Weltmeister-Titel 2015 - Unser Szenario fürs neue Jahr

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WELTMEISTER 2015: Nach dem Fußball-WM-Triumph von Rio de Janeiro warten 12 neue Titel auf die Deutschen. Ein zwölfteiliges Szenario unseres Chefredakteurs Martin Krigar. Klicken Sie sich durch!
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HANDBALL IM JANUAR: Deutschland wird in Katar Handball-Weltmeister – durch eine 10:33-Niederlage am 30. Januar im Halbfinale gegen Ägypten. Mit dieser Entscheidung hat der Weltverband IHF seine neue Linie konsequent durchgezogen. Maßgebend ist nicht mehr die sportliche Leistung, sondern die Höhe der TV-Gelder. Dank dieser Erkenntnis war die – sportlich nicht qualifizierte – DHB-Mannschaft überhaupt erst zur WM gekommen (auf Kosten der eigentlich spielberechtigten Australier). Souverän überstanden die Deutschen dort die Vorrunde, wenn auch ohne Punktgewinn. Durch klare Niederlagen gegen Algerien und gegen die gastgebenden Scheichs ließen sie sich ebenfalls nicht stoppen. Jedesmal disqualifizierte der IHF einige Gegner, die Deutschen rückten nach. Nach dem Halbfinale gab dann der eigentliche deutsche Endspielgegner Ägypten vorzeitig auf. Das Finale am 1. Februar wird zur Show. ProSieben überträgt live die erste Promi-Siebenmeter-WM mit Stefan Raab.
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NEUBAU IM FEBRUAR: Deutschland wird in Hamburg Bau-Weltmeister – durch eine Fertigstellung der Elbphilharmonie in Rekordzeit. Vergessen sind all die Jahre seit 2007, in denen sich der Baukonzern Hochtief vergeblich am pompösen Konzerthaus abmühte. Die Wende schaffte der neue Bauleiter Hartmut Mehdorn. Der Rücktritt beim Berlin-Flughafen hatte im einstigen Bahnchef großen Ehrgeiz geweckt. Als Verlierer wollte er nicht in die deutsche Managergeschichte eingehen. Mehdorn feuerte in Hamburg alle Architekten und Poliere, engagierte dafür freigestellte Bauleiter des Berliner Airports sowie ein paar kernige Weichensteller, legte selbst Hand am Bau an – und schon nach knapp zwei Monaten ist alles fertig. Hartmut Mehdorn ist Hamburgs neuer Held! Nach der Bürgerschaftswahl am 15. Februar ist er nun gesetzt als neuer Erster Bürgermeister, an der Spitze einer souveränen Koalition aus Linkspartei, AfD – und Rentnerpartei. Mit 72 Jahren gehört niemand zum alten Eisen.
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SOLARSTROM IM MÄRZ: Deutschland ist Solar-Weltmeister – weil es sich am 20. März bei der alternativen Energieproduktion nicht einmal durch eine Sonnenfinsternis aufhalten lässt. Zugegeben, wichtige Konkurrenten wie Grönland und die Faröer-Inseln haben taktische Nachteile, weil sich bei Ihnen die Sonne an diesem Tag total verdunkelt. Deutschland hingegen erlebt zwischen 9 und 12 Uhr nur eine partielle Verhüllung, bei der etwa drei Viertel unseres Muttergestirns abgedeckt sind. Aber die Solar-Aufrüstung von Einfamilienhäusern, Verwaltungsgebäuden und überdimensionierten Treckergaragen im ländlichen Raum zahlt sich sogar in außergewöhnlichen Situationen wie einer Sonnenfinsternis aus. Das alles macht nicht nur Atomkraftwerke überflüssig, sondern auch die alten Energiekonzerne. Nach Eon im Jahr 2014 verändert daher die übrige Branche ihre Geschäftsmodelle. RWE blickt in die Finsternis – und verkauft in diesem März in großem Stil verdunkelte Brillen.
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BÜROKRATIE IM APRIL: Deutschland ist Bürokratie-Weltmeister – weil die Groko den Vorsprung vor den unterentwickelten Staaten (also allen) noch einmal ausgebaut hat. Dank Mindestlohn-Gesetz werden Arbeitszeiten von Aushilfs- und Teilzeitkräften sekündlich festgehalten (was nebenbei zu zigtausend neuen Sachbearbeiter-Stellen geführt hat). Dank Pkw-Maut erstellen Finanzbehörden und das Kraftfahrtbundesamt Bewegungsprofile, die für die langfristige Planung von neuen Autobahnbrücken und Steuererhöhungen dienen. Das Bundesamt für feministische Alltagsfragen hat schon mehr als zweitausend Mitarbeiterinnen zur Überwachung der Frauenquote eingestellt. Und der neue Bundesbeauftragte für Elternangelegenheiten erarbeitet Regeln zur Weiterentwicklung der Mütterrente, etwa durch wöchentliche Befragung von kinderreichen und kinderarmen Familien. Der nächste WM-Titel ist sicher, weiß Sozialministerin Andrea Nahles: „Wir haben noch Luft nach oben.“
