Afghanistan: General rechnet mit längerer Präsenz

Aurich - Der deutsche Brigadegeneral Josef Blotz hält eine Präsenz internationaler Truppen in Afghanistan über das Jahr 2014 hinaus für wahrscheinlich.

Die Präsenz internationaler Truppen in Afghanistan wird voraussichtlich noch über das Jahr 2014 hinausgehen. Davon geht der Sprecher der ISAF-Truppen in Kabul, der deutsche Brigadegeneral Josef Blotz aus. Nach dem Abzug der internationalen Einheiten werde bis Ende 2014 eine militärische Komponente in Afghanistan bleiben, sagte Blotz am Donnerstag bei einer Videopressekonferenz in Kabul mit der 4. Luftwaffendivision im ostfriesischen Aurich. Die weitere strategische Partnerschaft mit dem Land sehe zwar keine Kampfeinsätze vor, dafür aber weiterhin militärische Anteile sowie die Unterstützung afghanischer Einheiten bei der Ausbildung.

Die internationale Unterstützungstruppe ISAF unter Führung der Nato hat die Aufgabe, die Sicherheit in Afghanistan zu gewährleisten und den Aufbau von Verwaltungs- und Politikstrukturen sowie die allgemeine Entwicklung voranzutreiben. Nach den Worten von Blotz geht es vor allem darum, die afghanischen Sicherheitskräfte in Militär und Polizei aufzubauen. Diese sollen von Ende 2014 an weitgehend selbstständig die Geschicke des Landes lenken.

“Dies ist keine Idee der internationalen Truppen, sondern eine eigene Vision der Afghanen selbst“, sagte der Brigadegeneral. Deutliche Fortschritte habe es in den vergangenen vier Jahren bei der Ausbildung der Polizei in Afghanistan gegeben. Insgesamt umfassten die afghanischen Polizei- und Armeeeinheiten 275 000 Mann, das seien 70 000 mehr als vor einem Jahr. Die Ausbildung dieser Menschen, die teilweise nicht lesen und schreiben könnten, sei sehr aufwendig. “Es dauert Zeit, künftige Führer auf höherer Ebene auszubilden“, sagte Blotz.

dpa

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