PCR-Test für Bus und Bahn?

2G-Regel: Weltärzte-Chef schlägt Alarm und fordert strengere Maßnahmen

Wegen der hohen Corona-Zahlen und der (zu) niedrigen Impfquote fordert der Weltärztechef die 2G-Regel. Für Bus und Bahn plädiert er für eine strengere Testpflicht.

Hamm - Experten und Virologen schlagen wieder Alarm wegen der Entwicklung der Infektionszahlen mit dem Coronavirus. Das Robert-Koch-Institut (RKI) wie auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnten: Ohne deutlich mehr Corona-Impfungen drohe ein heftiger Verlauf der vierten Welle. (News zum Coronavirus)

2G-Regel in Deutschland: Weltärzte-Chef Montgomery fordert strenge Corona-Regel - auch in Bus und Bahn

„Jede einzelne Impfentscheidung entscheidet auch darüber, wie sicher wir gemeinsam durch Herbst und Winter kommen“, sagte Jens Spahn. Und RKI-Chef Lothar Wieler mahnte: „Wenn wir die aktuellen Impfquoten nicht drastisch steigern, dann kann die aktuelle vierte Welle im Herbst einen fulminanten Verlauf nehmen.“

Doch es müssten auch andere, drastische Maßnahmen und Corona-Regeln her. Das fordert zumindest Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzende des Weltärztebundes. Seiner Ansicht nach werde es kaum reichen, die Impfquote durch mobile Angebote zu erhöhen. „Um die vierte Welle zu brechen, bevor sie dramatisch wird, sollte man jetzt bundesweit überall dort, wo es möglich ist, eine 2G-Regel einführen“, sagte Frank Ulrich Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Ihm ist dabei bewusst, dass es nicht in allen Bereichen möglich sei, Ungeimpfte auszuschließen. Zum Beispiel in Bus und Bahn. Dort müsse dann eine (noch) strengere 3G-Regel her. Sein Vorschlag. „Ungeimpfte müssten dann einen aktuellen PCR-Test vorweisen. Ein einfacher Schnelltest dürfte nicht mehr ausreichen. Eine solche Erweiterung der 2G-Regel könne der nötige Anreiz sein, sich impfen zu lassen, meinte der Weltärzte-Chef.

2G-Regel in einigen Regionen in Deutschland schon angewandt - Impfquote zu gering

Für bestimmte Innenräume wie Veranstaltungen und die Gastronomie gilt mit Blick auf Herbst und Winter bundesweit die sogenannte 3G-Regel: Zugang ist dort nur mit Nachweis als Geimpfter, Genesener oder negativ Getesteter möglich.

Die teils schon angewandte 2G-Regel, also Zugang nur für Geimpfte oder Genesene, ist aber auch im Gespräch. Bislang sind rund zwei Drittel der Bevölkerung mindestens einmal geimpft, etwa 62 Prozent haben vollen Corona-Impfschutz. Angesichts des schleppenden Impffortschritts und steigender Inzidenzen wächst die Sorge vieler vor neuen Einschränkungen - und wie vom RKI und Jens Spahn befürchtet eben ein heftiger Verlauf der vierten Corona-Welle.

Schulen müssten davon allerdings ausgenommen bleiben, meint SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. „Schulen und Kitas haben nach den Erfahrungen der vergangenen eineinhalb Jahre mit der Pandemie absolute Priorität. Schulen und Kitas dürfen nicht wieder eingeschränkt werden“, sagte Rolf Mützenich der Rheinischen Post. „Wir müssen beim Impfen besser werden, und auch der Impfstoff für die kleinen Kinder muss kommen.“

Hohe Corona-Zahlen an Schulen: Gesundheitsminister beschließen neue Quarantäne-Regeln

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich zuletzt mit Blick auf Schulen und Kitas auf einheitliche - Regeln verständigt. Nordrhein-Westfalen setzt diesen Beschluss um, doch NRW nutzt bei der Quarantäne-Regeln ein winziges Schlupfloch aus diesem Beschluss und setzt auf lockerere Maßnahmen.

Aktuell bereiten steigende Infektionszahlen unter Schülerinnen und Schülern vielen Sorgen - in Duisburg ist ein Schüler wegen Corona sogar auf der Intensivstation. In der Tat ist das Infektionsgeschehen in der Altersgruppe, die Schulen besucht, derzeit besonders heftig“, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der Passauer Neuen Presse. Das bedeute aber nicht, dass betroffene Schulen deswegen sofort geschlossen werden müssten. (mg mit dpa)

 

Rubriklistenbild: © Axel Heimken/dpa

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