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SCHLAGER IM MAI: Deutschland ist Schlager-Weltmeister – weil Andrea Nahles nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest (ESC) die Charts der westlichen Welt erobert. „Ich mach mir die Welt, wide wide wie sie mir gefällt“: Andreas Version des Pippi-Langstrumpf-Lieds hatte ja schon den Deutschen Bundestag begeistert (immer noch zu hören bei Youtube, Suchwörter „Nahles“ und „Pippi“). Dieser fröhlichen Spontaneität hatten im deutschen ESC-Vorentscheid weder Lena Meyer-Landrut noch Herbert Grönemeyer und Alt-Star Nicole etwas entgegenzusetzen. Auch im Finale, das am 23. Mai über die Bühne der Wiener Stadthalle geht, ist die gesammelte Konkurrenz chancenlos. Conchita Wurst, Abba (wiedervereint) und 1966-Sieger Udo Jürgens langweilen durch glatte Professionalität. Nahles – twelve points. Überraschend ist allerdings, dass die Andrea inzwischen auch in Japan erfolgreich ist. So etwas Verrücktes wie den Pippi-Song hat Tokio lange nicht gehört.
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GIPFEL IM JUNI: Deutschland wird in Bayern Gipfel-Weltmeister – weil in der Weltgeschichte kein Treffen der führenden Industrienationen („G8/G7-Gipfel“) schöner war als das auf Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen. Zugegeben: Das Luxushotel (neudeutsch: „Luxury Spa & Cultural Hideaway“) hat am 7. Juni einen Standortvorteil. So mächtige Gipfel wie im Wettersteingebirge konnten sich die jüngsten Ausrichter (Brüssel, Den Haag) genauso wenig leisten wie der letzte deutsche Gastgeber Heiligendamm. Dazu ein wehrhaftes Haus mit 123 Zimmern, abgelegen im Hochtal auf 1000 Metern, betreut von vielen tausend Polizisten – Demonstranten sind genauso wenig zu sehen wie Putin. Dafür sorgt Horst Seehofer für ein unvergessliches Erlebnis: Bayerns Ministerpräsident hat im Keller seine Modelleisenbahn aufgebaut. Vor allem Obama und der Japaner Abe sind begeistert. Seehofer darf wiederkommen. Die führenden Industrienationen nehmen Bayern in ihre Reihen auf.
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FUSSBALL IM JULI: Deutschland wird in Kanada Fußball-Weltmeister – bei den Frauen. Fast hätten wir den Lieblingssport der Deutschen aus den Augen verloren. Nach den tollen Tagen von Rio hat sich nämlich etwas Gleichmut breit gemacht. Bayern München ist schon seit Februar Deutscher Meister (weshalb Schalke 04 dem wichtigsten Vereinsziel weiter hinterherläuft und sich über den Champions-League-Sieg vom Mai nicht richtig freuen kann). Die deutsche Männer-Nationalmannschaft wahrt am 13. Juni in Gibraltar durch zwei späte Tore von Libero Manuel Neuer die Chance zur EM-Qualifikation. Borussia Dortmund langweilt nach überstandener Relegation mit schweren Rückenverletzungen von Neuzugang Messi, Reus, Hummels, Sahin, Kagawa, Gündogan, Klopp, Watzke, Maskottchen Emma und Teddy de Beer. Da ist es beruhigend, dass wenigstens die Frauen auftrumpfen. Am 7. Juli siegt die Elf von Trainerin Silvia Neid (Foto) im WM-Finale von Vancouver gegen Brasilien, ach ja: 7:1.
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DOPING IM AUGUST: Deutschland wird in Peking Leichtathletik-Weltmeister – weil außer der Bundesrepublik, den Bahamas, Belgien und Bahrein keiner sonst mehr mitmachen darf. Die Doping-Ermittler sind in diesem Jahr nämlich gnadenlos erfolgreich, zumindest bei Systemen ohne DDR-Erfahrung. Nachdem 2014 dass russische Betrugskonstrukt aufgeflogen war und der neue Cheftrainer Putin eigene Weltmeisterschaften ausrichtete (Januar, Sotschi), brachen die Gegner des DLV reihenweise weg. Erst wurde mit Usain Bolt der letzte freie Jamaika-Sprinter positiv getestet, gleichzeitig mit allen US-Kollegen. Dann erwischte es die osteuropäische Werfer-Elite. Als nächstes fielen Kenias Ausdauer-Asse beim kollektiven Kiffen auf. Und so weiter, und so fort. Als der chinesische Cheftrainer beim Betreten des Stadions seinen Spritzenkoffer verlor, waren die Deutschen endgültig nicht mehr aufzuhalten. Julian Reus gewinnt die 100 Meter am 23. August mit zwei Sekunden Vorsprung.

Weltmeister 2015: Nach dem Fußball-WM-Triumph von Rio de Janeiro warten 12 neue Titel auf die Deutschen. Ein zwölfteiliges Szenario unseres Chefredakteurs Martin Krigar.

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