Leichen obduziert / Verdächtiger (43) in U-Haft / Nationalitäten veröffentlicht

Nach Bluttat am Iserlohner Bahnhof: Opferfoto im Netz aufgetaucht

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[Update, 13.17 Uhr] Iserlohn - Am Bahnhof Iserlohn ist es am Samstagnachmittag zu einer blutigen Beziehungstat gekommen: Bei einer Messerstecherei wurden eine Frau (32) und ihr Lebensgefährte (23) mutmaßlich vom Ex-Mann der Frau (43) getötet. Alle Beteiligten kommen aus Bergisch Gladbach, die Frau wohnte zuletzt aber in Iserlohn. Wir fassen an dieser Stelle den aktuellen Sachstand zusammen.

  • Die Tat ereignete sich am Samstag gegen 14.20 Uhr im Bereich des Bahnhofes Iserlohn.
  • Eine Frau (32) und ein Mann (23) starben mutmaßlich durch Messerstiche eines 43-Jährigen, der sich widerstandslos festnehmen ließ.
  • Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um den Ex-Mann der 32-Jährigen. Alle drei stammen aus Bergisch Gladbach.
  • Der getötete 23-Jährige war deren neuer Lebenspartner und laut Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit der Vater des Kindes, das das Paar zur Tatzeit dabei hatte.
  • Das zwei Monate junge Mädchen befand sich im Auto der Frau. Es blieb unverletzt und ist jetzt in der Obhut des Jugendamtes.
  • Ein Unbekannter hat offenbar ein am Tatort aufgenommenes Foto des männlichen Opfers in den sozialen Medien verbreitet. Die Polizei ermittelt. 

Update, Montag, 13.17 Uhr: 

+++ Die Polizei ermittelt gegen einen Unbekannten, der offenbar am Tatort ein Foto des männlichen Opfers angefertigt und es im Internet veröffentlicht hat. DasBild sei in den sozialen Medien und über Messengerdienste verbreitet worden, teilt die Polizei am Montag mit. 

"Das Vorgehen des Täters und all jener, die das Bild weiterverbreiten, ist abscheulich, pietätlos und wird von der Polizei nicht toleriert. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet, die die Identität des Urhebers klären soll", heißt es in der Mitteilung. 

Nutzern, die das Foto erhalten, wird dringend empfohlen, es umgehend zu löschen. 

Zeugen, die Angaben zur Identität des Urhebers machen können, werden gebeten, sich mit der Polizei Iserlohn unter 02371/9199-0 in Verbindung zu setzen. 

+++ Die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis und die Staatsanwaltschaft Hagen haben sich am Sonntagvormittag erstmals auch offiziell zu den Nationalitäten der Opfer und des Tatverdächtigen geäußert.

Haftbefehl wegen zweifachen Totschlags erlassen

Demnach handelt es sich bei dem 43-jährigen Tatverdächtigen um einen Mann aus dem Kosovo. Er wurde am Sonntag "auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hagen am Amtsgericht Iserlohn dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Untersuchungshaftbefehl wegen zweifachen Totschlags", so die Polizei.

Der Mann hatte sich am Samstag auf dem Boden sitzend widerstandslos festnehmen lassen. Dabei war er nach Berichten von Zeugen blutüberströmt.

Bei dem weiblichen Opfer (32) handelte es sich ebenfalls um eine Kosovarin. Sie sei noch mit dem 43-jährigen Tatverdächtigen verheiratet gewesen, die Eheleute hätten jedoch in Trennung gelebt.

Todesopfer aus dem Kosovo und aus Afghanistan

Der getötete 23-Jährige stamme aus Afghanistan. Er sei nicht nur der neue Lebensgefährte der Toten gewesen, die in Iserlohn gelebt habe. "Nach bisherigem Stand der Ermittlungen ist das 23-jährige Opfer mit hoher Wahrscheinlichkeit der Vater des Kindes", teilten die Ermittler mit.

Polizisten sichern am Stadtbahnhof Beweise.

