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2G-Regel in Österreich: Experte fordert Anzeigepflicht und Strafen für Deutschland

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Von: Marcel Guboff

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Österreich setzt auf schärfere Corona-Regeln und hat 2G eingeführt - zum Beispiel auch beim Friseur. Deutschland sollte einen ähnlichen Weg gehen, sagt ein Experte.

Hamm - Wie in Deutschland schnellen auch in Österreich die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus immer weiter nach oben. Als Reaktion hat unser Nachbarland nun die Corona-Regeln noch einmal drastisch verschärft und vor allem den Druck auf Ungeimpfte massiv erhöht.

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2G-Regel in Österreich: Experte fordert Anzeigepflicht für Deutschland

So dürfen in Österreich Menschen ohne Impfschutz nicht mehr in Restaurants essen gehen, Sportveranstaltungen besuchen oder Skilifte benutzen. Für viele Freizeitaktivitäten gilt seit Montag die 2G-Regel. Nur noch Geimpfte und von Covid-19 Genesene haben Zutritt.

Bislang haben mehr als ein Viertel der Menschen in Österreich ab 12 Jahren noch kein Impfzertifikat - das ist einer der Hauptgründe für die steil ansteigenden Fallzahlen und die sich füllenden Krankenhäuser. Die 2G-Regel gilt in Lokalen, bei Veranstaltungen, in Hotels sowie bei sogenannten körpernahen Dienstleistern wie Friseursalons oder Massagestudios.

Karl Lauterbach: 2G könnte auch in Deutschland zu höhere Impfbereitschaft führen

Sollte Deutschland einen ähnlichen Weg einschlagen, um auch hierzulande die Impfquote zu erhöhen? Ja, sagen einige Experten. Der erhoffte Effekt sei schon zu erkennen, meint Karl Lauterbach. „In Österreich stehen die Ungeimpften Schlange, um vor Beginn 2G noch eine Impfung zu bekommen“, schrieb der SPD-Gesundheitspolitiker auf Twitter.

Und weiter: „In Frankreich und Portugal war es ähnlich. Wir brauchen 2G schnell, bundesweit und mit regelmäßigen strengen Kontrollen und Strafen. Nur so gewinnen wir schnell die Kontrolle zurück.“ Daneben sprach sich Karl Lauterbach auch für die Rückkehr der kostenlosen Corona-Tests aus - gekoppelt mit einer strengen Umsetzung der 2G-Regel.

Corona-Regeln in Österreich als Vorbild für Deutschland? In vielen Bereichen gilt jetzt 2G

Seit dem 8. November gelten die verschärften Corona-Regeln in Österreich. Aus 3G wurde 2G - und zwar in folgenden Bereichen:

Für diese Regeln gibt es in Österreich eine Übergangsfrist bis zum 6. Dezember. Denn bis dahin ist der Zutritt auch mit Erstimpfung und zusätzlichem PCR-Test erlaubt.

Ein Schild «Zutritt nur mit 2G - geimpft - genesen» steht vor einem Café in der Region Hannover. Während der Corona-Pandemie dürfen derzeit nur Geimpfte und Genesene das Café betreten.
In Österreich gilt für viele Freizeitaktivitäten die 2G-Regel - auch ein Modell für Deutschland?  © Julian Stratenschulte/dpa

Deutschlands Nachbarland hat auch die Corona-Regeln am Arbeitsplatz verschärft - wozu sich NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) zuletzt bedeckt gehalten hatte. In Österreich gilt nun generell die 3G-Regel. In „besonders sensiblen Bereichen“ sind die Maßnahmen sogar noch strenger, wie es das Gesundheitsministerium formulierte. Und zwar für:

Strenge Corona-Regeln auch für Veranstaltungen in Österreich

Für Veranstaltungen gilt in Österreich bei einer Teilnehmerzahl von 25 und darüber die 2G-Pflicht. Bei über 50 Teilnehmern besteht eine Anzeigepflicht bei der Bezirksverwaltungsbehörde bis eine Woche vor der Veranstaltung. Dazu muss ein Covid-19-Beauftragter ernannt sowie ein Präventionskonzept erstellt werden. Bei Veranstaltungen mit mehr als 250 Teilnehmen muss das Ganze durch die Bezirksverwaltungsbehörde bewilligt werden.

Für Deutschland wird nun eine ähnliche Herangehensweise erwartet. Wegen der dort rasant steigenden Infektionszahlen haben in Sachsen - ähnlich wie in Österreich - seit Montag nur noch Geimpfte oder Genesene Zugang zu vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. Die 2G-Regel in Sachsen gilt etwa in der Innengastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen oder Fußballstadien. Sachsen und Thüringen haben derzeit die höchsten Inzidenzwerte bundesweit - gefolgt von Bayern.

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