Experten reden von "erlerntem Verhalten"

Neuer Wolfsangriff in NRW! Gehen die toten Schafe auf das Konto der Wölfin?

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Gibt es jetzt einen vierten Wolf?

Bereits 20 Angriffe auf Nutztiere werden der Wölfin aus Schermbeck zugeschrieben. Jetzt wurden Tiere in einer neuen Region gerissen. Ist die Wölfin weitergezogen, um ein neues Gebiet unsicher zu machen?

Drei jüngere Attacken mit verletzten und toten Schafen im Kreis Wesel gehen nach Angaben des Landesumweltamts (Lanuv) auf das Konto eines Wolfes. Die genetische Untersuchung von Speichelproben ergab demnach, dass ein Wolf im Juni und Juli die Schafe angegriffen hat.

Ob es die Wölfin war, die sich vor einem Jahr im Wolfsgebiet Schermbeck zwischen dem nördlichen Ruhrgebiet und dem Münsterland angesiedelt hat, müssten weitere Untersuchungen durch das Forschungsinstitut Senckenberg zeigen.

Wolf in NRW

Dieser Wölfin werden bisher rund 20 Angriffe auf Nutztiere zugerechnet. Bemerkenswert ist für den Naturschutzbund Nabu, dass der Wolf dabei entgegen seines üblichen Verhaltens auch über Zäune gesprungen sei, wie Nabu-Sprecherin Birgit Königs am Mittwoch sagte. "Normalerweise springen Wölfe nicht über Zäune. Das ist erlerntes Verhalten", sagte Königs.

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Fraglich sei aber, ob der Zaun tatsächlich wolfssicher war und unter Strom stand. Es müsse geklärt werden, ob alle Kriterien eines bestmöglichen Herdenschutzes erfüllt waren, sagte Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann. Erst dann könne man bewerten, "ob ein Wolf ein Verhalten zeigt, was er nicht zeigen soll".

Wie geht's weiter?

Dann könnten am Ende Vertreibung oder Abschuss des streng geschützten Tieres stehen. Priorität hätten aber Herdenschutz-Maßnahmen. In NRW leben seit 2018 drei einzelne Wölfe: in der Gegend um Schermbeck, in der Senne bei Bielefeld sowie im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel. -dpa

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