Das gemeinsame Mädchen sei zwei Monate jung. Es habe sich zur Tatzeit im Auto der Frau befunden. Zeugen hätten das Kind an sich genommen und in Sicherheit gebracht. Das Baby sei unverletzt ins Krankenhaus gebracht worden und befinde sich nun in der Obhut des Jugendamtes.

"Warum es zum Zusammentreffen am Bahnhof kam ist Gegenstand der Ermittlungen", so die Polizei, die weiter am Sonntag mitteilte: "Die Motivlage des 43-Jährigen ist weiter unklar. Anhaltspunkte dafür, dass er zur Tatzeit unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand, haben sich bislang nicht ergeben."

Das ist das Ergebnis der Obduktion beider Leichen

Beide Opfer seien am Sonntag in Dortmund obduziert worden. "Todesursächlich waren in beiden Fällen zahlreiche Verletzungen durch scharfe Gewalteinwirkung. Die Tatwaffe wurde am Tatort sichergestellt. Hierbei handelt es sich um ein handelsübliches Küchenmesser mit zwölf Zentimeter Klingenlänge", heißt es von den Ermittlern.

Die Ermittlungen von Mordkommission und Staatsanwaltschaft Hagen dauern an.

Leichen im Parkhaus und auf dem Bahnsteig

Viele Augenzeugen hatten die Tat mitansehen müssen, unter ihnen etwa 20 Menschen einer Hochzeitsgesellschaft. Die Leiche der Frau lag im nahen Parkhaus, die des Mannes auf einem Bahnsteig, wie es weiter hieß. 

Polizisten stehen am Stadtbahnhof neben dem festgenommenen Tatverdächtigen, der am Boden liegt.

"Der Bahnhof liegt recht zentral und zur Tatzeit war viel Publikumsverkehr unterwegs", hieß es. Seelsorger betreuten die schockierten Hochzeitsgäste, Passanten und Fahrgäste im Bahnhofsgebäude.

Lesen Sie hier unsere Berichterstattung vom Samstag: 

Gegen 14.20 Uhr hatte sich die Messerstecherei ereignet. Zwei Menschen, ein Mann (23) und eine Frau (32) aus Bergisch Gladbach, wurden getötet. Ein Opfer schwebte offenbar zwischenzeitlich in Lebensgefahr, die Rettungskräfte versuchten, es zu reanimieren - ohne Erfolg.

Wenig später konnte die Polizei einen tatverdächtigen Mann, einen 43-Jährigen aus Bergisch Gladbach, vor Ort festnehmen. "Laut Zeugen wurde er blutüberströmt von Polizeibeamten abgeführt", berichtet ikz-online.

Zwei Tote am Bahnhof: "Keine Gefahr für Bevölkerung"

Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nach Angaben der Polizei zu keinem Zeitpunkt bestanden. Auf Twitter appellierte die Behörde, keine Gerüchte zu verbreiten. "Wir sind mit starken Kräften vor Ort", hieß es.

Nach aktuellem Kenntnisstand gehen die Ermittler von einer Beziehungstat aus. "Eine Mordkommission der Polizei Hagen ist auf dem Weg."

Zwei Tote am Bahnhof: Hintergründe noch unklar

Die genauen Hintergründe der Beziehungstat sind noch unklar. Die Tat soll sich im Bereich des Parkhauses ereignet haben.

Zwei Tote am Bahnhof: Viele Zeugen sehen Bluttat

In Richtung der Zeugen, von denen es zahlreiche gegeben haben, hieß es: "Wenn ihr selbst betroffen wart oder was gesehen habt: Wir kümmern uns gemeinsam mit der Feuerwehr am Bahnhof Iserlohn um Euch!" Seelsorger sind vor Ort.

"Der Zugverkehr in Richtung Hagen ist beeinträchtigt, da ein Bahnsteig abgesperrt werden musste. Auch das Parkhaus ist derzeit gesperrt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen. Zur Identität der Opfer können keine Aussagen gemacht werden", erklärte die Polizei gegen 17.25 Uhr.

Gegen 18.20 Uhr hieß es: "Die Spurensicherung am Bahnhof Iserlohn ist beendet. Der Tatort wird in diesen Momenten freigegeben." - eB/dpa

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