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Zwei Männer-Leichen in Hamm: Was die Ermittler heute wissen

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Von: Markus Hanneken

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Große Aufregung im Hinterhof am Mittwochabend.
Große Aufregung im Hinterhof am 6. Juli in diesem Hinterhof im Hammer Osten. In dem Gebäude links waren die beiden Leichen gefunden worden. © privat

Der Fall des zweifachen Leichen-Funds im Juli in Hamm wird vermutlich mit vielen Fragezeichen im Archiv der Justiz verschwinden.

Hamm - Auch gut zwei Wochen nach Beginn der Ermittlungen gebe es „keine neuen Hinweise“ auf das Geschehen und die Hintergründe im Hammer Osten vor dem 6. Juli 2022, sagte die zuständige Staatsanwältin Milena Klement am Donnerstag auf Nachfrage: „Für uns ist die Sache soweit geklärt.“

Konkret: Die Ermittler wissen nicht, ob die beiden Männer aus Hamm und dem Kreis Soest sich vor der Tat schon längere Zeit kannten und ob die kleine, einst als "Schneiderstube“ bekannte Hinterhof-Wohnung in der Märkischen Straße dem nach einer Aufsehen erregenden Brandstiftung in Soest gesuchten Jüngeren womöglich als Versteck diente. Das könne man wegen der zeitlichen Nähe zwar mutmaßen, so Klement. „Aber zielgerichtet wissen wir das nicht.“ Somit gebe es auch keine neuen Erkenntnisse zur Motivlage. Sie bezweifelt, dass sich das noch ändern wird.

Zwei Leichen in Hamm - was wir wissen:

Bekannt wurde zwischenzeitlich immerhin, dass der 52-jährige Volker K. - viele Hammer kannten ihn als den „einbeinigen Fahrradfahrer“ - von dem 40-jährigen Bad Sassendorfer mit mehreren Messerstichen getötet wurde, ehe sich der Gast selbst das Leben nahm. Wann das genau passierte, sei schwierig zu rekonstruieren, so die Staatsanwältin - diese Untersuchungen könnten noch mehrere Wochen andauern. Zur Art und Zahl der Stiche „über den Körper“ gibt sie weiterhin keine Auskunft, weil der Abschlussbericht noch nicht vorliege. Klement: „Das tut aus meiner Sicht aber auch nichts zur Sache.“

Von verschiedenen Medien - auch vom WA - war anfangs unter Berufung auf Zeugen über eine mögliche Verbindung mindestens des Hammers in die hiesige Drogenszene mit dem Bezugspunkt „Szenetreff im Nordringpark“ berichtet worden. Den Ermittlungen zufolge war der Mann zwar Drogenkonsument, bestätigte Klement. Aber wie intensiv dieser Gebrauch war, wisse sie nicht - und einen besonderen Bezug zur Szene habe man tatsächlich nicht ermitteln können.

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