Dementi nach Vorwurf

„Missverständnis“ sorgt für Riesen-Zoff: Drängte sich Merkel bei Anne Will auf?

+
Angela Merkel war bereits mehrmals bei TV-Talkerin Anne Will zu Gast.

Angela Merkel als „Bittstellerin“ für einen Auftritt im Fernsehen? So habe es TV-Talkerin Anne Will angeblich bei einer Podiumsdiskussion dargestellt. Doch die Moderatorin dementiert.

München - Beim TV-Talk von Anne Will wird in der Regel über bedeutungsvolle politische Themen berichtet, die großen Teilen der Bevölkerung auf der Seele brennen. Die hohen Einschaltquoten am Sonntagabend sorgen dafür, dass Politiker öffentlich-rechtliche Formate wie dieses gerne als Plattform nutzen, um ihre Botschaft einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln und im besten Fall auch Sympathiepunkte zu sammeln. Diesbezüglich macht gerade ein besonderer Vorfall die Runde, bei dem es um keine Geringere als Bundeskanzlerin Angela Merkel geht.

Hatte sich Merkel Anne Will und der ARD „regelrecht aufgedrängt“?

Als Anne Will am vergangenen Dienstag (7. Mai) bei einer Veranstaltung der Süddeutschen Zeitung in München zu Gast war, erzählte sie laut der ursprünglichen Version eines SZ-Artikels eine kuriose Anekdote: Merkel habe sich in den Jahren 2015 und 2016 „regelrecht aufgedrängt“, um mit der bekannten Fernseh-Talkerin über das polarisierende Thema Flüchtlingspolitik zu debattieren. Dies berichtete die SZ am Tag danach und sorgte dabei für Unmut bei der eingeladenen Will, die im Übrigen kürzlich aus kuriosem Grund auf eine Sendung verzichten musste. 

Angela Merkel: Version von Anne Will klingt anders

Anne Will dementierte ihrerseits die Äußerungen und wirft der SZ fehlerhafte Berichterstattung vor: „Sie zitieren mich falsch“. Dies tat die 53-Jährige per Twitter kund, in zwei Tweets nahm sie zu dem entsprechenden Bericht Stellung. Das Blatt überarbeitete daraufhin den eigenen Online-Artikel und fügte am Ende eine Richtigstellung hinzu. 

Der Wortlaut dazu: „In einer früheren Version dieses Artikels war zu lesen, dass Anne Will gesagt habe, Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich regelrecht aufgedrängt, um in Wills Talksendung über die Flüchtlingspolitik zu sprechen. Das ist nicht korrekt. Vielmehr hat Anne Will in der Veranstaltung gesagt, es habe beim Publikum ein großes Bedürfnis gegeben, Merkel über das Thema sprechen zu hören. Die Redaktion von Anne Will habe sich daher sehr gefreut, dass die Kanzlerin ihrer Einladung gefolgt sei”.

Anne Will: berichtet von Wortlaut „Daueranfrage“

Ob dies letztlich die wahrhaftigen Vorkommnisse der Podiumsdiskussion in der LMU München widerspiegelt? Unklar. Denn wie die Bild berichtet, sei in einem Mitschnitt zu hören, wie Anne Will von einer „Daueranfrage“ seitens des Kanzleramts berichtet, auch die Floskel „ne Einladung gezogen“ sei demnach gefallen. Darüber hinaus habe sich die Kanzlerin schließlich noch „mit ultrakurzem Vorlauf“ angekündigt. Letztlich sei es jedoch eine Mitarbeiterin der Süddeutschen Zeitung gewesen, welche die Aussage missverstanden hätte.

Ebenfalls eingebremst hat Anne Will kürzlich Kevin Kühnert von der SPD, als dieser bei ihr in der Sendung zu Gast war. In der „Anne Will“-Sendung vom 19. Mai musste wiederum kurzfristig das Thema geändert werden - aufgrund der „Ibiza-Affäre“, die gerade Österreich erschüttert. Auch in der Sendung vom 2. Juni war aufgrund der politischen Lage eine Themenänderung nötig - diesmal musste Andrea Nahles‘ Rücktritt als SPD-Chefin kurzfristig ins Programm gehievt werden.

PF

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare