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25-Jähriger stirbt im Polizeigewahrsam - Spuren von Drogen im Blut

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Von: Kristina Köller

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Polizeigewahrsam
Ein 25-Jähriger ist in Wuppertal (NRW) im Polizeigewahrsam gestorben. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen nicht vor. (Symbolfoto) © Marius Becker/dpa

Ein 25-jähriger Mann ist im Gewahrsam der Polizei in Wuppertal gestorben. Nun äußert sich die Staatsanwaltschaft Wuppertal zu Spuren verschiedener Drogen in Blut und Urin des Mannes.

Update vom 3. Dezember, 14.48 Uhr: Ein Mann (25), der im November in Wuppertal im Polizeigewahrsam gestorben ist, hatte vor seinem Tod verschiedene Drogen genommen. Wie die Wuppertaler Staatsanwaltschaft mitteilte, fand man in seinem Blut beziehungsweise Urin Spuren von Amphetaminen, Kokain und Cannabis. Zudem habe der Mann an einer Herzschwäche durch ein krankhaft vergrößertes Herz gelitten. Diese Kombination sei „latent lebensgefährlich“ gewesen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag. Der WDR hatte zuvor berichtet.

Die Obduktion hatte bereits im November ergeben, dass der Mann an einer Grunderkrankung im Zusammenwirken mit seinem Drogenkonsum gestorben sei. Details wurden damals noch nicht mitgeteilt. Die Angaben zu den Drogen stammen nun aus einem Zwischenbericht von Experten der Uniklinik Düsseldorf. Alkohol hatte der junge Mann demnach kaum im Blut: Nur 0,01 Promille.

Der Drogen-Mix könnte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft aber das aggressive Verhalten des 25-Jährigen gegenüber der Polizei erklären. Der Grieche hatte laut Polizei seine Schwester verletzt und auf der Straße auf ihr gelegen, als ein Taxifahrer die Polizei um Hilfe gebeten habe. Der Täter sei überwältigt und festgenommen worden, habe dabei enormen Widerstand geleistet und sogar seine Handschellen verbogen.

Der junge Mann randalierte laut den Ermittlungen in der Polizeizelle weiter und verlor nach seiner Blutentnahme das Bewusstsein. Mehrere Ärzte und die Polizisten hätten vergeblich versucht, sein Leben zu retten. Der griechische Generalkonsul hatte sich eingeschaltet und sich bei der Staatsanwaltschaft nach den Umständen des Falls erkundigt. Die Schwester des Toten hat die Polizisten angezeigt. Ob gegen die beteiligten Beamten ein Verfahren eingeleitet wird, ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht entschieden.

Wuppertal (NRW): 25-jähriger stirbt im Polizeigewahrsam - Erstberichterstattung

[Erstmeldung, 7. November] Wuppertal - In den Morgenstunden des Montags (01. November) ist ein 25-jähriger Mann im Polizeigewahrsam der Polizei Wuppertal (NRW) gestorben. Sofort eingeleitete Reanimationsversuche schlugen fehl. Davon berichten die Staatsanwaltschaft Wuppertal und die Polizei Hagen.

Aus der Mitteilung geht hervor, was dazu geführt haben soll, dass der 25-Jährige in Gewahrsam genommen wurde, und was dort passierte.

Gegen 5.20 Uhr wurde demnach eine Streifenwagenbesatzung der Wuppertaler Polizei durch das Handzeichen eines Taxifahrers auf streitende Personen aufmerksam gemacht. Diese befanden sich zunächst als Fahrgäste in dem Taxi. Bei den Streitigkeiten kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einem Mann und einer Frau, bei der die Frau verletzt wurde, so Polizei und Staatsanwaltschaft.

Im weiteren Verlauf wurde demnach bekannt, dass es sich bei dem 25-jährigen Mann und der 34-jährigen Frau um Geschwister handelt.

Noch vor der eigentlichen Sachverhaltsaufnahme griff der 25-Jährige dem Bericht zufolge plötzlich eine Polizeibeamtin an und versuchte, sie zu Boden zu reißen. Der danebenstehende Polizeibeamte versuchte daraufhin den Angreifer ebenfalls zu Boden zu bringen und zu fesseln.

Wuppertal (NRW): 25-jähriger greift Polizisten an

„Dagegen wehrte sich der Mann massiv, in dem er um sich trat und versuchte die Einsatzkräfte zu schlagen. Nur mit Unterstützungskräften gelang es, den renitenten 25-Jährigen zu fesseln und in das Polizeigewahrsam der Polizei Wuppertal zu bringen. Bei der Ingewahrsamnahme wurden zwei Polizeibeamte leicht verletzt“, schildern Polizei Hagen und Staatsanwaltschaft Wuppertal das weitere Geschehen.

Da sich Hinweise darauf ergaben, dass der 25-Jährige unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol steht, entnahm ihm ein Arzt in den Räumlichkeiten des Polizeigewahrsams eine Blutprobe. Im Verlauf der Blutprobenentnahme verlor der Mann plötzlich das Bewusstsein und wurde reanmiationspflichtig, heißt es weiter.

Wuppertal (NRW): Reanimation erfolglos - 25-Jähriger tot

„Die Reanimation wurde zunächst durch den anwesenden Arzt vorgenommen und im Anschluss durch einen Notarzt des Rettungsdienstes fortgesetzt. Leider blieb die Reanimation erfolglos“, so die traurige Nachricht.

Eine Obduktion des Verstorbenen am 3. November ergab laut Polizei und Staatsanwaltschaft „keinerlei Hinweise auf ein todesursächliches Fremdverschulden oder eine todesursächliche Gewalteinwirkung“. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte eine internistische Grunderkrankung im Zusammenwirken mit einem Drogenkonsum den Tod herbeigeführt haben.

Ein bereits am vergangenen Montag eingeleitetes Todesermittlungsverfahren wird aus Neutralitätsgründen durch das Polizeipräsidium Hagen geführt. Dieses Verfahren richtet sich nicht gegen die eingesetzten Polizeibeamten, heißt es. Darüber hinaus wird durch die Staatsanwaltschaft Wuppertal derzeit gegen eine unbekannte Person ermittelt, welche dem 25-Jährigen die konsumierten Drogen zur Verfügung gestellt hat. - Mit Material von dpa

Im Märkischen Kreis kam es in der Nacht zu einem stundenlangen Einsatz der Polizei. Das SEK stürmte eine Wohnung und überwältigte einen Mann.

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