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9-Euro-Ticket: Kommt der Nachfolger erst 2023? Zeitplan genannt

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Von: Hannah Decke

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Das 9-Euro-Ticket ist ein voller Erfolg. Aber: Bald läuft es schon aus. Wann kommt ein Nachfolge-Ticket? Verkehrsminister Wissing hat sich geäußert.

Hamm - Seit Juni können die Menschen in Deutschland für 9 Euro im Monat deutschlandweit Bus und Bahn fahren. Das 9-Euro-Ticket, das die Bürger bei den hohen Alltagskosten entlasten soll, ist ein Verkaufsschlager. Im ersten Monat wurden rund 21 Millionen Sonderfahrkarten verkauft. Die besonders günstige Monatskarte hat aber ein Ablaufdatum. Das Ticket gibt es nur bis Ende August - und dann? Es gibt Vorschläge für Nachfolge-Modelle und mittlerweile auch einen groben Zeitplan.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing bewertet das 9-Euro-Ticket als „Riesenerfolg“.  „Wir haben damit etwas ausgelöst, was sehr wichtig war für den ÖPNV, nämlich einen Modernisierungsschub“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Aber wie geht es weiter im öffentlichen Nahverkehr?

9-Euro-Ticket: Nachfolger erst 2023? Minister stellt Zeitplan vor

Schon länger wird über ein Nachfolge-Modell für das 9-Euro-Ticket diskutiert. Dabei stehen zwei Varianten im Raum: ein 365-Euro-Jahresticket oder ein 69-Euro-Monatsfahrschein. Letzteres hatte der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) in Spiel gebracht. Das 69-Euro-Ticket, auch Klimaticket genannt, soll ebenfalls bundesweit für den ÖPNV, allerdings nicht automatisch auch für Abonnenten gelten.

Unter anderem CSU-Chef Markus Söder fordert hingegen ein 365-Euro-Jahresticket, das in ganz Deutschland gelten soll. Ein solches Modell gibt es etwa schon in Österreich. Es wurde erstmals 2012 in Wien eingeführt und führte in den ersten fünf Jahren zu einer Verdoppelung der verkauften Jahreskarten.

Günstig Bus und Bahn fahren: Welches Modell folgt auf das 9-Euro-Ticket?

Der Bundesverkehrsminister will sich noch nicht auf eine Nachfolge festlegen. „Wir brauchen ein Modell, das in die Haushalte der Länder und auch in den Haushalt des Bundes passt“, sagte Wissing dpa. Bei einer Einigung zwischen Bund und Ländern könne es aber schnell gehen. „Wir haben ja gesehen, dass wir innerhalb weniger Wochen einen Vorschlag auf den Tisch legen und ein digitales Ticket anbieten konnten. Insofern bin ich optimistisch, dass es auch dieses Mal schnell gehen kann.“

Schnell - was bedeutet das? Volker Wissing hält ein Nachfolge-Ticket Ende des Jahres oder Anfang 2023 für möglich. Anfang November sollten Daten zu dem Ticket vorliegen, die bei der Bewertung helfen sollten, sagte der FDP-Politiker. Man brauche die Ergebnisse der Evaluation, um das passende Modell zu finden. (mit dpa-Material)

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