Noch ist kein Impfstoff verfügbar

Westfleisch errichtet Corona-Impfzentrum für 7.000 Mitarbeiter – Betriebsärzte bereit

Die Firma Westfleisch aus NRW hat in Bönen ein eigenes Corona-Impfzentrum für seine 7.000 Mitarbeiter errichtet. Die Betriebsärzte sind bereit, müssen sich aber gedulden.

[Update] Hamm/Bönen – Die Firma Westfleisch aus Münster (Nordrhein-Westfalen) wurde während der Corona-Pandemie mehrfach auffällig, da es immer wieder zu Virus-Ausbrüchen unter den Mitarbeitern kam. Insbesondere am Standort Hamm* wurden zahlreiche positive Covid-19-Fälle unter den Mitarbeitern gemeldet. Nun macht der Konzern erneut im Rahmen der Corona-Krise auf sich aufmerksam, diesmal jedoch in Eigenregie. Demnach will Westfleisch seine 7.000 Mitarbeiter mit eigenen Betriebsärzten impfen und hat dafür ein Impfzentrum errichtet. (News zum Coronavirus)

FirmaWestfleisch
BrancheFleischindustrie
SitzMünster
Mitarbeiteretwa 7.000

Westfleisch mit eigenem Corona Impfzentrum in Bönen (NRW): Wann es losgehen kann

Wie Westfleisch am Dienstagnachmittag bekanntgab, sollen die Mitarbeiter aller Standorte zentral in Bönen (Kreis Unna) gegen Corona geimpft werden. „Wir haben hierfür in einer Halle unserer konzerneigenen Spedition ein professionelles Impfzentrum eingerichtet“, erläutert Westfleisch-Projektleiter Lutz Wernitz.

Die Wahl falle auch deshalb auf Bönen, da die Halle nahe der A2 „verkehrsgünstig gelegen“ sei. Die Umsetzung des Impfzentrums in Bönen sei zudem sinnvoller als eine Massenimpfung in einem der acht Westfleisch-Standorte um Hamm, Coesfeld, Lübbecke, Oer-Erkenschwick, Paderborn, Münster, Bakum, Drissen und Gelsenkirchen), da die Anforderungen an die Hygienevorschriften so besser erfüllt werden können.

Beim Aufbau des Impfzentrums wird Westfleisch von einem Messebauunternehmen aus Münster unterstützt, das unter anderem das Impfzentrum der Stadt Münster sowie fünf weitere Impfzentren für Großunternehmen in NRW geplant und eingerichtet hat. Westfleisch plant, seine Betriebsärzte bis zu 500 Vakzin-Dosen am Tag verabreichen zu lassen.

In Bönen hat Westfleisch ein Impfzentrum errichtet, um seine rund 7.000 Mitarbeiter gegen Corona zu impfen.

Aktuell befinden sich die Betriebsärzte der Firma Westfleisch in Wartestellung. Dabei geht es ihnen ähnlich wie anderen Betriebsärzten. Denn noch ist die strikte Impfreihenfolge nicht aufgehoben worden. Erst mit dem Ende der Impfpriorisierung am 7. Juni sollen auch Betriebsärzte in die Massenimpfung eingeschaltet werden.

„Unsere Beschäftigten sehen, dass immer mehr Menschen geimpft werden. Jetzt wird es endlich Zeit, dass auch unsere Branche drankommt. Sobald unsere Betriebsärzte über den Impfstoff verfügen, legen wir los“, kommentiert Wernitz die Situation.

Westfleisch setzt bis zum Impfstart auf PCR-Tests – Ausbrüche trotz Testungen in der Vergangenheit

Bis das Impfzentrum an den Start gehen kann, setzt Westfleisch weiter auf Corona-Tests. In einer Pressemitteilung weist der Konzern darauf hin, dass Westfleisch seit Juli vergangenen Jahres jeden Tag alle Produktionsmitarbeiter mit PCR-Tests testen lässt, die anschließend von externen Laboren ausgewertet werden. Einen Massenausbruch der Firma Westfleisch am Produktionsstandort Hamm* konnte der Betrieb dennoch nicht verhindern, obwohl es laut Angaben des Konzerns seit Beginn der Pandemie ein umfangreiches Hygienekonzept gebe, das „laufend an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst wird.“

Rund zwei Wochen hat der Aufbau des Impfzentrums gedauert. Fertig ist die Einrichtung schon seit geraumer Zeit. Bei den 7000 Mitarbeitern sei bereits abgefragt worden, wer sich impfen lassen wolle und welcher Impfstoff bevorzugt werde, sagt Westfleisch-Sprecher Meinhard Born. Auch Schulungen in rund ein Dutzend Sprachen habe es gegeben. An Vakzinen sollen demnach sowohl die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna, als auch die Mittel von Astrazeneca und Johnson & Johnson zur Verfügung stehen. „Wir wissen aber noch nicht, in welchen Mengen und wann.“

Westfleisch will Produktionsausfälle durch Impfreaktionen vermeiden

Zwischen acht und zwölf Wochen dauert es nach Westfleisch-Schätzungen, bis alle impfwilligen Mitarbeiter bis zu zweimal geimpft sind. Damit es wegen möglicher Impfreaktionen nicht zu Produktionsausfällen kommt, würden pro Standort immer nur kleinere Gruppen geimpft. „Der gesamte Ablauf mit An- und Abreise, ärztlicher Information, Impfvorgang und Wartezeit wird jeweils pauschal mit vier Stunden vergütet“, heißt es.

Für die tägliche Testung der Produktionsmitarbeiter wendet Westfleisch nach eigenen Angaben „monatlich einen siebenstelligen Euro-Betrag“ auf. Wie viel dem Unternehmen das Impfzentrum kostet, dazu gibt es aktuell keine Angaben. „Wir wissen es auch noch nicht“, sagt Born. Die Kosten seien aber auch nicht entscheidend.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich bei Westfleisch zu Jahresbeginn drastisch erhöht, um 3000. Anlass war das Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie. „Alle Mitarbeiter gehören jetzt zur Stammbelegschaft“, sagt Born. Das neu eingerichtete Impfzentrum befindet sich in einer Halle der Logistikfirma Wetralog. Das Unternehmen an der Robert-Bosch-Straße im Bönener Industriegebiet gehört zur Westfleisch-Unternehmensgruppe. - *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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