Werbespot zur Bundestagswahl

Armin Laschet erntet Spott und Kritik für Video - vor allem für eine Szene

Mit einem Video wollen Armin Laschet und die CDU im Wahlkampf überzeugen. Doch im Internet ernten sie dafür Spott und Kritik - vor allem für eine Szene.

Hamm - Das Video ist 90 Sekunden lang. 90 Sekunden, in denen Armin Laschet in verschiedenen Situationen zu sehen ist: Unter Tage im Bergwerk, am Holocaust-Mahnmal in Berlin oder im Gespräch mit Helfern im Flut-Gebiet. „Deutschland gemeinsam machen“ lautet das Motto des Videos zur Bundestagswahl 2021, das die CDU auf ihrem Twitter-Kanal veröffentlichte. Doch bei vielen Internet-Nutzern kommt der Spot, in dem der Kanzlerkandidat der Union „seine Ideen für ein modernes Deutschland“ vorstellt, nicht gut an. Es hagelt Spott und Kritik.

NameArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961, Aachen
Größe1,72 Meter
EhepartnerinSusanne Laschet

Armin Laschet: Video der CDU sorgt für Kritik - Kohle im Gesicht

„Mein Vater war Bergmann“, sagt Armin Laschet zu Beginn des Wahlvideos. Daraufhin sind Szenen zu sehen, die den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen in Bergmannskleidung in einem Bergwerk zeigen. Entstanden sind die Aufnahmen bereits 2018, als Laschet mit der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop das letzte aktive Steinkohle-Bergwerk in NRW schloss. „Ich weiß, was Veränderung bedeutet“, erklärt der CDU-Vorsitzende zu den Bildern. Einigen Zuschauern des Spots ist aber ein besonderes Detail aufgefallen.

Als einziger von rund zehn Menschen, die in dem Video von unter Tage zu sehen sind, hat Laschet ein mit Kohlestaub beschmiertes, schwarzes Gesicht. Das sorgt für Spott. „War er der einzige, der vorm Schließen der letzten Zeche noch eine Schicht geschoben hat?“, fragt etwa Twitter-User „ronnylicious“. „Habt ihr den Armin extra mit Kohle angemalt um sich bei den Kumpels anzubiedern?“, lautet eine weitere Frage von Nutzer „Commander_KEEN_“.

Doch die Szenen aus dem Bergwerk sind nicht die einzigen, für die Armin Laschet und die CDU, die immer mehr mit sinkenden Umfragewerten zu kämpfen haben, bei Twitter kritisiert werden. Im weiteren Verlauf des Wahlwerbespots ist der Kanzlerkandidat von CDU und CSU inmitten des Denkmals für die ermordeten Juden Europas in Berlin zu sehen, während er betont, dass er sich „Hass, Hetze und Gewalt“ entgegenstelle. Das kommt bei einigen Usern ebenfalls nicht gut an. „Das Holocaustmahnmal als CDU-Wahlkampfnummer zu missbrauchen, aber den Antisemiten Maaßen fröhlich gewähren lassen. So respektlos und verlogen ist die Kampagne von Paul Ziemiak und Armin Laschet“, twitterte dazu „gruenaydin“.

Video der CDU sorgt für Kritik - Armin Laschet gibt sich kämpferisch

Weitere Kommentare von Twitter-Nutzern zielen auf die Szenen des Wahlvideos ab, die Armin Laschet in einem von der Flut-Katastrophe betroffenen Gebiet zeigt. Der NRW-Ministerpräsident spricht darin mit Feuerwehrleuten, während er sagt: „Wir müssen den Klimawandel aufhalten - hier und weltweit. Und: Wir müssen unsere Heimat schützen.“ Was die Kritiker daran stört: Bei einem Besuch in Hagen kurz nach dem verheerenden Hochwasser hatte Laschet, der wegen seines Lachens während der Rede von Bundespräsident Steinmeier im Flut-Gebiet viel Kritik einstecken musste, noch gesagt: „Das ist keine Lage, mit der man Bilder erzeugen will.“ Nun verwendet er sie aber doch in seinem Wahl-Spot.

Positive Kommentare sind unter dem Tweet der CDU kaum zu finden. Dagegen weisen einige User auf das Video von Rezo hin, in dem der YouTuber scharf gegen Armin Laschet schießt. Der Vorsitzende der Christdemokraten hat offenbar auch in den eigenen Reihen an Zustimmung verloren. Wechseln CDU und CSU deshalb kurz vor der Bundestagswahl 2021 nochmal ihren Kanzlerkandidaten? Der Regierungschef von NRW gibt sich am Ende des Wahlvideos kämpferisch: „Ich bin Armin Laschet. Und ich weiß, dass wir das können.“

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini

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