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9-Euro-Ticket für Bus und Bahn: Termin für Start steht jetzt fest

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Von: Sven Schneider

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Das Ticket für Bus und Bahn soll bald nur 9 Euro kosten. Die Preise im ÖPNV werden drei Monate lang reduziert. Jetzt ist der Termin für den Start bekannt.

Update vom 11. April, 15.52 Uhr: Lange war ungewiss, wann das Neun-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr kommen soll. Das monatliche Fahren mit Bus und Bahn soll für drei Monate als Teil des Entlastungspakets deutlich günstiger gemacht werden. Grund sind die aktuell hohen Energiepreise. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, werde das Ticket „aller Voraussicht nach“ zum 1. Juni 2022 kommen. Mittlerweile steht auch fest, wie genau das 9-Euro-Ticket funktionieren soll.

Vielmehr noch: Bus- und Bahnfahrer dürfen sich freuen. Das Neun-Euro-Ticket soll bundesweit gültig sein. „Sonst benachteiligt es jene Pendlerinnen und Pendler, die über die Grenzen von Bundesländern und Tarifverbünden unterwegs sind“, sagte SPD-Verkehrsexperte Martin Kröber dem RND. Aufgrund des Gesetzgebungsprozesses sei hierbei der 1. Juni 2022 der frühestmögliche Zeitpunkt für das Ticket, das anstatt der 90 nur neun Euro kosten soll.

9-Euro-Ticket: Kommt das Entlastungspaket für den ÖPNV bereits im Mai?

[Erstmeldung] Hamm - Verbraucher können sich über kostengünstige Tickets für Bus und Bahn freuen. Neun statt 90 Euro soll bald monatlich das Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr kosten, damit Autofahrer angesichts der hohen Spritpreise umsteigen. Die Maßnahme ist ein Teil des bundesweiten Entlastungspakets 2022 - und kam für einige Bundesländer überraschend. Jetzt gibt es einen Start-Termin.

Klar ist bereits: Drei Monate lang soll die Ermäßigung für das Monatsticket im ÖPNV gelten. Wegen der in den vergangenen Wochen stark gestiegenen Energiekosten beschloss die Bundesregierung ein Entlastungspaket für 2022. Mit enthalten sind 100 Euro für Familien mit Kind, finanzielle Hilfe für Sozialleistungsempfänger, eine Senkung der Kraftsteuer und eben jenes 9-Euro-Ticket.

Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sollen abgefedert, Verbraucher entlastet, werden. Das scheinbare Problem: Die Bundesländer sollen die Idee des 9-Euro-Tickets selber umsetzen. Angedacht sind 90 Tage, in denen Kunden bundesweit für monatlich neun Euro Bus und Bahn benutzen können. Eine grundsätzliche Einigkeit über eine Umsetzung bestehe. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa war der Start zunächst für den 1. Mai 2022 oder 1. Juni 2022 angedacht.

9-Euro-Ticket: Start am 1. Mai 2022? Maßnahme stößt auch auf Kritik

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hält einen Start des geplanten Nahverkehr-Rabatts zum 1. Mai für möglich. Das sagte ein Sprecher am Freitag (1. April) in Berlin. Man sei sehr zuversichtlich, dass die Einführung des günstigen ÖPNV-Tickets zeitnah und flächendeckend erfolgen könne. Die Vorbereitungen einer Arbeitsgruppe aus Bund und Ländern liefen.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in Nordrhein-Westfalen rechnet derweil mit einem Start des 9-Euro-Monatstickets Anfang Juni. Das sei ein realistischer Zeitpunkt, sagte VRR-Vorstand José Luis Castrillo am Dienstag, 5. April, bei der Jahresbilanz des Verkehrsverbundes. Auch Bestands-Abo-Kunden würden davon profitieren.

Fahrgäste stehen an einer Haltestelle vor einer Straßenbahn.
9-Euro-Ticket: Kommt das Entlastungspaket für den ÖPNV schon im Mai? © Swen Pförtner | dpa

Grundsätzlich sollen alle Entlastungen spätestens vor der Sommerpause beschlossen sein, bevor überhaupt Nachzahlungen bei den Heizkosten entstehen. Der Vorteil beim 9-Euro-Ticket für den ÖPNV: Anders als bei der Senkung der Benzinsteuer sowie der Energiepreispauschale muss diese Maßnahme nicht Kabinett, Bundestag und Bundesrat passieren.

Demnach will die Ampel-Koalition die Regionalisierungsmittel so erhöhen, dass die Länder das 9-Euro-Ticket eigenständig installieren können. Ohnehin fordern die Länder mehr Geld, um das Personal im Schienenverkehr zu finanzieren. Die Maßnahme stößt zudem auf Kritik. „9 für 90 ist aus unserer Sicht ein populistischer Schnellschuss ohne nachhaltige Wirkung“, sagte Pro-Bahn-Sprecher Karl-Peter Naumann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zudem befürchten einige die Vernachlässigung des ländlichen Raumes.

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