Lebensgefährliche Verletzungen

Wieder ein schlimmer Unfall auf der A2: BMW rast unter Lkw-Auflieger

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Gütersloh - Schon wieder hat ein schwerer Unfall auf der A2 stundenlang den Verkehr blockiert: Am Sonntagabend gegen 22.15 Uhr raste ein 34-jähriger polnischer BMW-Fahrer, womöglich beim Rechtsüberholen, unter den unbeladenen Kühl-Auflieger eines Lkw und wurde lebensgefährlich verletzt.

Nach ersten Erkenntnissen der Autobahnpolizei Stukenbrock war der Fahrer eines in Polen zugelassenen 3er BMW zunächst auf der mittleren Fahrspur in Richtung Dortmund unterwegs, als er in Höhe des Parkplatzes „Heidenplatz“ an der Brücke Spexarder Straße einen vor ihm fahrenden Pkw überholen wollte.

Statt wie vorschriftsmäßig auf die linke Fahrspur zu wechseln, wollte der Mann wohl über den rechten Fahrstreifen an dem anderen Verkehrsteilnehmer vorbeifahren. Dabei übersah er allerdings den dort fahrenden Lkw einer Spedition aus Ostenfelde (Kreis Warendorf). Der BMW fuhr offenbar bis zur letzten Hinterachse unter den Auflieger, Fahrteugteile wurden abgerissen und schleuderten quer über die Autobahn. 

Der Lkw-Fahrer konnte erst nach etwa 100 Metern sein Gefährt auf dem Standstreifen zum Stehen bringen. Ein Seat und ein weiterer BMW wurden von umherfliegenden Trümmerteilen getroffen, die Fahrerin (29) des Seat aus Köln erlitt dadurch einen leichten Schock. Der zweite BMW-Fahrer (23) sowie der Lkw-Fahrer (39) blieben unverletzt. 

Nach den ersten Notrufen rückte die Bielefelder Feuerwehr mit der Wache Süd sowie den Kräften der Löschabteilungen Sennestadt und Senne aus. Drei Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug eilten ebenfalls zur Unfallstelle etwa 1.200 Meter vor der Abfahrt Gütersloh. Noch während der Anfahrt, so berichtete es Feuerwehr-Einsatzleiter Jörn Bielinski, wurde der Schwerstverletzte von mehreren Rettungsdienstmitarbeitern der BIEKRA sowie der Düsseldorfer Feuerwehr behandelt, die zufällig an der Unfallstelle vorbeigekommen waren.

Ausdrücklich lobte Bielinski die Autofahrer, die nach dem Durchfahren der ersten Einsatzfahrzeuge die Rettungsgasse auch freigehalten hätten. Der erste Rettungswagens sei bereits zehn Minuten nach dem ersten Notruf an der Unfallstelle eingetroffen, die großen Feuerwehrfahrzeuge hätten später nur wenige Mühe gehabt, zügig zur Unfallstelle zu gelangen. 

„Nach einer ersten Untersuchung durch den Notarzt, so berichtete Bielinski weiter, ordnete der eine sogenannte Crashrettung an. Das bedeutet, dass der Verletzte sofort aus dem Pkw befreit wird, um ihn dann im Rettungswagen weiter zu behandeln.  Dabei werden weitere Verletzungen in Kauf genommen (beispielsweise auch eine Querschnittslähmung), wenn die Vitalfunktionen eines Patienten zusammenbrechen. 

Das Dach des Wagens war zwar fast komplett vom Chassis abgerissen, allerdings war der Mann durch das Armaturenbrett massiv im Beinbereich eingeklemmt. Dem Notarzt gelang es dann im Rettungswagen, den Patienten zu stabilisieren. Er wurde dann auf dem schnellsten Weg in die Spezialklinik Glead I. (Bethel) eingeliefert, wo unter anderem seine schweren Kopfverletzungen sofort operativ behandelt wurden. 

Die Polizei sperrte die Richtungsfahrbahn Dortmund zunächst für rund 90 Minuten während der Rettungsarbeiten komplett. Der Verkehr wurde bereits im Kreuz Bielefeld auf die A33 abgeleitet. Der Fernverkehr wurde bis gegen 3 Uhr aufgefordert, über die A33 und A44 weiter Richtung Dortmund zu fahren. Die im etwa drei Kilometer langen Rückstau stehenden Fahrzeuge konnten später über den linken Fahrstreifen die Unfallstelle passieren. 

Einigen Autofahrern dauerte das aber offenbar zu lange, sie versuchten sich immer wieder zu Fuß bis zur Unfallstelle vorzudrängeln um sich das Unfallfahrzeug anzusehen. Besonders ein Mann musste gleich zwei Mal massiv von Polizeibeamten zurückgedrängt werden. 

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld beauftragte einen Gutachter mit der Rekonstruktion des Unfalls. Für seine Arbeit, die Unfallspuren möglichst genau und umfangreich zu dokumentieren, wurde das Technische Hilfswerk zum Ausleuchten der Unfallstelle alarmiert. Der Schaden wird von der Polizei auf rund 80.000 Euro geschätzt, der BMW wurde für weitere Untersuchungen sichergestellt.

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