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9-Euro-Ticket: Geltungsbereich und wie die Monatskarte funktioniert

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Von: Marcel Guboff

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Mit dem 9-Euro-Ticket können Reisende günstig mit Bus und Bahn fahren. Aber wo gilt die Monatskarte? Und für wen ist sie nützlich? Wie das Ticket funktioniert.

Hamm - Um die Bürger in Deutschland zu entlasten, kommt ein günstiges Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Vom 1. Juni an sollen Fahrgäste für 9 Euro pro Monat Bus und Bahn fahren können. Dieses 9-Euro-Ticket gilt dann bundesweit und bis Ende August.

Geltungsbereich vom 9-Euro-Ticket: Wo und wie die Monatskarte funktioniert

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sieht im 9-Euro-Monatsticket für den Nah- und Regionalverkehr einen Anreiz für eine dauerhafte Nutzung von Bussen und Bahnen. Die Bahngewerkschaft EVG warnte jedoch direkt nach dem Beschluss der Regierung am 27. April: Das Ticket könnte den ÖPNV in ein bislang nicht gekanntes Chaos stürzen. „Ich rechne mit Räumungen überfüllter Züge und wegen Überlastung gesperrten Bahnhöfen“, sagte der EVG-Vorsitzende Klaus Hommel. 

Das gilt für das 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn
Ab wann gilt das Ticket und wie lange?Ab dem 1. Juni 2022 für Juni, Juli und August
Wo gilt das Ticket?Es ist bundeweit ohne regionale Einschränkung gültig.
Für wen gilt das Ticket?Ohne Beschränkung auf Personengruppen; Abo-Kunden erhalten eine Erstattung
Für welche Züge gilt das Ticket?Für den Regionalverkehr, nicht für den DB-Fernverkehr (ICE, IC oder EC)

Aber wie soll das 9-Euro-Ticket eigentlich funktionieren? Wie ist der Geltungsbereich? Wir fassen die wichtigsten Informationen zusammen.

9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Geltungsbereich

Das günstige 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn soll bundesweit gelten. Das bedeutet: Wer sich ein solches Ticket in Berlin kauft, kann damit auch den ÖPNV in Hamburg, München oder in anderen Städten nutzen. Wer bereits ein Abo hat, für den sollen Vorteile weiterhin gelten - in der Hauptstadt Berlin ist das zum Beispiel an Wochenenden die kostenlose Mitnahme von Kindern. Das soll aber nur für das vertragliche Tarifgebiet gelten. Für Neukunden gilt das Ticket für die Person, die es erworben hat.

Angeboten wird das 9-Euro-Ticket im Juni, Juli und August 2022. Dann gilt es bis zum Ende des Monats, in dem es gekauft wurde. Die Monatskarte verlängert sich nicht automatisch. Das 9-Euro-Ticket gilt auch für den Regionalverkehr, nicht aber für den Fernverkehr der Deutschen Bahn - also nicht für ICE, IC oder EC.

9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Wo ist es erhältlich?

Der Rabatt soll über ein Online-Ticket angeboten werden. So lautete zumindest die Empfehlung von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Dies biete auch die Chance für einen Schub bei der Digitalisierung. Das aber würde Menschen ohne Online-Zugang ausschließen. Deswegen soll das 9-Euro-Ticket auch über Fahrkartenautomaten und Kundencenter erhältlich sein. Geplant ist laut VDV auch eine bundesweite App. Der Verband plant eine bundesweite Informationskampagne auch mit einer digitalen Plattform. Erhältlich sein soll das Monatsticket bereits ab 23. Mai, es gilt dann ab 1. Juni.

9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Abonnements

Wer bereits Abonnent eines Monatstickets ist, soll nach Angaben des VDV von einem „Treuebonus“ profitieren. Abo-Kunden sollen sich um nichts kümmern müssen. Das 9-Euro-Ticket soll verrechnet werden - über eine Verringerung des Bankeinzugs oder eine Erstattung. Andernfalls war die Befürchtung, dass viele Kunden ihre Abos kündigen könnten. Für Semestertickets soll es ebenfalls eine Lösung geben.

