Achtung, Betretungsverbote!

Schnee-Touristen stürmen Winterberg: So geht‘s nach dem Chaos-Wochenende im Sauerland weiter

Winterberg ist am Wochenende ins Chaos versunken - aber wie geht es nach dem Touristen-Ansturm weiter? Die Stadt im Sauerland hat scharfe Kontrollen angekündigt.

  • Der Schnee lockt aktuell viele Touristen ins Sauerland nach Winterberg.
  • Die Stadt formuliert den dringenden Appell, wegen der Corona-Lage auf die Anreise zu verzichten.
  • Doch alle Aufrufe wirken nicht: Winterberg wird trotz strengerer Maßnahmen überlaufen.

Update vom 4. Januar, 16.50 Uhr: Endlich wird es ruhiger in Winterberg - zumindest laut Stadt und Polizei. 52 Verstöße gegen die Maskenpflicht und das Betretungsverbot hätte man am Montag festgestellt, dazu zwölf Verstöße gegen die Kontaktbeschränkung. Insgesamt habe es wenig Verkehr rund um Winterberg gegeben - an den Tagen zuvor war bereits vormittags Stau auf der B480.

Am Wochenende sind der Polizei zusätzlich zum allgemeinen Touristen-Ansturm viele Verkehrsunfälle mit Sachschäden, die im Zusammenhang mit dem Verkehrschaos rund um Winterberg standen, gemeldet worden. Darüber hinaus wurden Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung an Autos und Beleidigungen erstattet.

StadtWinterberg
Fläche147,9 Quadratkilometer
BürgermeisterMichael Beckmann
Bevölkerung13.710

Update vom 3. Januar, 17.30 Uhr: Wieder müssen die Stadt Winterberg und die Polizei im Hochsauerlandkreis ein ernüchterndes Fazit ziehen. Trotz der Betretungsverbote vieler Skipisten und die Schließung der Parkplätze hatten sich wieder viele Tagestouristen auf den Weg nach Winterberg gemacht. Schon am frühen Vormittag mussten Zufahrtsstraßen, einschließlich der Bundesstraßen, nach Winterberg gesperrt werden. Viele Ausflügler ignorierten das Betretungsverbot. Sie wurden gezielt angesprochen und von der Piste begleitet.

Die Einsatzkräfte der Stadt Winterberg und der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis schritten konsequent bei festgestellten Verstößen ein. Das ist die Bilanz des Sonntags:

  • 150 Verwarngelder wegen Parkverstößen
  • 26 Verwarngelder für Verkehrsverstöße
  • 3 Ordnungswidrigkeitenanzeigen für Verkehrsverstöße
  • 63 Platzverweise
  • 6 Verstöße gegen die Maskenpflicht
  • 19 Verstöße gegen das Betretungsverbot
  • 5 Verstöße gegen Kontaktbeschränkung
  • 2 Strafanzeigen wegen Körperverletzung

Winterberg/Schnee: Ausflugsziele wieder komplett überlaufen

Update vom 3. Januar, 15.10 Uhr: Der schlimmste Ansturm auf Winterberg scheint überstanden zu sein. Die Verkehrslage in der Stadt beruhigt sich, bestätigte die Polizei dem WDR am Sonntagnachmittag. Beim Rückreiseverkehr zur A46 stockt der Verkehr noch auf der B480. Andere Ortsein- und ausfahrtsstraßen wie die L740 und B236 sind wieder weitgehend frei. Dafür kam es am Wochenende beim Rückreiseverkehr auf der A445 zu gleich mehreren Unfällen.

