Dortmund, Münster und Co.

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW: Corona-Lockdown zwingt Städte zur Absage

Glühwein, Crêpes - und Maske? Bald würden die ersten Weihnachtsmärkte öffnen. Aber im Corona-Jahr 2020 ist auch in NRW alles anders. Durch den neuen Lockdown ist ein Start im November ausgeschlossen.

Hamm - In wenigen Wochen hätte es losgehen sollen: Einige Schausteller wollten trotz Corona Weihnachtsmärkte in NRW veranstalten - und auch schon im November eröffnen. Da sich das Coronavirus aber weiter ausbreitet, und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen mit den Ministerpräsidenten der Länder einen Lockdown beschlossen hat, ist der Start von Weihnachtsmärkten im November de facto ausgeschlossen. Dortmund hat am Donnerstag, 29. Oktober, die Reißleine gezogen und abgesagt.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW trotz Corona? Lockdown schließt das für November aus

Schon vor der Lockdown-Ankündigung hatten viele Städte in NRW ihre Weihnachtsmärkte abgesagt. Steigende Corona-Infektionszahlen sind eben keine gute Voraussetzung für Massenveranstaltungen.

Schon bald wird es eine neue Corona-Schutzverordnung für das Land NRW geben - die Beschlüsse von Bund und Ländern zum Lockdown und die neuen Regeln werden darin aufgenommen. Damit ist die aktuell noch geltende Corona-Schutzverordnung (Stand 17. Oktober) dann überholt. Viele Betreiber hatten auf deren Grundlage noch darauf gehofft, Weihnachtsmärkte stattfinden lassen zu können - mit festgelegten Hygiene- und Infektionsschutzstandards.

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW trotz Corona? Lockdown

Insbesondere die neuen Regeln zur Kontaktbeschränkung machen es undenkbar, mit Freunden über den Weihnachtsmarkt zu ziehen und sich etwa am Glühweinstand ins Getümmel zu stürzen. Denn der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstands erlaubt, in jedem Fall mit maximal zehn Menschen. Darüber hinausgehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien inakzeptabel, heißt es im Beschlusspapier. Bund und Länder wollen verstärkt kontrollieren und dabei zusammen wirken.

Der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte in seiner Ansprache am Mittwoch, 28. Oktober, auch auf Weihnachten verwiesen: „Wir wollen, dass die Advents- und die Weihnachtszeit eine Zeit wird, wo wir wieder auch innerlich am Ende eines solch dramatischen Jahres zur Ruhe kommen können.“ Deshalb seien die drastischen Lockdown-Maßnahmen im November nötig. Ob Betreiber von Weihnachtsmärkten weiter an ihren Plänen festhalten - und möglicherweise im Dezember nach dem Lockdown Angebote machen, ist derzeit unklar. Das Land NRW hat sich noch nicht dazu geäußert, ob Weihnachtsmarkt-ähnliche Angebote dann unter Auflagen möglich sein könnten. Schon jetzt sind allerdings viele Märkte abgesagt.

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW trotz Corona? Viele Städte haben schon abgesagt

Keine Eisfläche, keine Buden: Die Stadt Hamm hat wegen der steigenden Corona-Fallzahlen und den damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens am Donnerstag, 29. Oktober, den Weihnachtsmarkt für dieses Jahr abgesagt. Das trifft neben den vielen Besuchern vor allem die Schausteller hart.

Absage auch in Aachen: Er gehört zu den schönsten Weihnachtsmärkten in NRW und hat nach Angaben der Stadt jährlich 1,5 Millionen Besucher: der Weihnachtsmarkt in Aachen. Doch der beliebte Printenmarkt ist für dieses Jahr Geschichte. Stadt und Veranstalter haben sich am 21. Oktober entschieden, der Weihnachtsmarkt abzusagen. Im Gespräch mit dem WDR erläuterte der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp, dass auch die Nähe zu Belgien und den Niederlanden eine Rolle spiele. Die neue Situation mit Lockdown und verschärften Regeln im November kommt nun obendrein dazu.

