Arabische Liga schließt Syrien aus

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ARCHIV - Syriens Präsident Bashar al-Assad gibt in Damsakus eine Pressekonferenz (Archivfoto vom 03.09.2009).

Kairo - Die Arabische Liga zieht Konsequenzen aus der anhaltenden Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten in Syrien: Die Organisation schließt das Land bis auf Weiteres von allen Treffen aus.

Darauf einigten sich die Außenminister der Liga am Samstag auf einer Sondersitzung in Kairo.

Der Ausschluss soll am Mittwoch in Kraft treten und solange gelten, bis die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar Assad das gewaltsame Vorgehen gegen Regimegegner beendet, wie der katarische Außenminister Hamad bin Dschassim erklärte. Ansonsten werde die Arabische Liga wirtschaftliche und politische Sanktionen gegen Damaskus verhängen.

"Syrien liegt uns allen am Herzen, und es schmerzt uns, diese Entscheidung zu treffen", sagte bin Dschassim. "Wir hoffen, dass es einen mutigen Schritt von Syrien geben wird, die Gewalt zu beenden und einen echten Dialog für echte Reformen zu beginnen."

Nach Angaben bin Dschassims stimmten 18 Staaten der Arabischen Liga dem Vorschlag zu, die Mitgliedschaft Syriens auszusetzen. Der Libanon, der Jemen sowie Syrien selbst stimmten dagegen, der Irak enthielt sich.

"Freiheit für das syrische Volk"

Vor dem Sitz der Arabischen Liga in Kairo versammelten sich mehrere Dutzend Demonstranten und riefen zum Sturz Assads auf. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie "Freiheit für das syrische Volk". An der Kundgebung beteiligten sich auch Demonstranten aus dem Jemen, die gegen das gewaltsame Vorgehen der Sicherheitskräfte in ihrem Land protestierten.

Der Aufstand gegen das Regime in Damaskus dauert seit acht Monaten an. Die Arabische Liga hatte am 2. November einen Friedensplan ausgehandelt, die Gewalt hielt aber unvermindert an. Nach Schätzung der Vereinten Nationen wurden seit März etwa 3.500 Menschen getötet. In den vergangenen Wochen hat sich die Lage dramatisch zugespitzt. Allein seit Anfang November wurden mehr als 250 Zivilpersonen getötet.

dapd

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