Update vom 3. Januar, 11.36 Uhr: Das ging schnell. Soeben teilte die Polizei via Twitter mit: „Winterberg muss abgesperrt werden.“ Demnach würden nun folgende Straßen rund um den Wintersportort im Sauerland gesperrt: die B480 Richtung Innenstadt, die B480 Richtung Bremberg, die B480 vom Kreisverlehr in Richtung Innenstadt, die Hochsauerlandstraße in Richtung Innenstadt, die B480 ab dem Abzweig zur L740 in Richtung Winterberg und die Straße „Im Orketal“. Der eindringliche Appell der Polizei an alle Autofahrer auf dem Weg ins Sauerland lautet: „Bitte umkehren!“

Ein Blick in die Umgebung von Winterberg: Auch dort wird es immer voller, sodass die Polizei ebenfalls Straßen gesperrt hat. Das Skigebiet in Sundern-Wildewiese sei komplett überlaufen, sodass dort keine weitere Zufahrt möglich sei. Und auch in Willingen werde es voll. Dort habe die Polizei in diesen Minuten die B251 von Brilon in Richtung Hessen gesperrt, weil die Gebiete vollgelaufen seien.

Autofahrer, die aus dem Ruhrgebiet kommen und nun in Winterberg im Verkehrschaos stehen, können zumindest nicht behaupten, dass sie von der derzeitigen Situation im Sauerland nichts gewusst hätten: Bereits im Ruhrgebiet, auf der Autobahn A40 zwischen Bochum und Dortmund, heißt es auf mehreren Hinweistafeln: Skigebiet Winterberg gesperrt! 

Winterberg: Verschärfte Maßnahmen helfen nicht - Verkehr nimmt zu

Update vom 3. Januar, 11.15 Uhr: Auch die am Samstag verhängten Betretungsverbote für einige Teile von Winterberg scheinen die Schnee-Touristen nicht davon abzuhalten, für einen Ausflug ins Sauerland zu fahren. Am Sonntagvormittag sei erneut ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu beobachten, wie Polizeisprecher Sebastian Held im Gespräch mit der Redaktion erklärte.

Straßen seien noch nicht gesperrt, die Polizei behalte sich allerdings Sperrungen vor, falls der Verkehr wieder ähnliche Ausmaße annehme wie am Samstag. Auf der B480, der Hauptzufahrtsstraße nach Winterberg, gibt es nach Angaben des WDR bereits zwei Kilometer Stau. Zudem seien vereinzelt Menschen auf den Skipisten in Winterberg unterwegs, obwohl für diese seit Samstag ein Betretungsverbot gilt, wie Held berichtete. Die Polizei weise diese auf die Sperrung hin und verweise sie der Pisten.

Winterberg macht dicht: Stadt verschärft Maßnahmen drastisch - Betretungsverbote!

Update vom 2. Januar, 18.57 Uhr: Wie auch schon in den vergangenen Tagen schienen viele Schnee-Touristen am Samstag die dringenden Appelle von der Stadt Winterberg und der Polizei nicht zu beachten und reisten in das verschneite Sauerland. Die Folge: Alle Skigebiete im Hochsauerlandkreis waren überlaufen. Die Städte Sundern und Schmallenberg sperrten ihre Skigebiete oder deren Zufahrten, die Polizei sperrte die Bundesstraße 480 - Winterberg wurde so quasi abgeriegelt. Für die nächsten Tage wurden weitere Maßnahmen angekündigt - unter anderem ein Betretungsverbot für bestimmte Pisten und Parkplätze.

In einer gemeinsamen Mitteilung von Winterberg und der Polizei heißt es, dass die Stadt ab morgen, Sonntag, 3.1., bis zum 10. Januar ein Betretungsverbot für folgende Bereiche erlassen hat: Pisten in Altastenberg, Neuastenberg, Niedersfeld, Winterberg, Züschen und die dazugehörigen Parkplätze sowie der Bereich rund um den Kahlen Asten und der Großraumparkplatz Bremberg.

„Bleiben Sie zuhause“, lautet erneut der dringende Appell mit Blick auf die nächsten Tage.

