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Experte erklärt: Darum gibt es dieses Jahr so viele Wespen in NRW

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Von: Johanna Werning

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In diesem Jahr gibt es in Köln besonders viele Wespen. Schädlingsbekämpfer zählen viermal so viele Wespennester als 2021. Doch wann ist Besserung in Sicht? 

Köln – Ob beim Picknicken im Park oder beim Grillen auf dem Balkon oder im Garten, aktuell surrt es wieder in ganz Köln. Doch anders als Honigbienen können Wespen häufig nicht nur nervig, sondern unter Umständen auch aggressiv sein. Gerade, wenn süße Getränke oder leckere Speisen im Spiel sind, sind die gelb-schwarzen Insekten besonders aufdringlich. Vor allem in diesem Jahr scheinen die „Störenfriede“ überall zu sein. Aber ist das wirklich so? 24RHEIN hat bei Experten nachgefragt.

Köln: Mehr Wespen als sonst unterwegs – zwischen 10 und 20 Wespeneinsätze pro Tag

Ist die Kölner Wespenpopulation in diesem Jahr besonders groß? „Ja“, sagt Dieter Busch von der Schädlingsbekämpfung „Kohlhaas & Honecker“, die in Köln, Bonn, Hürth, Alzey, Düsseldorf und Saarbrücken im Einsatz ist. „Im Jahr 2022 verzeichnet unser Betrieb circa viermal so viele Wespennester wie in 2021.“ Zwischen 10 und 20 Mal pro Tag fährt der Kölner Schädlingsbekämpfer zu Einsätzen.

Eine Wespe sitzt auf einem schwarzen Untergrund.
In diesem Jahr gibt es in Köln besonders viele Wespen. © Sabine Seiter/Imago

„Wir führen seit Jahren eine Statistik, es gibt immer ein schwaches Wespenjahr und darauf ein starkes Wespenjahr“, sagt der Schädlingsbekämpfer. Auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zählt in diesem Jahr mehr Wespen als sonst: „Das warme und trockene Frühjahr hat günstige Voraussetzungen für die Entwicklung von Wespen- und Hornissenvölkern geschaffen. Jetzt im Sommer haben die Völker ihre höchste Individuenzahl erreicht.“

Wespenplage in Köln: „Ab Ende September wird es ruhiger“

Aber wie lange hält die Wespenplage an? „Ab Ende September wird es ruhiger, aber wir hatten auch noch Nester im Oktober“, erklärt Dieter Busch. Und auch der NABU-Wespenexperte Joachim Eberhardt erklärt: „Spätestens im Herbst ist die Zeit der Wespen vorbei. Dann sterben die Völker und nur die diesjährigen Königinnen überwintern an anderer Stelle.“ 

Wespenplage in Köln: Wie man sich richtig verhält – Tipps

Bis dahin heißt es Ruhe bewahren: „Normalerweise reagieren Wespen bei ihrer Nahrungssuche nicht aggressiv. Durch hektische oder panische Bewegungen allerdings fühlen sie sich bedroht. Sie sollten daher in der Nähe von Wespen und Hornissen vermieden werden“, so Eberhardt.

Tipps gegen Wespen

► Ruhe bewahren.

► Nicht um sich schlagen. Hektische und panische Bewegungen vermeiden.

► Wespen mit Wasser besprühen, dann verschwinden die Störenfriede.

► Süße Speisen und Getränke im Freien abdecken.

► Nicht aus offenen Flaschen trinken, sondern aus Strohhalmen.

► Wer ein Wespennest entdeckt, sollte Schädlingsbekämpfer einschalten und nicht versuchen, das Nest alleine zu entfernen.

Es gibt noch weitere Tipps, um Wespen fernzuhalten. Und dazu auch Schädlingsbekämpfer Busch empfiehlt: „Immer Ruhe bewahren, nicht schlagen und sehr wichtig – als Laie keine Wespenbekämpfungen durchführen.“ Denn das kann durchaus gefährlich sein. Wer ein Wespennest zu Hause entdeckt, sollte Experten anrufen. „Denn wir haben einen Schutzanzug“, erklärt Busch weiter. Außerdem sind Wespen laut Bundesnaturschutzgesetz geschützt, so der Schädlingsbekämpfer. In NRW sind laut Bußgeldkatalog bis zu 50.000 Euro Strafe fällig, wenn man besondere Wespenarten tötet.

Der NABU empfiehlt außerdem, Wespennester nur im Notfall entfernen zu lassen. „Auch wenn Wespen und Hornissen für den ein oder anderen nur lästige Störenfriede sind, einen wichtigen Aspekt sollte man nicht vergessen: Sie sind außerordentlich nützlich.“

Denn die Wespen verfüttern „eine Unmenge anderer Insekten wie Mücken, Fliegen und Bremsen an ihre Brut und tragen so zum ökologischen Gleichgewicht bei.“ (jw)

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