Suche nach Investor

Freizeitartikel-Hersteller Kettler läuft die Zeit davon

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Der Kettler-Sitz in Ense.

Kettler sucht händeringend nach einem Investor, der bereit ist, Geld in das Unternehmen zu stecken. Die Zeit für den angeschlagenen Freizeitartikel-Hersteller mit Werken in Werl und Hauptsitz in Ense wird knapp.

Werl/Ense -  Aus Mitarbeiterkreisen verlautete nun, dass das Unternehmen bis zum 15. Oktober frisches Geld brauche, sonst gingen „die Lichter aus“.

Kettler-Unternehmenssprecherin Stefanie Risse bezeichnete die Information auf Anfrage als „verkürzt und deshalb so nicht zutreffend“.

Kettler: "Nicht zutreffend"

Kettler hatte sich kürzlich mit der Bundesagentur für Arbeit auf ein rollierendes System beim Insolvenzgeld geeinigt. Da das Unternehmen den Insolvenz-Antrag Ende Juli gestellt hatte, wäre das Insolvenzgeld eigentlich in den Monaten Juli, August und September geflossen. 

„Die Eröffnung des Verfahren hätte in diesem Fall am 1. Oktober erfolgen müssen, was aber die Chancen auf eine Investorenlösung verringert hätte“, heißt es in der Kettler-Mitteilung. 

„Um die laufenden Investorengespräche weiterführen zu können, wurde mit der Arbeitsagentur eine sogenannte Rollierung des Insolvenzgeldzeitraums zunächst um zwei Wochen vereinbart, mithin bis Mitte Oktober. Insofern wurde ein positiver Schritt erreicht“, schreibt Risse. „Der Zeitraum bis Mitte Oktober wurde als sinnvoll, aber auch ausreichend erachtet, um die laufenden Investorengespräche weiterzubringen.“ 

Kettler habe zur Erreichung dieses Ziels den Teil der Juli-Löhne und -Gehälter insoweit aus der Masse nachgezahlt. „Der Betriebsrat wird bei allen Schritten immer eng informiert und eingebunden. Das ist uns wichtig. 

Dies ist am Mittwoch erfolgt“, schreibt Kettler. Die Mitarbeiter insgesamt würden dann informiert, wenn es verlässliche Entscheidungen aus den Investorengesprächen gibt.

Gespräche laufen

Noch vor einigen Tagen war allerdings nicht von zwei Wochen, sondern von einem ganzen Monat und der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang November die Rede. 

Ob eine Verlängerung des rollierenden Systems bis Ende Oktober auch jetzt noch möglich und finanzierbar wäre, bleibt offen. Denn in diesem Fall müsste Kettler auch den Rest der Juli-Löhne und -Gehälter nachzahlen. 

Der vorläufige Sachwalter Dr. Georg Kreplin wollte sich zu Details nicht äußern und verwies auf das Unternehmen. Er bestätigte aber, dass zurzeit Verhandlungen mit mehreren potenziellen Geldgebern laufen, dazu zählen unter anderem ein namhafter Lieferant und auch der bisherige Eigentümer, die Lafayette Mittelstand Capital, die Kettler erst Ende vergangenen Jahres übernommen hatte.

Dirk Tscherning, Betriebsbetreuer der IG Metall, setzt weiter auf die Rettung des Unternehmens und der Arbeitsplätze: „Wir sind noch nicht am Ziel, aber ich bin weiterhin der Überzeugung, dass das Sanierungskonzept tragen wird.“ 

Für Kettler sind in Werl und Ense rund 500 Mitarbeiter tätig. Die neuerliche Insolvenz ist die dritte in vier Jahren.

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