Winterberg von Besuchern überrannt: Polizei ahndet zahlreiche Verstöße gegen Corona-Regeln

Zahlreiche Kräfte der Bereitschaftspolizei sowie der Reiterstaffel unterstützen heute die Polizeibeamten im Sauerland dabei, dem enormen Besucherandrang Herr zu werden. Die Bilanz:

  • 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht,
  • 94 Verstöße gegen Kontaktbeschränkung,
  • 3 Verstöße gegen Verzehr innerhalb von 50 Metern der Verkaufsstelle
  • und 1 Verstoß gegen das geltende Alkoholverbot in der Öffentlichkeit.

„Leider mussten auch zwei Strafanzeigen geschrieben werden. In einem Fall wurde versucht Einsatzkräfte zu bespucken und in dem anderen Fall wurden Einsatzkräfte beleidigt“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von der Polizei und der Stadt Winterberg.

Wieder Chaos in Winterberg: Schnee-Touristen überfluten das Sauerland - noch immer lange Staus auf den Straßen

Update vom 2. Januar, 17.50 Uhr: Noch immer sind die Straßen im Sauerland rund um Winterberg dicht. Die Sperre der Hauptzufahrtsstraße nach Winterberg, der B 480, ist am späten Nachmittag wieder aufgehoben worden. Trotzdem staut es sich auf den Straßen laut dem WDR Verkehrsservice auf rund 20 Kilometer rund um Winterberg.

Update vom 2. Januar, 14.31 Uhr: Winterberg und die umliegenden Straßen sind dicht. Die Polizei hat soeben die B 480 ab Ruhrquelle kurz vor Winterberg gesperrt. Es ist zu voll, der Verkehr wird abgeleitet. „Winterberg kann über diesen Weg nicht mehr erreicht werden“, schreibt die Polizei auf Twitter.

Winterberg im Schnee: Skigebiete laufen am Samstag wieder voll - Polizei rät: „Dreht um“

Update vom 2. Januar, 13 Uhr: Mittlerweile sind alle Parkplätze in den Skigebieten belegt, die Region läuft voll. Die Polizei appelliert deshalb auf Twitter dringend: „Dreht um. Kommt nicht in die Skigebiete.“ Auf Anfrage bestätigt ein Sprecher der Polizei, dass der Andrang im Sauerland heute wieder deutlich größer sei als an Neujahr.

Der Ansturm von Tagestouristen beschränke sich nicht nur auf Winterberg, sondern auch auf die umliegenden Gebiete, in denen Schnee liegt. In Schmallenberg sind mittlerweile erste Zufahrten zu den Skigebieten gesperrt. In Sundern müsse die Polizei aktuell Amtshilfe für das Ordnungsamt leisten, so der Sprecher.

Erneut ist es in der Region zu einem Verkehrs-Chaos gekommen. Der WDR meldet mittlerweile 15 Kilometer Stau auf der B480 nach Winterberg. Auch auf der A46 staut es sich bereits in Richtung Brilon.

In Winterberg kontrolliert die Polizei heute und morgen die Einhaltung der Maskenpflicht, Unterstützung kommt von der Bereitschaftspolizei. Laut Stadt wurden bereits Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Coronaschutzmaßnahmen geschrieben. Eine Bilanz des Einsatzes wollen Polizei und Stadt am Abend ziehen.

Winterberg im Schnee: Wieder großer Andrang in Skigebieten

Update vom 2. Januar, 11.10 Uhr: Auch am Samstag fahren offenbar wieder etliche Tagestouristen nach Winterberg. Die Polizei meldet erste Staus. Zudem kündigten die Beamten an, die Stadt Winterberg heute und morgen bei der Durchsetzung der Maskenpflicht und der Coronaschutzverordnung zu unterstützen. Zudem seien Kräfte der Bereitschaftspolizei im Einsatz, teilte die Polizei im HKS auf Twitter mit.

Laut WDR staut es sich aktuell erneut auf der B 480 zwischen dem Anschluss an die A46 und Winterberg. Zehn Kilometer Stau und stockender Verkehr sind dort gemeldet, es dauert bis zu 20 Minuten länger.