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW trotz Corona: Entscheidung über Markt in Dortmund am 30. Oktober

In Dortmund sind nun Konsequenzen gezogen worden. Patrick Arens, Schausteller und Organisator bestätigte im Gespräch mit wa.de die Absage. Vorher hatten die Veranstalter der Weihnachtsstadt 2020 mit einem Corona-konformen Konzept geplant: Einlass zum Gelände wie auch für die diversen Stände per App, LED-Hinweistafeln und andere Hygiene-Maßnahmen wie Abstand halten oder Maskenpflicht. Dafür keine Bühnenprogramme oder andere „entbehrliche Anziehungspunkte“ auf dem Weihnachtsmarkt 2020 in Dortmund. Angesichts des neuen Lockdowns und der laut Arens dynamischen Entwicklung helfe aber auch das beste Hygienekonzept nicht mehr.

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW trotz Corona: Köln erteilt Absagen an die großen Märkte

Klarheit gibt es unterdessen in Köln schon länger: Kurz nach dem Beschluss von Bund und Ländern, Großveranstaltungen bis Ende des Jahres weiter zu verbieten, sagten die Betreiber die größten Weihnachtsmärkte in der Domstadt ab. Das betraf zunächst den Weihnachtsmarkt am Kölner Dom mit jährlich vier Millionen Besuchern, dann den Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt, mit rund 120 Ständen und einer 1.800 Quadratmeter großen Eislandschaft der größte Weihnachtsmarkt in Köln. Und zu guter Letzt kam auch die Absage für den Markt der Engel am Neumarkt.

Über die vielen anderen Weihnachtsmärkte in Köln ist größtenteils noch nicht entschieden worden. Zuletzt war lediglich beim Hafen-Weihnachtsmarkt schon eine Entscheidung gefallen. Mit Stand 12. Oktober sollte dieser stattfinden. In enger Absprache mit dem Gesundheitsamt Köln sollte ein umfassend ausgearbeitetes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erstellt werden. Ob das jetzt durch den Lockdown im November hinfällig ist, wird sich in Kürze herausstellen.

Und auch für viele weitere Städte in NRW gibt es bereits Absagen der Weihnachtsmärkte, wie verschiedene Medien berichtet haben. Hier einige in der Übersicht:

  • Bochum
  • Bonn
  • Bottrop
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Gelsenkirchen
  • Gütersloh
  • Hamm
  • Herne
  • Moers
  • Remscheid
  • Siegen

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW trotz Corona: Markt in der Düsseldorfer Innenstadt abgesagt

Klarer Fall in Düsseldorf: In der Landeshauptstadt von NRW sollte am 19. November der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt öffnen. „Doch angesichts der dynamischen Entwicklung der Pandemie und der gebotenen Kontaktbeschränkungen haben wir uns entschieden, den Markt abzusagen“, heißt es bereits seit Tagen auf der Homepage von Düsseldorf Tourismus. Wie es um die anderen, kleineren Weihnachtsmärkten in der Landeshauptstadt steht, ist noch unklar. Es steht zu vermuten, dass auch diese wegen der Corona-Pandemie immer unwahrscheinlicher werden.

Noch im Oktober waren Details zu einem Hygienekonzept veröffentlicht worden. „Bis zuletzt haben wir gehofft, dass uns dadurch ein Weihnachtsmarkt gelingt, den alle mit einem guten Gefühl besuchen können“, sagte Tourismus-Geschäftsführer Ole Friedrich. „Aber die aktuelle Entwicklung hat gezeigt, dass das dieses Jahr einfach nicht möglich ist.“

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW trotz Corona: Münster sagt alles ab

Münster hat - bereits vor Verkündung des neuen Lockdowns - einen radikalen Schritt unternommen und sämtliche Weihnachtsmärkte in der Stadt abgesagt. Diesen Entschluss hat die Stadtverwaltung in einer kurzfristig einberufenen Sitzung gemeinsam mit den Veranstaltern getroffen.

Ein Weihnachtsmarkt, der den Geboten der Pandemiebekämpfung ausreichend Rechnung trägt, sei derzeit nicht möglich, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Zuvor hatte Münster versucht, wenigstens einige Märkte mit strengen Auflagen zu retten.

Weihnachtsmärkte 2020 in NRW trotz Corona: Absage auch in Soest

Auch der beliebte und besondere Weihnachtsmarkt in Soest kann nicht stattfinden. Wirtschaft und Marketing Soest (WMS) hatten lange daran festgehalten, den Menschen etwas Weihnachtsstimmung zu bieten, wie soester-anzeiger.de berichtet. Am Mittwochabend, nachdem Bund und Länder die neuen Corona-Maßnahmen verkündet hatten, zogen die Organisatoren aber Konsequenzen und sagten ab.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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