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2G im Einzelhandel in NRW: Sind davon auch Mitarbeiter betroffen?

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Von: Daniel Großert

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Wegen 2G im Einzelhandel in NRW dürfen in vielen Geschäften nur noch Geimpfte und Genesene einkaufen. Gilt diese Corona-Regel eigentlich auch für Mitarbeiter?

Hamm - Um die hohen Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, haben Bund und Länder härtere Corona-Regeln beschlossen. Vor allem Ungeimpfte müssen sich auch in Nordrhein-Westfalen künftig mit mehr Einschränkungen im täglichen Leben abfinden. Durch die 2G-Regel im Einzelhandel dürfen sie beispielsweise in vielen Geschäften nicht mehr einkaufen. Aber gilt die Maßnahme eigentlich auch für Mitarbeiter der Läden, die nicht geimpft oder genesen sind?

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)

2G im Einzelhandel: Gilt die Corona-Regel auch für Mitarbeiter?

Seit Samstag müssen Ungeimpfte draußen bleiben: Im Einzelhandel in NRW gilt die 2G-Regel. Danach haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu den meisten Geschäften. Ausnahmen gelten lediglich für Geschäfte des täglichen Bedarfs, also zum Beispiel Supermärkte, Drogerien oder Apotheken. Kunden von Mode- oder Schuhgeschäften müssen aber vollständig gegen Corona geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sein. Und was ist mit Mitarbeitern?

Beschäftigte im Einzelhandel, die sich bislang gegen eine Corona-Impfung entschieden haben und die Anforderungen der 2G-Regel nicht erfüllen, müssen sich aktuell keine Sorgen machen, dass sie bald nicht mehr arbeiten dürfen. Denn wie aus den aktuellen Corona-Regeln für NRW hervorgeht, gilt am Arbeitsplatz die 3G-Regel.

Mitarbeiter müssen also geimpft, genesen oder getestet sein, wenn sie ihre Arbeitsstätte betreten - auch in Betrieben, in denen für Kunden 2G gilt. Allerdings müssen Angestellte, die nicht geimpft oder genesen sind, täglich einen negativen Corona-Test nachweisen, die in NRW mittlerweile wieder kostenlos sind.

2G für Mitarbeiter im Einzelhandel? Verband fordert Regel für alle Branchen

Ob sich an dieser Regelung in Zukunft etwas ändert, ist unklar. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) forderte zuletzt die 2G-Regel auch am Arbeitsplatz.

An der Tür zu einem Geschäft steht ein Schild mit der Aufschrift „Zutritt nur mit 2G-Nachweis“.
Durch die 2G-Regel im Einzelhandel dürfen in vielen Geschäften nur noch Geimpfte und Genesene einkaufen. Gilt die Maßnahme auch für Mitarbeiter? © Tom Weller/dpa

„Das ist leichter zu kontrollieren und kostengünstiger als die 3G-Regel“, sagte BVMW-Geschäftsführer Markus Jenger. Auch NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) hatte erklärt, dass man über die harte Corona-Maßnahme nachdenken müsse.

Dass die Politik die 2G-Regel am Arbeitsplatz einführen will, erscheint angesichts der hohen Corona-Zahlen durchaus denkbar. Experten halten es aber zumindest für fragwürdig, ob eine solche Maßnahme verfassungskonform wäre. Die Einführung würde „auf jeden Fall“ zur Prüfung vor dem Bundesverfassungsgericht landen, meinte Rechtsanwalt Arndt Kempgens auf Nachfrage von wa.de. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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