Update vom 1. Januar, 15.45 Uhr: Der Ansturm auf Winterberg ist an Neujahr im Rahmen geblieben. Straßen.NRW meldete am Freitag erhöhtes Verkehrsaufkommen auf der B480, die ganz großen Massen an Tagestouristen sind aber nicht im Sauerland angekommen.

Update vom 1. Januar, 12.45 Uhr: An Neujahr sind die Straßen nach Winterberg noch frei: Vielleicht haben die Appelle und erweiterten Kontrollen dafür gesorgt, dass der Touristen-Ansturm auf das Sauerland langsam abnimmt, besonders weil für das Wochenende in vielen Städten und Kreisen in NRW Schnee gemeldet wurde. Auch an anderen beliebten Orten im Sauerland sorgt der verlockende Schnee für Touristen-Chaos. Verbote werden ignoriert.

Winterberg appelliert weiterhin, möglichst den Besuch in die beliebte Kleinstadt im Sauerland auf später zu verschieben: „Rodellifte und Skilifte sind geschlossen. Die Hütten und Toiletten sind geschlossen. In der Stadtmitte sind nur die öffentlichen Toiletten geöffnet. Es gibt keine Einkehr- oder Aufwärmmöglichkeiten. Shopping fällt aus und alles, was uns sonst Spaß macht und uns den Tag verschönert, muss im Lockdown geschlossen bleiben“, heißt es auf der Homepage.

Update vom 31. Dezember, 9.30 Uhr: In einem Facebook-Post hat Bürgermeister Michael Beckmann für einen respektvollen Umgang geworben. Was in den vergangenen Tagen in Winterberg los war, sei „eine Extrem-Situation, die mit keinem guten Wintersport-Wochenende zu vergleichen ist in den vergangenen 20 Jahren!“ Er dankt den Winterbergern für die konstruktive Kritik, die ihn über die sozialen Netzwerke erreicht habe; erhalten habe er aber auch viele Stimmen, die die „Ebene der Sachlichkeit verlassen und zum Teil unter die Gürtellinie gehen.“

Er wisse, schreibt Beckmann, „dass das Nervenkostüm nach einem Jahr Corona oft nicht das stabilste ist und ich weiß und akzeptiere, dass man sich manchmal einfach den Frust ungeachtet der Tatsache, ob Stadt und Bürgermeister die im Post geforderten Maßnahmen überhaupt rein rechtlich umsetzen dürfen, von der Seele schreibt.“

Update vom 30. Dezember, 20.45 Uhr: Der Bürgermeister von Winterberg, Michael Beckmann (CDU), hat nach eigenem Bekunden versucht, beim Land ein Ausflugsverbot für Tagestouristen nach dem Vorbild Mecklenburg-Vorpommerns zu erwirken. Der Rheinischen Post sagte er, man habe ihm im Gesundheitsministerium gesagt, „dass das nicht geht. Das gibt die Corona-Schutzverordnung von NRW nicht her.“ Die Stadt habe die Möglichkeit, ihre Straßen zu sperren. Das bringe aber nichts, da sich der Verkehr auf den Bundesstraßen staue.“ Dazu komme, dass so ein Ausflugsverbot praktisch nicht zu kontrollieren sei. „Man müsste dann jedes einzelne Auto anhalten und überprüfen, ob die Insassen aus Winterberg kommen, Verwandte besuchen oder Tagesurlauber sind.“

Update vom 30. Dezember, 15.43 Uhr: In Winterberg gibt es aktuell verstärkte Kontrollen und Einschränkungen bei Parkangeboten. Trotzdem hat sich der Touristen-Ansturm - hauptsächlich von Tagesausflüglern - auf das verschneite Winterberg im Sauerland am Mittwoch nur leicht verringert.

