherweise veraltete Daten zur Einschätzung der Wirksamkeit von Astrazeneca zum Einsatz gekommen seien. Gegen schwere Covid-Erkrankungen sei der Corona-Impfstoff weiterhin zu 100 Prozent wirksam, erklärte das Unternehmen.

Am Montag (22. März) hatte Astrazeneca das Ergebnis seiner Phase-III-Studie in den USA bekanntgegeben. Ein internes Kontrollgremium hatte jedoch Bedenken geäußert, dass durch das Einbeziehen von „veralteten Informationen“ ein „unvollständiges Bild der Wirksamkeit vermittelt“ worden sein könnte, teilte das US-Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) mit.

Astrazeneca wehrt sich und stellt weitere Daten zum Corona-Impfstoff bereit

Gegen diesen Vorwurf wehrte sich Astrazeneca und kündigte die rasche Bereitstellung weiterer Daten an. An der Studie nahmen den Angaben zufolge 32.449 Probanden teil, von denen zwei Drittel geimpft wurden. Rund 20 Prozent der Teilnehmer waren 65 Jahre oder älter - und rund 60 Prozent hatten Vorerkrankungen wie Diabetes, die das Risiko eines schweren Verlaufs einer Covid-19-Erkrankung erhöhen. Bei 21.583 Probanden, die mindestens eine Impfdosis erhielten, wurde ein erhöhtes Thrombose-Risiko nicht festgestellt.

In den USA ist der Corona-Impfstoff von Astrazeneca noch nicht zugelassen. Das Unternehmen hatte angekündigt, auf der Grundlage der neuen Studiendaten nun eine Notzulassung zu beantragen.

Die Zweifel an den Studiendaten mit Blick auf die Zweifel an der Wirksamkeit sind für Astrazeneca ein weiterer herber Dämpfer: Nach der EU-weiten Zulassung des Impfstoffs Ende Dezember hatten Deutschland und andere Mitgliedsländer die Nutzung von Astrazeneca zunächst für Menschen bis 64 Jahre eingeschränkt, weil für ältere Menschen nicht genügend Daten vorlagen. Deutschlands Top-Virologe Christian Drosten brachte einen möglichen Statistik-Fehler ins Spiel.

Astrazeneca-Impfstoff: Unsicherheiten wegen Berichten über Blutgerinnsel

Erst Anfang März gaben Deutschland wie auch Länder in der EU dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca auf Grundlage neuer Forschungsdaten auch für ältere Menschen frei. Nach Berichten über Blutgerinnsel im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen hatten Deutschland und zahlreiche andere Länder die Impfungen Mitte März dann ganz gestoppt.

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) bekräftigte nach einer erneuten Überprüfung aber ihre Einschätzung, dass der Impfstoff „sicher und wirksam“ sei. Die meisten Länder nahmen die Impfungen daraufhin wieder auf. Weil er relativ günstig ist und bei normalen Temperaturen im Kühlschrank gelagert werden kann, ist der zusammen mit der Universität Oxford entwickelte Impfstoff von Astrazeneca eigentlich ein wichtiger Bestandteil der Impfstrategien vieler Länder. (mit afp-Material)

Rubriklistenbild: © Alvaro Barrientos/dpa

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