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Wetter in NRW: Rekord-März mit Folgen? Gefahr von Dürre und Waldbränden

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Von: Simon Stock

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Kaum Regen und Sonne satt: Was die Menschen in NRW freut, könnte Folgen haben. Durch das Rekordwetter im März steigt die Gefahr von Dürre und Waldbränden.

Hamm - Kaum Regen, endlich Wärme und viel, viel Sonne. Menschen in Nordrhein-Westfalen freuen sich im März-Hoch über Aktivitäten im Freien und Grillen bei 20 Grad. Doch Wetterforscher frösteln, wenn sie an die Folgen von Sonnenflut und Trockenheit denken. Drohen in diesem Jahr eine neue Dürre und viele Waldbrände?

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Wetter (NRW): Waldbrände und Dürre drohen jetzt im Rekord-März

Der März 2022 könnte der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Ein stabiles Hoch bringt Sonne satt nicht nur nach NRW. Bis zum 22. März zählte Meteorologe Dominik Jung von wetter.net in Deutschland bereits 165 Sonnenstunden - das sind deutlich mehr als im Klimamittel für den gesamten Monat.

Und es kommen an den verbleibenden März-Tagen noch etliche Stunden Sonne hinzu, denn die Wetterlage bleibt stabil, ehe es Anfang April wieder ungemütlicher wird. Aber bis dahin: Schöne Aussichten.

Oder auch nicht. Denn aktuell regnet es viel zu selten - und zu wenig. Die Niederschlagsmengen für den März sind bislang weit hinter den Vergleichsmonaten zurück. Sie betragen nur etwa ein Siebtel des durchschnittlich Üblichen. Zur Verdeutlichung: An der Wetterstation Meinerzhagen im westlichen Sauerland fielen im März bislang 18,5 Liter Regen - im Schnitt sind es dort über 120. In Emmerich-Elten nahe der niederländischen Grenze fiel sogar weniger als ein Liter.

Wetter in NRW: Waldbrandgefahr steigt, DWD mit Warnungen

Das hat Folgen: Der sogenannte Graslandfeuerindex, also die Brandgefahr auf offenen, nicht abgeschatteten Flächen, hat laut WDR-Meteorologen in Teilen von Westfalen und Ostwestfalen bereits die Stufe 4 von 5 erreicht. Die Waldbrandgefahr in ganz NRW liegt bei Stufe 3 von 5 - und das im März. Besonders hoch ist die Gefahr von Waldbränden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aktuell im Osten und im Süden Deutschlands, wo die Trockenheit noch eklatanter ist. Dort gelten bereits Warnungen.

Die Wettertendenzen deuten auf ein grundsätzlich trockenes Frühjahr hin, auch wenn April und im Mai nicht ganz so extrem ausfallen sollen wie der März. Vorboten für einen Hitzesommer mit Rekord-Dürre ist das alles allerdings nicht. Denn Fakt ist: Aus einem trockenen März lassen sich keine seriösen Rückschlüsse auf den Sommer ziehen.

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Der März 2022 ist so trocken wie nie. Das ist schön für Menschen, birgt aber Gefahren. © Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

Wetter in NRW: Was sagt die Trockenheit im März über den Sommer 2022?

Meteorologisch spricht man von einer Dürre, wenn es ein bis zwei Monate trockener ist als üblich. Bei der landwirtschaftlichen Dürre ist es zwei und mehr Monate zu trocken, in beiden Fällen sind die Oberflächen mit zu wenig Wasser versorgt. Die hydrologische Dürre tritt nach vier Monaten ein - dann ist auch das Grundwasser betroffen.

Die Landwirte beobachten das Wetter derzeit sehr genau. „Wir gucken schon mit einer gewissen Sorge in die Zukunft“, sagte Erich Gussen, Vizepräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, dem WDR. Die aktuelle Lage sei vergleichbar mit der im Trockenjahr 2018. Damals gab es zahlreiche große Waldbrände in Nordrhein-Westfalen wie etwa in einem unwegsamen Gebiet in Altena, regional sogar mehrere gleichzeitig.

Immerhin: Der nasse Winter hat die Bodenvorräte an Wasser aufgefüllt und ebenso die Talsperren.

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