„Es sind nur etwas weniger als am Dienstag“, sagte eine Stadtsprecherin mit Blick auf die Besucherzahlen. Die Stadt erneuerte ihre Aufforderung, wegen der Corona-Pandemie auf Besuche zu verzichten. Dass der Andrang der Menschen sich lockert, sei im Augenblick nicht zu erwarten. Erst wenn kein Schnee mehr liegt oder die Schulferien vorüber sind, werde die Zahl der Ausflügler tatsächlich purzeln, befürchtet die Sprecherin der Wintersport-Arena Sauerland, Susanne Schulten.

Bei der Anreise nach Winterberg habe es am Morgen zeitweise einen Rückstau auf der Autobahn gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Zwischenfälle bei den Kontrollen auf Park- oder Maskenverstöße seien aber vorerst nicht gemeldet worden.

Winterberg im Schnee: Wieder Stau im Sauerland - und das für „stillstehende Lifte und unpräparierte Pisten“

Update vom 30. Dezember, 12.41 Uhr: Die Maßnahmen der Kleinstadt Winterberg - vor allem mehr Kontrolle und weniger Parkplätze - greifen ab heute. Winterberg droht mit Bußgeldern und Strafen bei Verstößen. Außerdem hat das beliebte Ausflugsziel im Sauerland einige Antworten auf wichtige Fragen veröffentlicht.

Von der Gemeinde heißt es nach den besucherreichen vergangenen Tagen: „Bitte überlege Dir, ob Du Deinen Winterberg-Moment nicht für später aufbewahren willst, wenn’s wieder ein echtes Erlebnis ist und wir uns für Dich von unserer besten Seite zeigen können.“ Zwischen den Jahren nutzen viele die Zeit für einen Tagesausflug in den Schnee. Auf der wichtigsten Zufahrt nach Winterberg staut sich auch am Mittwoch wieder: Die B480 ist bereits rot auf der Karte von Verkehr.NRW.

Gäste erwartet in Winterberg laut Gemeinde: „Auf Hin- und Rückwegen viel Stau, keine Möglichkeiten zur Toilette zu gehen, kaum Parkplätze, stillstehende Lifte und unpräparierte Pisten, geschlossene Türen von Einzelhandel und Gastronomie, auch der Verleihe und Hütten.“

Und auch in den umliegenden Städten ergreifen Ordnungsämter Maßnahmen. Die Stadt Herscheid hat auf die vielen parkenden Autos auf der Landstraße L707 reagiert. Da die Autos dort den Verkehr beeinträchtigen und insbesondere dem Winterdienst seine Arbeit erschweren, gibt es dort neuerdings ein Halteverbot*, was viele hart treffen wird, die einen Schnee-Ausflug geplant haben.

Winterberg im Schnee: Nach Chaos im Sauerland - Jetzt greift die Stadt hart durch

Update vom 29. Dezember, 16.56 Uhr: Die Stadt Winterberg hat mit einem ganzen Maßnahmenkatalog auf das Chaos der vergangenen Tage reagiert. „In 20 Jahren hat es so ein Verkehrsaufkommen noch nicht gegeben“, so Winterbergs Bürgermeister Michael Beckmann in einer Mitteilung von Dienstagnachmittag.

Es sei nun angeraten, alle „unter Einhaltung der Rechtslage notwendigen Schritte“ zu ergreifen - auf allen Behörden-Ebenen, heißt es weiter. „Es geht hier insbesondere um den Schutz der Gesundheit in Sachen Corona, bei den zum Teil chaotischen Verkehrsverhältnissen geht es aber auch und gerade um die Sicherheit der Einheimischen und der Gäste.“

Die Stadt Winterberg möchte ab sofort alle Möglichkeiten, die eine Stadtverwaltung hat, restlos ausreizen. So sollen alle verfügbaren Mitarbeiter der Stadt und der Winterberg Touristik und Wirtschaft (WTW) für das Ordnungsamt im Stadtgebiet unterwegs sein, um Verstöße zu ahnden und zu sanktionieren. „Auch durch die Einbindung von privaten Sicherheitsdiensten wird die Präsenz weiter erhöht“, heißt es in der Mitteilung weiter. Ebenso will die Polizei die Zahl der Einsatzkräfte deutliche erhöhen.

