K-Frage

Entscheidung gefallen! Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen

Annalena Baerbock oder Robert Habeck: Die Entscheidung, wer Kanzlerkandidat der Grünen wird, ist gefallen. Die Partei verkündet die Entscheidung live.

Update vom 19. April 11.02 Uhr: Die Grünen schicken Annalena Baerbock als erste Kanzlerkandidatin in den Bundestagswahlkampf. Das gab Ko-Parteichef Robert Habeck (51) bei einem gemeinsamen Auftritt bekannt. Der Bundesvorstand der Grünen nominierte die 40-Jährige für den Spitzenposten. Die Entscheidung muss noch auf einem Parteitag vom 11. bis 13. Juni bestätigt werden, die Zustimmung gilt aber als sicher.

NameAnnalena Baerbock
EhepartnerDaniel Holefleisch
Geboren15. Dezember 1980 in Hannover
ParteiBündnis 90/Die Grünen

Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen

„Wir haben eine klare Idee einer Kanzlerschaft für Deutschland“, sagte Annalena Baerbock. Es gehe darum, „verändern statt zu versprechen“. „Klimaschutz ist die Aufgabe unserer Zeit, die Aufgabe meiner Generation“, ergänzte die Parteichefin der Grünen. Die Politik der neuen Bundesregierung müsse Klimaschutz für alle Bereiche zum Maßstab machen, um das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen.

Die monatelangen Spekulationen, wer Kanzlerkandidat der Grünen wird, sind damit beendet. Die Partei hatte die Klärung der K-Frage ihren beiden Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck überlassen, die sich geräuschlos und im Vergleich zur Union harmonisch untereinander verständigten. Die Kanzlerkandidatin der Grünen betonten: „Robert Habeck und ich werden den Wahlkampf gemeinsam führen.“

Annalena Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen: So begründet Robert Habeck die Entscheidung

„Der Erfolg hat eine paradoxe Seite: Wir sind durch die Gemeinsamkeit so erfolgreich geworden, dass jetzt etwas passiert, was noch vor Jahren unmöglich schien: Wir kämpfen um das Kanzleramt. Wir sind stabil in den Umfragen, die Union ist in Reichweite - und in dieser Situation führt der gemeinsame Erfolg dazu, dass einer einen Schritt zurücktreten muss“, führte Robert Habeck aus.

Robert Habeck und Annalena Baerbock hätten in den vergangenen Wochen und Monaten gemeinsam um die beste Lösung gerungen. „Wir beide wollten es, aber am Ende kann es nur eine machen“, so der Ko-Vorsitzende, der Annalena Baerbock als „kämpferische, fokussierte und willensstarke Frau“ bezeichnete, „die genau weiß, was sie will“.

Seit Januar 2018 steht Annalena Baerbock gemeinsam mit Robert Habeck an der Spitze der Grünen. Die studierte Völkerrechtlerin ist in der Partei gut vernetzt. Sie gilt als ausgewiesene Expertin für Klimafragen. Über Regierungserfahrung verfügt sie bisher nicht. In der Hinsicht will sich Robert Habeck nun noch mehr mit seiner Erfahrung in diesem Bereich einbringen, wie er ankündigte.  

Die Grünen hatten sich angesichts der seit 2018 hohen Umfragewerte erstmals für eine Kanzlerkandidatur entschieden. Derzeit sind sie mit mehr als 20 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der CDU/CSU und vor der SPD. Annalena Baerbock ist bei der 20. Bundestagswahl seit 1949 erst die zweite Frau nach Angela Merkel, die sich um das höchste Regierungsamt bewirbt. Keiner der bisherigen Kanzlerkandidaten war jünger. 

