Schnee und Kälte gegen das Virus?

Harter Wintereinbruch in NRW: So könnte sich das Wetter auf die Corona-Lage auswirken

In vielen Teilen von NRW liegt massenhaft Schnee. Außerdem ist es eiskalt. Welche Auswirkungen hat das auf die Corona-Lage im Land? Ein Virologe klärt auf.

Hamm - Es ist bitterkalt in Nordrhein-Westfalen, in vielen Teilen des Landes liegt zudem eine Menge Schnee. Das sorgte in den vergangenen Tagen für Chaos auf den Straßen. Die Polizei bat die Menschen, das Auto stehen zu lassen. Auch von Waldspaziergängen wurde abgeraten. Und die Corona-Lage in NRW? Die scheint sich weiterhin zu entspannen. Das Extremwetter kann im Kampf gegen das Virus ein Vorteil sein, sagt ein Virologe. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
Gründung23. August 1946
HauptstadtDüsseldorf

Harter Wintereinbruch in NRW: Schnee und eisige Kälte im Corona-Lockdown

„Flockdown“ heißt das neue Wort, das sich in den vergangenen Tagen in den Sozialen Medien etabliert hat. Während sich Deutschland im Lockdown befindet, brach über Teile von NRW und weiteren Bundesländer der Winter herein. „42 Stunden Dauerschneefall“ bilanzierte etwa die Stadt Hamm in Westfalen am Dienstagabend. Der Winterdienst kam nicht hinterher, viele Straßen waren kaum befahrbar.

Das zwang die Menschen teilweise dazu, zu Hause zu bleiben. Immer und immer wieder appellierte die Polizei in NRW, nicht mit dem Auto zu fahren und auch zu Fuß vorsichtig zu sein. Es gab etliche Unfälle, nicht nur auf den Straßen. Hinzu kommt jetzt auch noch die eisige Kälte. Das und die Verkehrslage wird womöglich viele derzeit davon abhalten, nach draußen zu gehen. Ein Gewinn im Kampf gegen das Coronavirus?

Harter Wintereinbruch in NRW: So könnte sich das Wetter auf die Corona-Lage auswirken

Virologe Lars Dölken von der Universität Würzburg sieht in der extremen Kälte einen wichtigen Vorteil. „Ein positiver Effekt der krassen Kälte könnte jetzt sein, dass doch viele Menschen auf Treffen ganz verzichten und lieber zu Hause bleiben“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Zwar sind im aktuellen Lockdown in NRW sowieso nur Treffen mit dem eigenen Haushalt und einer weiteren Person erlaubt. Bei schneebedeckter Straße und Temperaturen um die minus 10 Grad sind die warmen eigenen vier Wände aber womöglich die beste Option. Das würde die Ausbreitung des Coronavirus erheblich eindämmen.

Vorausgesetzt, die Haushalte bleiben unter sich. „Natürlich wäre es wirklich schlecht, wenn sich mehr Leute aufgrund der Kälte drinnen treffen. Denn Viren lieben das Zusammenleben von Menschen und können sich so besser verbreiten“, sagte Lars Dölken.

Schnee und Eis im Corona-Lockdown in NRW: Auf Abstand spazieren gehen

Der Virologe merkt aber auch an, dass es zum Nachteil werden könne, wenn niemand mehr das Haus verlässt: Das Immunsystem braucht die frische Luft. Daher sei es auch bei den extremen Temperaturen ratsam, vor die Tür zu gehen. „Es gibt auch bei der eisigen Kälte keinen Grund, sich Sorgen zu machen, draußen mit Abstand spazieren zu gehen“, sagt er. „Auch bei minus fünf und minus zehn Grad werden die Viren draußen weggeweht.“

Das harte Winterwetter in NRW kann uns also durchaus helfen, die Ausbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen. Die Zahl der Neuinfektionen ist aktuell weiter rückläufig. Am Dienstag (9. Februar.) meldete das Landeszentrum für Gesundheit Nordrhein-Westfalen einen Inzidenzwert von 70,6. In einigen Kreisen und Städten lag der Wert unter der wichtigen Schwelle von 50 - so in den Kreisen Steinfurt (48,2) und Coesfeld (38,1), Bielefeld (40,7) und in Münster (26,0).

Mancherorts wurden am Montag und Dienstag extrem niedrige Zahlen an Neuinfektionen gemeldet. Es ist davon auszugehen, dass durch das Extremwetter die Testung auf das Coronavirus ins Stocken geraten ist.

Dass der Lockdown noch einmal verlängert wird, ist so gut wie sicher. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten um NRW-Landeschef Armin Laschet (CDU) bereiten offenbar eine Verlängerung des derzeit bis 14. Februar geltenden Lockdowns vor

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa

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