Neben Personalaufstockung möchte die Stadt Winterberg auch ihre Parkplatzkapazitäten erheblich beschränken. Allerdings „mit Augenmaß“, um ein Ausweichen auf andere Flächen zu verhindern. „Verhindern möchten wir zudem, dass die Menschen wild durch unsere Natur streifen und Schäden anrichten. Deshalb sehen wir derzeit davon ab, Flächen zu sperren“, so Beckmann.

Chaos in Winterberg: Maskenpflicht wird ausgedehnt - Feuerwerksverbot

Auch soll die Maskenpflicht auf viele Bereiche des Stadtgebietes Winterberg ausgedehnt werden. – die genauen Bereiche sollen am Mittwoch bekanntgegeben werden. Außerdem wird es ein Feuerwerksverbot an Silvester an der Unteren Pforte geben. „Wir dürfen keine Straßen sperren oder Einreiseverbote verhängen als Stadt, das kann aktuell nur das Land. Sie können aber sicher sein, dass wir nicht nur alle Möglichkeiten als Kommune ausreizen, sondern gemeinsam mit den Land die nächsten Schritte angehen.“

Winterbergs Bürgermeister kündigte zudem Kontrollen von Ferienwohnungen an, die aktuell entgegen der Coronaschutz-Verordnung vermietet werden. „Wir werden hier den maximalen Rahmen ausschöpfen“, so Bürgermeister Beckmann mit Blick auf die Bußgelder von bis zu 5000 Euro für die Vermieter und 500 Euro für Gäste.

Winterberg im Schnee: Chaos im Sauerland - Jetzt meldet sich Laschet zu Wort

Update vom 29. Dezember, 16.27 Uhr: Die Stadt Winterberg will noch heute ein Konzept gegen das Chaos durch die vielen Touristen im Sauerland vorstellen. Auch Warstein meldet viele Besucher im Schnee: Parkplätze sind bereits voll belegt.

Die Touristen-Anstürme sorgen bundesweit für Diskussionen. Auch Jan Böhmermann, Satiriker und Moderator von ZDF Magazin Royale äußert sich zu Winterberg:

Update vom 29. Dezember, 14.07 Uhr: Jetzt hat sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet zur Situation in Winterberg geäußert: „So schön Winterberg ist - Jetzt nicht!“, twitterte er zunächst. Dann wurde er heute noch deutlicher: „Große Menschenansammlungen erhöhen das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Pandemie“, mahnte er am Dienstag in Düsseldorf. „Mein Appell lautet daher: Bleiben Sie zu Hause!“

Chaos in Winterberg: Stadt im Sauerland mit erneutem Appell

Update vom 29. Dezember, 11.33 Uhr: Am dritten Tag in Folge hat die Stadt Winterberg im Sauerland an Tagesausflügler appelliert, nicht zu kommen. „Bitte überlege, ob eine Anreise wirklich erforderlich ist“, schrieb der beliebte Wintersportort auf seiner Homepage: „Aufgrund der hohen Nachfrage ist mit kilometerlangen Staus zu rechnen.“ Beim Besuch der Seite werden Interessierte mit den Worten „Weiterhin Pause. Wir bleiben auf Standby“ begrüßt.

Das Gebot des Tages heiße Kontaktvermeidung. „Wir lieben unsere Berge. Ihr auch. Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und zu Menschenaufläufen“, erklärte die Stadt. „Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon! Tu Dir das doch nicht an.“

Die Stadt Winterberg wies darauf hin, dass es keine Einkehr- oder Aufwärmmöglichkeiten gebe. In der Stadtmitte seien nur die öffentlichen Toiletten geöffnet.

