Spaziergänger entsetzt

Unbekannte schmieren üblen Nazi-Spruch auf Wanderschild - Polizei schaltet Staatsschutz ein

Diesen üblen Nazi-Spruch haben Unbekannte auf ein Wanderschild in Wenden (NRW) geschmiert.
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Diesen üblen Nazi-Spruch haben Unbekannte auf ein Wanderschild in Wenden (NRW) geschmiert.

Geschmackloser geht es kaum: Unbekannte haben ein Wanderschild in Wenden mit einem üblen Nazi-Spruch beschmiert. Die Polizei will jetzt den Staatsschutz einschalten.

Wenden (NRW) - „Ich war schockiert, als ich das gelesen habe“, erzählt Guido Meunier. Auch Tage später kann er nicht glauben, was Schmierfinken mit Edding auf ein Wanderschild nahe der Girkhauser Höhe zwischen Wenden und Kreuztal geschrieben haben. „Je dicker der Jud, um so wärmer die Bud“ steht mit schwarzen Buchstaben auf dem weißen Schild. Das soll eigentlich nur auf die Wanderwege in Richtung Krombacher Höhe, Wolfsholz, Schönau, Wenden und Fellinghausen hinweisen.

GemeindeWenden
Fläche72,55 km²
Postleitzahl57482
Vorwahl02762

Als Guido Meunier aus Kreuztal kürzlich mit seinem Hund vom Wanderparkplatz an der L714 zwischen Kreuztal-Osthelden und Wenden-Girkhausen startete, war seine Laune noch gut. Die änderte sich aber schlagartig, als der gebürtige Belgier das Nazi-Geschmiere lesen musste. „Es kann ja jeder denken, was er will. Aber so einen Mist auch noch öffentlich auf ein Schild zu schreiben, da hört der Spaß bei mir auf. Da fehlen mir echt die Worte. Und gerade als Ausländer muss ich so etwas noch weniger lesen“, erklärt Meunier.

Wenden (NRW): Übler Nazi-Spruch auf Wanderschild geschmiert - Staatsschutz eingeschaltet

Er machte ein Foto und wollte es der Gemeinde Wenden oder dem Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) schicken, damit die diese Schmiererei entfernen. Über einige Umwege gelangte das Foto dann an die Medien und die Polizei. Michael Klein, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Olpe, erklärte auf Anfrage, dass es sich bei so einem Satz ganz klar um eine Straftat wegen Volksverhetzung handele. Und da verstehe die Polizei keinen Spaß.

Bereits einen Tag später machte sich die Polizei auf den Weg, um sich von dem Schild ein eigenes Bild zu machen. Am Ende wurde eine Anzeige wegen Volksverhetzung geschrieben. „Die wird im weiteren Verlauf auch an den Staatsschutz gehen“, erklärte Michael Klein. Außerdem werde nun geklärt, ob die Gemeinde Wenden oder der SGV für die Entfernung der 32 schwarzen Buchstaben zuständig ist.

Wenden (NRW): Nazi-Spruch auf Wanderschild geschmiert - „einfach unfassbar“

Guido Meunier ist jedenfalls froh, wenn diese Schmiererei bei seinem nächsten Spaziergang dort nicht mehr für Kopfschütteln sorgt. „Immerhin laufen da ja auch sehr viele andere Menschen rum, die das lesen müssen. Es ist einfach unfassbar, was manche Menschen so treiben. Mal ganz davon abgesehen, dass das ja nicht mal deren Eigentum ist, was sie da beschmieren“, sagte der Kreuztaler.

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