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Weiße Weihnachten 2021: Wetter-Prognose zeigt winterlichen Nachschlag zum Fest

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Fällt pünktlich zum Weihnachtsfest 2021 doch noch Schnee? Ein Meteorologe macht Hoffnung auf weiße Weihnachten. Ein Wetterphänomen ist dafür verantwortlich.

Hamm - Kommt der Schnee pünktlich zum Weihnachtsfest? RTL-Meteorologe Björn Alexander hält selbst ein verschneites Köln (NRW) 2021 für möglich. Laut dem Experten ist der Polarwirbel, ein Kaltluftwirbel über der Arktis und der Antarktis, dafür verantwortlich. Björn Alexander erklärt, was genau hinter dem Wetterphänomen steckt.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerung17,9 Millionen (2021)

Weiße Weihnachten 2021: Wetter-Prognose zeigt winterlichen Nachschlag zum Fest

In Köln sind weiße Weihnachten eher die Ausnahme. Nur viermal in den vergangenen 70 Jahren hat die Domstadt weiße Weihnachten erlebt. Das geht aus einer Statistik von wetterkanal.kachelmannwetter.com hervor. Demnach gab es aber in den wenigsten Großstädten in Deutschland Schnee an den Feiertagen. Spitzenreiter ist München, dort hat es seit 1950 alle drei Jahre zum Weihnachtsfest geschneit.

Derzeit weitet sich noch Hochdruckgebiet Yascha über weite Teile von West- und Mitteleuropa aus und führt meist wärmere Meeresluft heran. Das führt auch in Deutschland zu milden Temperaturen. Am Dienstag (14. Dezember) ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) mit einem Anstieg auf 6 bis 9 Grad zu rechnen. „Frost tritt in den Nächten, wenn überhaupt, nur noch in den höchsten Lagen auf“, heißt es vom DWD. Weihnachtsstimmung dürfte angesichts des milden Wetters nur schwer aufkommen. Doch nach dem vierten Advent (19. Dezember) könnte sich das schlagartig ändern.

Weiße Weihnachten 2021: Wirbel aus dem kalten Nordpol

Pünktlich zum Weihnachtsfest könnte es einen winterlichen Nachschlag geben. Dafür verantwortlich ist der Polarwirbel. Der Kaltluftstrom entwickelt sich in den Wintermonaten über Arktis und Antarktis. Ist er stabil, ist in Deutschland eher mit milderem Wetter zu rechnen. Ist der Wirbel allerdings instabil, könnte es in unseren Breitengraden zu Kälteeinbrüchen kommen, wie Björn Alexander erklärt.

Weiße Weihnachten: Meteorologe hält das in NRW durchaus für möglich.
Weiße Weihnachten: Meteorologe hält das in NRW durchaus für möglich. © Bernd Weißbrod/dpa/Archivbild

Die Wettercomputer berechnen seit Längerem eine Abschwächung des Polarwirbels für das letzte Dezemberdrittel, sagt der Meteorologe.  „Die aktuellen Trends bei den Langfristprognosen deuten neben dem schwächelnden Polarwirbel ebenso auf einen winterlichen Abwärtstrend für Weihnachten 2021 hin“, erklärt der Experte gegenüber rtl.de

Weiße Weihnachten 2021: Chance auf Schnee im Bergland bei 50 Prozent

Der Polarwirbel ist ein Wirbel aus Frostluft, der sich im Winter über dem kalten Nordpol in der Stratosphäre ausbildet - in zehn bis 50 Kilometern Höhe. Er wird normalerweise von kräftigen Winden, über 250 Kilometer pro Stunde schnell, umschlossen. Sie wirken wie eine feste Grenze, lassen die polare Luft normalerweise nicht entweichen.

Allerdings kann es geschehen, dass warme Luft in den Polarwirbel eindringt und ihn dann sogar teilt. Die Folge: Der Temperaturgegensatz zwischen der Arktis und den weiter südlich liegenden Regionen verringert sich, der „Motor“ des Polarwirbels stirbt. In der Folge wird auch das für das Wetter in Mitteleuropa wichtige Starkwindband instabil, der sogenannte Jetstream. Er „schlingert“, wodurch die kalte Polarluft ungewöhnlich weit nach Süden vordringen kann.

Weiße Weihnachten 2021: Chance auf Schnee im Bergland bei 50 Prozent

Nach den aktuellen Wetterdaten zu urteilen, liegt die Chance auf weiße Weihnachten zum Fest im höheren Bergland derzeit bei rund 50 Prozent - je nach Höhenlage sogar darüber. Im Westen liegt die Wahrscheinlichkeit allerdings nur bei fünf bis zehn Prozent.

Umso eindrucksvoller, dass Meteorologe Björn Alexander die Chancen für Winter-Fans dennoch als gut einschätzt. Allerdings seien Vorhersagen über zehn Tage hinaus grundsätzlich noch unsicher. Aber auch andere Wetter-Portale sehen den Abwärtstrend voraus. Meteorologe Jan Schenk hatte sich bereits im November bei focus.de festgelegt. Er kam zu dem Schluss: Weiße Weihnachten in ganz Deutschland sind dieses Jahr zu 70 Prozent wahrscheinlich.“

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