Chaos in Winterberg: Volle Straßen rund um das Skigebiet auch am Dienstag

Update vom 29. Dezember, 10.18 Uhr: Die Straßen nach Winterberg sind schon wieder voll. Verkehr.NRW meldet Staus auf der B480 - der wichtigsten Verbindung in das beliebte Skigebiet. Am Montag brach Verkehrschaos aus, weil viele die freie Zeit zwischen den Jahren für einen Tagesausflug ins Sauerland nutzten, um in den Schnee zu fahren. Auf der Homepage der Stadt Winterberg ist folgende Warnung zu lesen: „Aufgrund der hohen Nachfrage ist mit kilometerlangen Staus zu rechnen“. Besucher sollen überlegen, ob eine Anreise „wirklich erforderlich ist“.

Schnee in Winterberg sorgt für Chaos im Sauerland: Stadt richtet drastische Bitte an Touristen

Update vom 28. Dezember, 13.40 Uhr: Die Appelle wirken nicht. Der Schnee in Winterberg und dem Sauerland bleibt offenbar für viele Tagestouristen zu verlockend. Auch am Montag ist wieder ein Verkehrschaos ausgebrochen. Und wieder bittet die Stadt Winterberg darum, nicht in die Region kommen.

Liebe Gäste, die Verkehrssituation spitzt sich derzeit bereits wieder extrem zu“, heißt es am Montagmittag auf der Facebookseite der Stadt Winterberg. „Auch heute bleibt uns nur die Bitte an alle, die sich gerade auf den Weg machen oder schon auf dem Weg zu uns sind, von der Anreise abzusehen. Alle Parkkapazitäten sind erschöpft, die Straßen sind verstopft!“ Hinzu kommt der Hinweis: Das Rodeln an den Liften ist nicht erlaubt - auch wenn es viele Menschen tun. Hütten und Toiletten sind geschlossen.

Beim Skigebiet Wildewiese in Sundern griff die Stadt Sundern am Montag zu noch härteren Maßnahmen. Die Ordnungsbehörde der Stadt sperrte das Gebiet am Mittag ab. Die Anfahrt war nicht mehr möglich, der Verkehr floss nur noch ab.

Schnee in Winterberg: Touristen wollen Rodeln und Spazieren

Winterberg - Wunderschöne Winterwelt in Winterberg: Der Skiort im Sauerland liegt unter einer geschlossenen Schneedecke. Alle Skipisten sind komplett weiß - mit echtem Schnee und keinem Kunstschnee wie in vielen anderen Wintern. Ein Paradies für Skitouristen zum Rodeln und Spazieren. Leider ist wegen Corona in diesem Jahr alles anders. Und am Wochenende hat das der Stadt Winterberg große Probleme bereitet. (News zum Coronavirus in NRW)

Das Wetter in Winterberg hat am Sonntag viele Touristen ins Sauerland gelockt. Das sorgte laut Polizeiangaben für einen Besucheransturm mit Staus und einer Reihe von Verkehrsunfällen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit Bezug auf einen Polizeisprecher berichtet, gab es noch am Sonntagabend viele Verkehrsbehinderungen. Die Einschätzung der Polizei: „Viele Leute und wenig Erfahrung im Umgang mit der weißen Pracht auf der Fahrbahn.“ In diesem Zuge ist es außerdem vermehrt zu Unfällen gekommen. Eine 18-jährige Fahranfängerin aus dem Sauerland krachte in eine Böschung* und wurde dabei schwer verletzt.

Zu groß war offenbar für viele Tagestouristen die Verlockung das passende Wetter und den Schnee im Sauerland zu genießen - einfach zum Spazieren und Rodeln, weil die Skilifte geschlossen sind. Leider waren die meisten Tagestouristen nicht schneesicher. Es habe tatsächlich Autofahrer gegeben, die nicht unbedingt mit der richtigen Bereifung unterwegs gewesen seien bei Schneefall und überfrierender Nässe, so die Polizei. In der Folge habe es eine Reihe von Verkehrsunfällen eher kleinerer Art und auch Leichtverletzte gegeben.

