Vermutung zur Todesursache

Schädel lag 25 Jahre im Fangnetz: Vermisstenfall aus Hamm aufgeklärt

Schädelfund in Wetter: Jetzt herrscht Klarheit zur Identität und Todesursache.
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Schädelfund in Wetter: Jetzt herrscht Klarheit zur Identität und Todesursache.

Ganze 25 Jahre wurde der Mann aus Hamm vermisst. Sein Schädel in Wetter-Herdecke gefunden. Jetzt herrscht Klarheit über seine Identität und die Todesursache.

Hamm/Wetter – Ein Vermisstenfall aus Hamm ist nach 25 Jahren aufgeklärt worden. Der Schädel des seit 1995 verschollenen und damals 36 Jahre alten Mannes wurde im November in Wetter-Herdecke gefunden und vor wenigen Tagen anhand eines DNA-Abgleichs zugeordnet. Das skelettierte Leichenteil hatte offenbar ein Vierteljahrhundert lang an einem steilen Abhang in einem Fangnetz gelegen.

StadtHamm
Fläche226,3 km²
Bevölkerung179.397 (2016)

Schädelfund in Wetter: Vermisstenfall und Todesursache nach 25 Jahren geklärt

Die für den Fall zuständige Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis schloss am Freitag ein Verbrechen als Todesursache aus.
Der 1959 geborene Mann hatte sich damals nach Erkenntnissen der Polizei in Wetter-Herdecke aufgehalten, weil er in einem Krankenhaus – vermutlich dem Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke – behandelt wurde. Dort verschwand er anscheinend nach einem Spaziergang in den Höhenzügen rund um den Harkortsee spurlos – und ohne dass dies zunächst Aufsehen erregte.

Eine Vermisstenanzeige wurde offenbar erst deutlich später gestellt. Nämlich dann, als die Angehörigen den Nachlass des Mannes regeln wollten, hieß es gestern aus Polizeikreisen. Der damals 36-Jährige sei nicht verheiratet gewesen und habe auch keine Kinder gehabt. Es habe lediglich eine – inzwischen verstorbene – Mutter und einen Bruder, beide wohnhaft in Hamm, gegeben.

Schädelfund in Wetter: Vermisster kommt aus Hamm - Absturz in Gebirge möglich

Große Suchaktionen fanden damals wegen der bereits verstrichenen Zeit seit dem Verschwinden nicht mehr statt. Es gab zudem keine Hinweise, dass ein kriminelles Geschehen eine Rolle spielen oder der Vermisste suizidale Absichten gehegt haben könnte. Die Polizei Hamm war in den Vorgang nicht eingebunden, bei ihr war nie etwas aktenkundig, hieß es gestern.

Nach dem Fund eines Totenschädels in Wetter hat die Polizei den Toten identifiziert. Es handelt sich um einen Mann aus Hamm.

Der Fall schlummerte jahrelang ungelöst in den Akten der Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis. Erst als im November 2020 damit begonnen wurde, am 231 Meter hohen Harkortberg bei Wetter-Herdecke Hangsicherungsarbeiten durchzuführen, kam unverhofft Bewegung in die Angelegenheit. 15 Meter oberhalb eines Wanderwegs an einer kaum zugänglichen Stelle fanden Arbeiter den menschlichen Schädel in einem Fangnetz.

Schädelfund in Wetter: Identität geklärt - Keine Hinweise auf Fremdverschulden

Weitere Knochen befanden sich dort ebenfalls, dabei handelte es sich aber um keine menschlichen Gebeine, sondern um Tierknochen. Auch die Polizei schloss gestern nicht aus, dass der 36-Jährige womöglich an einer anderen Stelle des Ardeygebirges verunglückte oder abstürzte und der Schädel von einem Tier zum Fundort getragen wurde.

Zur Identitätsklärung wurde der Schädel im November zum Anthropologischen Institut nach Göttingen gebracht. Dort wurde ein DNA-Identifizierungsmuster erstellt, welches mit den Informationen aus der Vermisstendatenbank des Landeskriminalamtes NRW abgeglichen wurde. So konnten der Fall jetzt aufgeklärt werden.

„Ermittlungen bei Angehörigen ergaben, dass der damals 36-Jährige ohne jegliche Hinweise auf seinen Aufenthalt verschwand. Die Polizei hat im Rahmen der umfassenden Aufklärung keine Hinweise auf ein Fremdverschulden feststellen können und geht daher von einem tragischen Unglück aus“, teilte die Polizei am Freitag mit.

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