Baerbock oder Habeck: Wer wird Kanzlerkandidat der Grünen? Entscheidung am Montag um 11 Uhr

[Erstmeldung] Hamm - Tag der Entscheidung bei den Grünen: Während Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) noch öffentlich darum streiten, wer für die Union als Kanzlerkandidat ins Rennen geht, läuft das Ganze bei den Grünen viel ruhiger und ganz offenkundig auch harmonischer ab zwischen den beiden Bundesvorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck

Politische ParteiBündnis 90/Die Grünen
Gründung14. Mai 1993 in Karlsruhe
HauptsitzBerlin
ParteiführungAnnalena Baerbock (Co-Vorsitz), Robert Habeck (Co-Vorsitz)

Kanzlerkandidat der Grünen: Annalena Baerbock oder Robert Habeck? Entscheidung heute um 11 Uhr

Und auch an ihren selbst gesetzten Zeitplan werden sich die Grünen halten: Am Montag um 11 Uhr wollen sie ihre Entscheidung zu ihrer Kanzlerkandidatur live in einer Pressekonferenz in Berlin verkünden und damit die Antwort auf die Frage: Annalena Baerbock oder Robert Habeck? Weil sich die Grünen schon seit längerem in einem Umfragehoch befinden, hoffen sie, die Union aus CDU/CSU bei der Bundestagswahl als stärkste Kraft ablösen zu können.

Eine klare Tendenz, ob die Grünen Annalena Baerbock oder Robert Habeck als Kanzlerkandidat ins Rennen schicken, gab es bis zum Tag der Entscheidung in der parteiinternen K-Frage nicht wirklich. Von den beiden Bundesvorsitzenden galt Robert Habeck lange Zeit als der bekanntere, allerdings hat Annalena Baerbock aufgeholt und erzielte zuletzt in den Umfragen sogar höhere Zustimmungswerte als ihr Co-Vorsitzender. Hoffnungen auf das Kanzleramt könnten sich die Grünen insbesondere in einem Dreierbündnis machen - etwa in einer Ampel mit SPD und FDP oder Grün-Rot-Rot.

Die Entscheidung der Grünen über die Kanzlerkandidatur am Montag könnte für die Partei durchaus wegweisend sein. Das glaubt zumindest der langjährige Grünen-Spitzenpolitiker Jürgen Trittin. Bei der Bundestagswahl im September gehe es „um etwas Neues“. Erstmals werde „die politische Alternative Grün gegen Schwarz lauten“, sagt Jürgen Trittin im ZDF-Morgenmagazin.

Kanzlerkandidat der Grünen: Jürgen Trittin hält beide Kandidaten für geeignet

Die Grünen verfolgen das Ziel, die „führende Kraft in diesem Land zu werden“, bekräftigte Jürgen Trittin. „Wir wollen dieses Land anführen, weil wir glauben, es muss grundlegend umgebaut werden im Sinne des Klimaschutzes.“

Eine Vorab-Antwort auf die K-Frage bei den Grünen - Annalena Baerbock oder Jürgen Trittin - wollte Jürgen Trittin nicht geben. Auch zu seiner Wunschkandidatin oder seinem Wunschkandidaten machte er keine Angaben. „Da geht es mir wie glaube ich fast allen Grünen. Wir halten beide für sehr geeignet, wir haben den Luxus einer guten Auswahl und wir können mit beiden Ergebnissen gut leben“, sagte Jürgen Trittin.

Annalena Baerbock ohne Regierungserfahrung: Für Jürgen Trittin kein Hindernis

Mit Blick auf Annalena Baerbocks fehlende Regierungserfahrung verwies er auf seine eigenen Erfahrungen als Bundesumweltminister. So habe er damals festgestellt, dass er trotz bereits vorhandener Regierungserfahrung als Bundesminister habe „gehörig dazulernen“ müssen. Die entscheidende Qualifikation in solchen Ämtern erfolge in der Regel „durch Lernen im Amt“.

Anders als bei den Grünen, gibt die Union in der K-Frage zwischen Markus Söder und Armin Laschet bekanntlich kein wirklich gutes Bild ab. Weshalb Jürgen Tritten schwere Vorwürfe gegen CDU/CSU erhob. Der Partei gehe es nur um den Machterhalt, kritisierte Trittin. „Machtkampf um jeden Preis, mitten in der Corona-Krise. Regellos, ohne jede Verfahrensfrage. Wer soll eigentlich noch mit diesen Schwarzen koalieren?“

Annalena Baerbock oder Robert Habeck: Wer auch immer Kanzlerkandidat der Grünen wird, wird sein erstes Interview heute bei ProSieben geben. Die Fragen stellen die Moderatoren Thilo Mischke und Katrin Bauerfeind ab 20.15 Uhr im Free-TV. (mit Material von dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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