9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Neukunden

Das 9-Euro-Ticket soll für Neukunden eine Art „Schnupperticket“ sein. Es soll laut VDV „im Laufe des Mais“ verfügbar sein. Neukunden sollen, sofern sie dem zustimmen, von den Verkehrsunternehmen Anschlussangebote bekommen. Die Branche will die Chance nutzen, durch das Ticket dauerhaft neue Kunden für den ÖPNV zu gewinnen - nach starkem Rückgang der Fahrgastzahl in der Corona-Pandemie.

9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Sorgt das Angebot für übervolle Züge?

Starttermin für das 9-Euro-Ticket ist der 1. Juni - ein Mittwoch. Am Wochenende darauf ist Pfingsten. Das macht es möglich, für ein langes Wochenende mit dem Regionalexpress für 9 Euro zum Beispiel von Berlin aus an die Ostsee zu fahren. Das ist dann wesentlich günstiger. Oder man fährt statt mit einem ICE oder IC mit einer oder mehreren Regionalbahnen von A nach B.

Reisen dürfte mit dem günstigen Monatsticket durchaus attraktiver werden. Doch das 9-Euro-Ticket wird auf bestimmten Strecken auch für volle Züge sorgen, wie RUHR24 auflistet.

Der Fahrgastverband Pro Bahn hatte ebenfalls bereits vor übervollen Zügen auf touristisch beliebten Strecken gewarnt. Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann sagte der Rheinischen Post, dafür müssten mehr Züge bestellt werden. VDV-Hauptgeschäftsführer Wolff sagte: Falls es zu übervollen Zügen komme, sei es schwierig, zusätzliche Züge anzubieten. „Mit diesem Umstand werden Bund und Branche gemeinsam umgehen müssen.“ Es gebe schlicht nicht mehr Kapazitäten. Auch in Dortmund könnte der riesige Andrang zu einem Problem führen, schreibt RUHR24.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, alle DB-Regio-Fahrgäste würden vom 9-Euro-Ticket profitieren. „Im Regionalverkehr modernisieren, digitalisieren und erweitern wir die Kapazitäten kontinuierlich weiter.“ Die Nutzung im Nahverkehr nehme wieder deutlich zu. In den vergangenen zwei Jahren habe die DB rund 1,5 Milliarden Euro allein in die Erneuerung der Fahrzeugflotte im Regionalverkehr investiert. „Diese kontinuierliche Modernisierung ist ein stetiger Attraktivitätsschub für Bahn und ÖPNV - auch für den Zeitraum des 9-Euro-Tickets.“

Nach einer ersten vorsichtigen Schätzung rechnet der VDV damit, dass insgesamt 30 Millionen alte und neue Fahrgäste das 9-Euro-Ticket nutzen. Ziel der Ampel-Koalition ist es, dass möglichst viele Autofahrer umsteigen, allerdings gilt das Ticket nun mitten in der Ferienzeit.

9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Wer finanziert das Angebot?

Der Bund hatte zugesagt, die Kosten für das 9-Euro-Monatsticket von insgesamt 2,5 Milliarden Euro zu übernehmen. Das Geld müsse vor dem Start über die Länder bei den Unternehmen und Verbünden sein, so der VDV. Notwendig ist eine Änderung des Regionalisierungsgesetzes, auf dessen Basis Regionalisierungsmittel vom Bund an die Länder gezahlt werden zur Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs. Der Bundesrat stimmte am 20. Mai dem tags zuvor vom Bundestag beschlossenen Finanzierungsgesetz für die Sonderaktion zu. Damit kann auch der bundesweite Verkauf des 9-Euro-Tickets bei der Bahn und anderen Anbietern wie angekündigt an diesem Montag beginnen.

Laut dem jetzt beschlossenen Gesetz stellt der Bund den Ländern unter anderem 2,5 Milliarden Euro bereit, um Einnahmeausfälle der Verkehrsanbieter auszugleichen. Von den Ländern hatte es zuvor mehrfach Forderungen nach generell mehr Geld für den ÖPNV gegeben. (dpa/mg)

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