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Immer mehr Wolf-Angriffe auf Ponys in NRW - Land reagiert

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Von: Alexander Schäfer

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Der Wolf ist seit 2018 wieder heimisch in Nordrhein-Westfalen – und macht immer größere Probleme. So kam es in 2021 zu vielen Übergriffen. Das Land NRW reagiert.

Düsseldorf - Seit 2018 zählte das NRW-Umweltministerium landesweit 144 durch Wölfe getötete Tiere. Nun erweitert das Land zum Schutz von Weidetieren in Wolfsgebieten seine Förderrichtlinie. Ab 2022 werden in dem besonders betroffenen Wolfsgebiet Schermbeck am unteren Niederrhein Schutzmaßnahmen auch für Kleinpferde (Ponys), Fohlen und Jungpferde finanziell gefördert.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerung17,93 Millionen

Wolf in NRW: Viele Angriffe auf Tiere - Land reagiert

Zudem wird ab dem kommenden Jahr die Landwirtschaftskammer NRW die Prüfung und Förderung von Herdenschutzmaßnahmen vollständig übernehmen. Bisher waren jeweils die räumlich zuständigen Bezirksregierungen mit eingebunden.

„Es bleibt unser Ziel, Herden- und Artenschutz in Einklang zu bringen“, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Dennoch will die Ministerin auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes eine Wolfsverordnung ähnlich wie in Niedersachsen auf den Weg bringen, um beim Thema Entnahme eines Tieres „für klare Verhältnisse“ zu sorgen.

Sorgen bereitet den Verantwortlichen vor allem das Wolfsrudel im Wolfsgebiet Schermbeck. Allein hier gab es 18 Übergriffe, seit Oktober wiederholt auf Kleinpferde. Ein in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten kam im November zu dem Ergebnis, dass zumutbare Alternativen wie eine wolfsabweisende Zäunung, die bisher unzureichend genutzt wurden, vorhanden sind. Damit sei eine Entnahme von Wölfen nicht rechtssicher möglich. Das will die Landesregierung nun ändern und hofft dabei auf eine Mehrheit im Landtag.

Wolf in NRW: Rudel in Schermbeck bereitet Sorgen

Kritik übte bereits nach Bekanntgabe des Gutachtens Markus Diekhoff, der Sprecher für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft der FDP-Landtagsfraktion. „Die Ergebnisse des Gutachtens sind für die Weidetierhalter vor Ort nur schwer zu ertragen. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass besonders verhaltensauffällige Wölfe, wie Gloria, in einer so dicht besiedelten Region wie Nordrhein-Westfalen nicht entnommen werden dürfen“, so Dieckhoff.

Wölfe breiten sich in Deutschland aus
Der Wolf ist seit 2018 wieder heimisch in Nordrhein-Westfalen – und macht immer größere Probleme. © Swen Pförtner/dpa

Die Umweltministerin stellte die Frage der Verhältnismäßigkeit. „Dass der Wolf zu schützen ist, steht außer Zweifel. Aber ab welcher Größenordnung sind millionenschwere Ausgaben unverhältnismäßig?“ Hier müsse der Bund mehr Klarheit schaffen, die Formulierungen im Koalitionsprogramm seien sehr vage.

Wolf in NRW: Kosten für Schutzmaßnahmen

Die Kosten für Schutzmaßnahmen und Beratungspersonal werden, so Heinen-Esser, in Zukunft deutlich höher. Dabei seien die 1,6 Millionen Euro in NRW bundesweit bereits jetzt die zweithöchste Summe, die ein Bundesland für Prävention und Entschädigung ausgegeben habe. Noch eine Zahl: In 2020 wurden bundesweit 942 Übergriffe von Wölfen auf Haus- und Nutztiere registriert, die meisten in Niedersachsen und Brandenburg.

Die Service-Hotline der Herdenschutzberatung bei der Landwirtschaftskammer NRW lautet 0 29 45/98 98 98.

Ist das ein Wolf? Aufnahmen einer Wildtierkamera zeigen ein hundeähnliches Tier. Seitdem wird spekuliert, ob ein Wolf durch den Märkischen Kreis streift. Eine Kamera in Köln machte ein Foto eines durch Ehrenfeld streifenden Wolfes. *come-on.de und 24RHEIN sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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