Schnee in Winterberg: Staus, weil zu viele Touristen unterwegs sind

Der WDR musste in seinem Radioprogramm am Sonntag immer wieder Hinweise für alle Touristen geben. Es erging der Aufruf, nicht mehr nach Winterberg zu reisen. Wie so oft an Wochenenden im Winter war wieder einmal die B480 das große Nadelöhr. Die Bundesstraße verbindet die A46 mit der Wintersport-Arena Sauerland. Hier staute sich der Verkehr am Sonntag über zahlreiche Kilometer. Einen ähnlichen Ansturm erlebten auch die Skigebiete im Schwarzwald, berichtet echo24.de*. Dort kam es ebenfalls in vielen verschneiten Orten zu einem echten Verkehrschaos. Ein ähnliches Bild bot sich auf dem Großen Feldweg in Hessen, berichtet merkur.de*. Dort gelte wegen der Tagestouristen eine Sperrung der Zufahrtsstraßen.

In Winterberg war die Situation extrem. Die Tagestouristen suchten im Schnee nach schönen Plätzen zum Rodeln und Spazieren. Es bildeten sich auch im Stadtgebiet lange Staus und viele Parkplätze waren voll. „Es ist derzeit sehr voll in Winterberg, die Parkplätze sind alle belegt und Stau so weit das Auge reicht“, meldete die Stadt Winterberg am Nachmittag auf ihrer Facebookseite.  „Daher haben wir gerade die Besucher über alle Kanäle unserer Touristik darum gebeten umzukehren.“

Schnee in Winterberg: Stadt und Polizei suchen Lösung

Doch wie geht es nun weiter? In NRW sind Ferien, viele Menschen haben Urlaub und wegen Corona viel Zeit. Das Wetter bleibt winterlich, der Schnee lockt weiter zum Rodeln und Spazieren nach Winterberg und ins Sauerland. In dieser Woche wollen daher die Stadt und der Polizei mit dem Landesbetrieb Straßen beraten, welche Maßnahmen man umsetzen könne.

Natürlich spricht auch in Zeiten des Coronavirus nichts gegen einen Spaziergang im Sauerland - doch wenn zu viele Menschen diese Idee haben, ist es kontraproduktiv. Schon Ende November hatte die NRW-Landesregierung verfügt, dass bis auf Weiteres keine Ski-Lifte im Sauerland laufen dürfen. Ein Touristenansturm sollte so vermieden werden. Basis war die Corona-Schutzverordnung, die auf den Weg gebracht worden war. Ski-Lifte gelten als Freizeit-Einrichtungen und die müssen laut Verordnung nicht öffnen.

Fahrzeuge stauen sich die Straße zum Kahlen Asten im Sauerland hinauf. Bereits am Sonntag war es rund um Winterberg zu langen Staus, Unfällen und Verkehrsbehinderungen gekommen.

Winterberg im Schnee: Bürgermeister mit Video-Statement

Auch Bürgermeister Michael Beckmann war vom Ausmaß des Touristen-Ansturms überrascht. In seiner Facebook-Kolumne „Beckmann‘s Woche“ spricht er von einem Verkehr, „den ich so noch nicht erlebt habe“. Man sei vorbereitet gewesen, sagt Beckmann. „Aber wir konnten nicht zu jeder Zeit an jedem Ort sein. Es war eine Mammutaufgabe.“ Polizei und Ordnungsamt seien 48 Stunden im Einsatz gewesen.

Beckmann rechnet damit, dass weiterhin Touristen nach Winterberg kommen, um im Schnee zu spazieren und rodeln. Die Menschen haben nichts zu tun, sagt der Bürgermeister von Winterberg. „Damit müssen wir umgehen.“ Zwar habe Ministerpräsident Armin Laschet dazu aufgerufen, in den Weihnachtsferien daheim zu bleiben. Es ist aber halt auch nicht verboten einen Tagesausflug ins Sauerland zu unternehmen. - *sauerlandkurier.de, come-on.de, merkur.de und echo24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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