Bestes Konzept hilft nicht

Weihnachtsmarkt in Dortmund 2020 offiziell abgesagt: Corona-Entwicklung „hat uns überrollt“

Der Weihnachtsmarkt in Dortmund wird wegen Corona abgesagt. Der Lockdown mache die Weihnachtsstadt 2020 unmöglich. Die Veranstalter bedauern die Entwicklung.

Update vom 30. Oktober, 13.44 Uhr: Nun ist die Absage offiziell: Es wird keine Weihnachtsstadt 2020 in Dortmund geben, wie die Veranstalter nun verkündeten.

StadtDortmund
Fläche280,7 km²
Metropolregion7.268 km²
Bevölkerung585.813 (2016)

Trotz des umfangreichen Hygiene-Konzepts und der „stetig steigenden Corona-Fallzahlen sahen wir uns auch infolge des Regierungsbeschlusses vom 28. Oktober zur Bekämpfung der Pandemie leider gezwungen, die Dortmunder Weihnachtsstadt 2020 abzusagen“, hieß es in der Begründung.

Weihnachtsmarkt in Dortmund 2020 abgesagt wegen Corona-Lockdown: „Die Entwicklung hat uns überrollt“

Update vom 29. Oktober, 13.52 Uhr: Trotz der Corona bedingten Absage des Weihnachtsmarktes in Dortmund soll der große und überregional bekannte Weihnachtsbaum „auf jeden Fall“ stehen bleiben, wie die Stadt noch am Vormittag mitteilte. Ein Stadtsprecher verwies später jedoch auf die Pressekonferenz zur Absage der Weihnachtsstadt am Freitag (30. Oktober, 13 Uhr).

Aufgrund der für die Schausteller schwierigen finanziellen Situation hatte die Stadt Dortmund in diesem Jahr ausnahmsweise die Kosten für den Baum übernommen. Der Weihnachtsbaum gilt als größter Deutschlands. Nach der Verkündung des Lockdowns mit neuen Regeln steht es um die Weihnachtsmärkte in NRW schlecht. Ein Beispiel für Absagen, die es nun nach und nach hageln wird, ist auch jene aus Hamm. Die Stadt hat den Weihnachtsmarkt 2020 am Donnerstag abgesagt. Darüber berichtet auch Ruhr24.de*.

Update vom 29. Oktober 2020, 12 Uhr: Der Weihnachtsmarkt Dortmund wird abgesagt. Was die Veranstalter am Freitag, 30. Oktober, in einer Pressekonferenz ausführlich begründen wollen, ist schon am Donnerstag klar: Die Weihnachtsstadt kann wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Patrick Arens, Schausteller und Veranstaltungsorganisator, sagte im Gespräch mit wa.de, das beste Hygienekonzept helfe nicht mehr: „Die Entwicklung hat uns jetzt überrollt.“ Für Dezember noch ein Angebot zu planen, sei nicht sinnvoll. „Die Lage ist zu dynamisch“, so Arens. Am Mittwoch hatten Bund und Länder einen neuen Lockdown für November verkündet.

Gleichzeitig seien die Schausteller die letzten, die die daran zweifelten, dass Corona-Maßnahmen nötig seien, betonte Arens. Er verwies aber auch auf die schweren Einbußen mit denen die Schausteller und Eventveranstalter wegen der Corona-Pandemie leben müssten. „Das wollen wir morgen in der Pressekonferenz auch noch einmal aufzeigen“. Auch mit Blick auf das Jahr 2021 müssten Perspektiven her.

Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund wegen Corona jetzt abgesagt

[Erstmeldung vom 27. Oktober] Dortmund - In vielen Bereichen herrscht große Ungewissheit. Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf unser Leben in den kommenden Wochen und Monaten? Gerade jetzt, wo die kälteren Tage in Winter anstehen?

Für viele bricht Ende November/Anfang Dezember die Zeit der Weihnachtsmärkte an. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte im September noch gesagt, dass er Weihnachtsmärkte trotz der Corona-Pandemie für möglich hält. Einen Monat später war klar: Es wird nicht überall einen geben. Zuletzt sagte die Stadt Münster ihre Weihnachtsmärkte ab. In Dortmund jedoch ist die Lage eine andere.

Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund trotz Corona: Veranstalter mit umfangreichem Konzept

Die Planungen für die Weihnachtsstadt Dortmund 2020 seien noch in vollem Gange, wie die Veranstalter mitteilen. Das Ziel bleibe die Eröffnung am 19. November. Neue Konzepte, eine Umverteilung der Stände auf dem Weihnachtsmarkt und ein umfangreiches Hygiene-Konzept gehören zum Schutz vor Corona.

Unter anderem wurden im Innenstadtbereich weitere Plätze und Straßenzüge für die Planung des Weihnachtsmarktes in Dortmund einbezogen. Das soll zu einer großzügigeren Verteilung der Betriebe mit Abstand führen und den Besuchern ausreichend Lauffläche bieten.

Bühnenprogramme oder andere „entbehrliche Anziehungspunkte“, die in der Regel immer für große Ansammlungen von Menschen sorgen, wird es wegen der Corona-Lage in Dortmund nicht geben. Eingeführt werden dafür diverse Hygiene-Maßnahmen: So werde es nach Angaben des Veranstalters Desinfektionsmittel-Spender geben, Bodenmarkierungen zur besseren Besuchersteuerung, Maskenpflicht auf dem Veranstaltungsgelände und eine strikte Regelung für gastronomische Betriebe.

Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund: App soll Massen am Glühwein-Stand verhindern

Die größte Neuheit wie auch eine ungewohnte Maßnahme für den Besuch des Weihnachtsmarktes 2020 in Dortmund ist wohl die Einführung einer eigens entwickelten App. Damit soll nicht nur der Zugang zum Gelände kontrolliert, sondern auch die Bewegungsströme der Besucher und verschiedene Bewegungs- und Aufenthaltsprofile der Gäste genau analysiert werden. Und zwar mit dem Ziel, „auch nur geringste Gefahren und Engstellen von vornherein zu entzerren“, heißt es seitens des Veranstalters.

Wer kennt es nicht: Der Glühwein ist leer - Nachschub muss her. Rein in die Schlange. Daher habe die „Gestaltung des Heißgetränke-Ausschanks“ für die Organisatoren des Dortmunder Weihnachtsmarktes 2020 höchste Priorität. Sie seien um eine „machbare, aber vor allem kontrollierbare und damit sichere Lösung“ bemüht.

Der Weihnachtsbaum ist das Wahrzeichen des Dortmunder Weihnachtsmarktes.

Die Veranstalter haben mit dem Unternehmen „TicketPay“ aus Hamm daher die App „Weihnachtsmarkt.LIVE“ entwickelt. Die Organisatoren versprechen, dass diese App „Datenerfassung auf höchstem technischen Niveau“ realisiere.

Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund trotz Corona: Es geht auch ohne Smartphone

Auf dem Gelände der Weihnachtsstadt in Dortmund soll es laut Konzept eingezäunte Verzehrbereiche geben, bei denen sowohl die Ankunft als auch das Verlassen der Gäste durch Check-In an Scan-Terminals und Drehkreuzen mit Daten-Speicherung festgehalten wird. Jeder kann also schauen, wie ausgelastet die jeweiligen Stände auf dem Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund sind. Ist ein Bereich zu voll, kann der Gast also einen anderen Ort ansteuern. Ein Smartphone ist für den Besuch der Weihnachtsstadt aber kein Muss, die Daten können auch analog vor Ort hinterlegt werden.

Darüber hinaus sollen LED-Anzeigetafeln auf die Auslastung der jeweiligen Betriebe und Stände auf dem Weihnachtsmarkt in Dortmund hinweisen. Gäste könnten so durch Live-Informationen gesteuert werden. Bei allem seien die üblichen Corona-Regeln wie Hand-Desinfektion, Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung nicht zu vergessen. Auch Ruhr24.de berichtet darüber.

Mit all diesen Maßnahmen hoffen die Verantwortlichen, dass die Weihnachtsstadt Dortmund 2020 über die Bühne gehen kann. Noch steht nämlich nicht fest, ob der Weihnachtsmarkt stattfinden darf. Eine endgültige Genehmigung steht noch aus, wie ein Sprecher auf Nachfrage von wa.de bestätigte. Mit einer Entscheidung wird bis zum Ende der letzten Oktober-Woche gerechnet. *Ruhr24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare