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Zoo Dortmund trauert um Sandra: Älteste Ameisenbärin der Welt ist gestorben

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Die älteste Ameisenbärin der Welt ist im Zoo Dortmund gestorben.
Die älteste Ameisenbärin der Welt ist im Zoo Dortmund gestorben. © Zoo Dortmund/MarcelStawinoga

Die älteste Ameisenbärin der Welt ist im Zoo Dortmund gestorben. Ihr Zustand hatte sich bereits in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert. Ihr Alter ist ein absoluter Rekord.

Dortmund - Das Team des Zoos Dortmund trauert. Die Große Ameisenbärin Sandra, die nächste Woche 28 Jahre alt geworden wäre, ist verstorben. Ihr Gesundheitszustand hatte sich bereits in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert.

EinrichtungZoo Dortmund
Anzahl der Tiere1.500
Tierarten190

Älteste Ameisenbärin der Welt gestorben: Zoo Dortmund trauert um Sandra

Das gesamte Team des Zoos Dortmund trauert. Die Ameisenbärin Sandra, die nächste Woche 28 Jahre alt geworden wäre, ist verstorben. Die am 9. Juni 1994 im Zoo Dortmund geborene Große Ameisenbärin galt als der älteste Ameisenbär der Welt und war eine der bekanntesten und beliebtesten Tierpersönlichkeiten im Zoo Dortmund.

Die Ameisenbärin hatte bereits in den vergangenen Jahren und besonders zuletzt stark abgebaut, nur noch wenig gefressen, sich kaum noch bewegt und an Verstopfung gelitten. Nachdem sich ihr Zustand noch einmal deutlich verschlechtert hatte entschlossen sich die beiden Zootierärztinnen gemeinsam mit dem zuständigen Tierpflegerteam und der Kuratorin, die das europäische und internationale Zuchtbuch für Große Ameisenbären führt, Sandra am Montag dieser Woche zu erlösen und einzuschläfern.

Ameisenbärin Sandra Zoo Dortmund
Ameisenbärin Sandra Zoo Dortmund © Zoo Dortmund/Marcel Stawinoga

Gesundheitszustand schwankend mit Hoffnungsschimmern

Ihrem Alter entsprechend erhielt Sandra die tiermedizinisch und tierpflegerisch beste Betreuung. Im März wurde eine altersbedingte Herzschwäche diagnostiziert und Sandra erhielt regelmäßig ein Herzmedikament. Anfang April litt Sandra dann unter Verstopfung, sie schlief noch mehr als üblich und fraß nur wenig.

Zunächst konnte sie erfolgreich behandelt werden. Die Ameisenbärin hatte Mitte April wieder einen guten Appetit und mehr Freude an der Bewegung. Mitte Mai baute Sandra dann allerdings wieder ab und es kam erneut zu einer Verstopfung. Nach intensiver tiermedizinischer Behandlung zur Anregung der Verdauungstätigkeit und durch viel Hingabe der Tierpfleger setzte Sandra zwar Kot ab, zeigte aber dennoch keinen Appetit mehr und wollte am Ende so gut wie gar nicht mehr aus ihrem Schlafkorb aufstehen.

Frühe und enge Bindung zu den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Zoos Dortmund

Da ihre Mutter Para nicht genug Milch gab, wurde Sandra mit der Flasche aufgezogen und von den Tierpflegern direkt auf dem Rücken ihrer Mutter gefüttert. Auf diese Weise konnten Mutter und Tochter zusammen bleiben und viele der Mitarbeitern des Zoos Dortmund kannten Sandra von Geburt an und nahmen Anteil an ihrer Entwicklung. Die Revierleiterin im Südamerika-Revier, Ilona Mayer, zog die Ameisenbärin damals gemeinsam mit ihren Kollegen mit der Flasche auf und betreute sie bis zu ihrem Tod.

Aufgrund ihres frühen und intensiven Kontaktes mit Menschen war Sandra ein sehr Ameisenbär und überschritt die natürliche Lebenserwartung eines Großen Ameisenbären dabei bei weitem. Ein wild lebender Großer Ameisenbär wird nämlich nicht viel älter als zwölf Jahre. Für Große Ameisenbären in menschlicher Obhut wird in der Literatur häufig ein Höchstalter von 16 Jahren angegeben. Auch außerhalb der Zoo-Welt konnte Sandra viele Menschen für Ameisenbären begeistern.

„Mit Sandra verliert der Zoo eine tolle Ameisenbärin“, heißt es aus dem Zoo. Mit ihr verbindet das gesamte Zoo-Team viele schöne Erinnerungen. Zuvorderst ihre Tierpflegern freuen sich, dass sie eine so bereichernde gemeinsame Zeit mit ihr verbringen durften. Sie sind sehr stolz, dass sie knapp 28 Jahre lang die dann am Ende älteste Große Ameisenbärin der Welt im Zoo Dortmund beherbergen und Sandra ein so langes Leben bieten konnten.

Einen ganz anderen Rekord erreichte eine Schildkröte: Das Tier wurde seit 30 Jahren vermisst - sie überlebte in einer Kiste. (Lisa Aretz)

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