Kampf gegen Corona

Laschet attackiert Söder im NRW-Landtag wegen Sputnik V: „Nicht auf schnelle Schlagzeile gehen“

Armin Laschet verteidigt im NRW-Landtag das Vorgehen, nicht voreilig auf den Corona-Impfstoff Sputnik V zu setzen. Dabei verteilte er einen Seitenhieb gegen Markus Söder.

Hamm - Das Impfen ist das wichtigste Mittel beim Kampf gegen das Coronavirus. Daher muss möglichst viel Impfstoff her. Aber nicht um jeden Preis. So ist Armin Laschet, CDU-Chef und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, beim russischen Impfstoff Sputnik Corona-V gegen Alleingänge von Bundesländern. (News zum Coronavirus)

NameArmin Laschet
Größe1,70 Meter
Geboren18. Februar 1961 (Alter 60 Jahre), Aachen
EhepartnerinSusanne Laschet (verh. 1985)

Armin Laschet teilt im NRW-Landtag wegen Sputnik V gegen Markus Söder aus

„Ich sage: nein. Denn wir haben klare Verfahren und klare Regeln“, sagte Armin Laschet am Donnerstag in einer Sondersitzung des NRW-Landtags in Düsseldorf zum Thema Vorverträge an die SPD-Opposition gerichtet. Gerade in dieser Phase sei es wichtig, nicht auf die schnelle Schlagzeile zu gehen, sondern sich an die Verfahren zu halten.

Nicht auf die schnelle Schlagzeile gehen? Damit greift der NRW-Ministerpräsident recht offensichtlich Bayerns Landeschef Markus Söder (CSU) an, mit dem er öffentlich um die Kanzlerkandidatur für die Union ringt. Der hatte angekündigt, dass sich Bayern schon vor einer EU-Zulassung Millionen Dosen des russischen Impfstoffes sichere. Zuletzt schaltete sich sogar der im Kampf um den CDU-Bundesvorsitz unterlegene Friedrich Merz ein. Im Interview mit unserer Redaktion erklärte er, warum er Markus Söder in der K-Frage hinter Armin Laschet sieht.

In der Diskussion um eine mögliche Vorbestellung des Corona-Impfstoffes Sputnik V für NRW argumentierte Armin Laschet weiter: Russland liefere nur mühsam Daten. Dann erfolge die Zulassung durch die EU - und dann entscheide die Europäische Kommission, kaufen ja oder nein, so der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Die Tendenz heute sei eher nein. Dann könnten die Gesundheitsminister der Mitgliedstaaten einen jeweiligen möglichen Kauf vereinbaren.

Corona-Impfstoff Sputnik V: Armin Laschet will keinen Wettbewerb der einzelnen Bundesländer

„Wenn wir so weit sind, muss die Bundesrepublik Deutschland für alle 16 Länder kaufen. Und es geht nicht an, dass wir jetzt noch einen Wettbewerb der einzelnen Bundesländer anfangen über einen Impfstoff, der bis zur Minute nicht mal zugelassen ist.“ Eine Aussage, für die Armin Laschet im NRW-Landtag Applaus erntete.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach sich gegen Alleingänge von Bundesländern bei Sputnik V aus.

In der vergangenen Woche hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, dass sich der Freistaat noch vor einer möglichen EU-Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V Millionen Dosen des Mittels sichere. Dabei geht es um einen Vorvertrag mit einer Produktionsfirma im schwäbischen Illertissen. Nach der Zulassung solle Bayern 2,5 Millionen Impfdosen erhalten. Auch Mecklenburg-Vorpommern hat sich nach Angaben des Landesgesundheitsministers Harry Glawe (CDU) gegenüber Russland eine Option auf eine Million dieser Impfdosen gesichert.

Derweil verwies Armin Laschet mit Stolz darauf, dass seinen Angaben zufolge in keinem anderen Bundesland so viel gegen die Ausbreitung des Coronavirus getestet werde wie in Nordrhein-Westfalen. Von den 15.000 Teststellen in Deutschland befänden sich 6500 in Nordrhein-Westfalen. Ob Bürger das Angebot der kostenlosen Corona-Schnelltests mehr als einmal pro Woche in Anspruch nehmen können, hat das NRW-Gesundheitsministerium klar beantwortet. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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