Teststrategie überlegen

Sorge vor neuem Corona-Hoch: Virologe Kekulé warnt vor Folgen für Schulen

Sinkende Corona-Zahlen sorgen für Zuversicht. Doch Virologe Alexander Kekulé warnt vor einer vierten Welle im Herbst - mit Folgen auch für Schulen.

Hamm - Die Corona-Zahlen sinken, die dritte Welle in Deutschland und Nordrhein-Westfalen scheint überstanden. Doch nicht alle Experten sind uneingeschränkt zuversichtlich, was den weiteren Verlauf der Pandemie angeht. Der Virologe Alexander Kekulé warnt vor einer vierten Welle im Herbst 2021 - mit Folgen auch für Schulen. (News zum Coronavirus)

NameAlexander Kekulé
Geboren7. November 1958 in München
BerufMediziner, Epidemiologe, Biochemiker

Alexander Kekulé: Virologe warnt vor vierter Corona-Welle im Herbst mit Folgen für die Schulen

Auch wenn aktuell die Kampagne mangels Impfstoff stockt: Die wachsende Zahl der Corona-Geimpften, die im Vergleich zum Vormonat rapide gesunkenen Infektionszahlen und die Aussicht auf einen Urlaub im Sommer in Griechenland oder im NRW-Nachbarland Niederlande sorgen vielerorts in Deutschland für Hochstimmung.

Doch der Sommer wird irgendwann vorbei sein. Wie sich die Corona-Krise danach entwickelt, ist Gegenstand der Diskussionen. Einige Experten sind skeptisch, was die Infektionslage im Herbst angeht. Der bekannte Virologe Alexander Kekulé etwa warnt jetzt vor einer neuerlichen Corona-Welle.

Der Virologe der Universität Halle/Wittenberg hat dabei vor allem die Schulen im Blick, denn trotz der Zulassung der Biontech-Impfung für Kinder ab 12 Jahre werden vor allem Schülerinnen und Schüler vielfach ungeschützt in die dunklen Monate gehen.

Alexander Kekulé fordert Schulen auf, Teststrategie für Herbst zu überlegen

Alexander Kekulé hat die Schulen daher aufgefordert, sich bereits jetzt - wenige Wochen vor dem Start in die Sommerferien in den Bundesländern - eine Teststrategie für den Herbst zu überlegen. „Ich halte es für unrealistisch, dass im Herbst alle Kinder geimpft sein werden“, sagte er im Podcast „Corona-Kompass“ von MDR Aktuell. 20 bis 30 Prozent der Kinder würden dann noch nicht geimpft sein, mutmaßt Kekulé. Um Tests komme man dann nicht herum.

Kekulé rechnet demnach fest mit einer weiteren Corona-Welle im Herbst. Daher mahnte er im MDR trotz sinkender Corona-Fallzahlen zur Vorsicht. „Wenn wir uns locker machen, nach dem Motto: Wird schon nicht so schlimm sein wie vor einem Jahr, dann ist das ein Automatismus, dass die Fallzahlen und die Sterblichkeiten wieder hoch gehen“, so der Virologe in dem Podcast. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet mit lokalen vierten Corona-Wellen etwa in Schulen.

Nach langen Monaten des Distanzlernens und des Unterrichts im Wechselmodell sind die Schulen erst vor kurzem wieder in den täglichen Präsenzunterricht gewechselt. In NRW etwa dürfen seit dem 31. Mai wieder alle Schüler einer Klasse oder eines Kurses gemeinsam in einem Raum sitzen - allerdings unter strengen Regeln wie Maskenpflicht und unter der Auflage von zwei Corona-Tests pro Woche.

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook phoenix corona nachgehakt

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