Nach schwerem Motorradunfall

Feuerwehrmann bedroht und für Chaos gesorgt: Feuerwehr zeigt Unfall-Drängler an

Warstein-Allagen: Feuerwehr erstattet Anzeige gegen Autofahrer
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Mitten in der Einsatzstelle standen plötzlich Autofahrer und behinderten Feuerwehr und Polizei bei ihrer eigentlichen Arbeit.

Die Feuerwehr Warstein hat Anzeige erstattet, nachdem Autofahrer am Samstagvormittag für Chaos in einer Unfallstelle auf der B 516 sorgten.

Allagen – Ein Motorradfahrer war am Samstag gegen 10.45 Uhr auf der B 516 in Warstein-Allagen verunglückt – ein Autofahrer hatte dem 56-jährigen Warsteiner die Vorfahrt genommen

Der Zweiradfahrer erlitt bei dem Unfall schwere Verletzungen, musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen werden. Noch während das am Boden liegende Unfallopfer von den Rettungskräften versorgt wurde, drängelten sich Autofahrer an den Absperrungen vorbei, fuhren mitten durch die Einsatzstelle, brachten den Verletzten und auch die Einsatzkräfte der Löschgruppe Allagen, des Rettungsdienstes und der Polizei in akute Gefahr.

Ein Rettungshubschrauber flog den Schwerverletzten in eine Spezialklinik.

Ein Autofahrer, der von einem Feuerwehrmann gestoppt worden war, sagte, dass er es eilig habe, drohte dem Feuerwehrmann demonstrativ mit der Faust und gab Vollgas. Auch im weiteren Verlauf des Einsatzes fuhren Autofahrer teilweise über den Grünstreifen, um ihre Fahrzeuge durch die abgesperrte Unfallstelle zu manövrieren – sie wurden von der Polizei gestoppt und zurückgeschickt.

Ein Passant zückte sein Handy und machte Fotos, auf denen die Kennzeichen zu erkennen sind. Mit diesem Beweismaterial im Rücken wurde nun von Seiten der Wehrführung der Feuerwehr Warstein Anzeige erstattet.

Bürgermeister: "Stadt steht hinter Euch!"

„Ich bin entsetzt. Die Stadt steht ohne Wenn und Aber hinter Euch und unterstützt nachdrücklich die straf- und ordnungsrechtliche Verfolgung“, betonte Bürgermeister Dr. Thomas Schöne in einem Statement gegenüber der Feuerwehr.

Die Unfallstelle wurde in alle vier Richtungen gesperrt. Einige Autofahrer interessierte das nicht.

Im Gespräch mit dem Anzeiger sagte Schöne: „So ein Verhalten mancher Menschen geht einfach nicht! Wir können diese zunehmende Aversion gegen Rettungskräfte aller Art nicht hinnehmen.“ Der Bürgermeister hob hervor, dass dieses Problem „sich nicht mehr ‘nur’ in Großstädten“ abspielt, sondern auch in den ländlichen Raum gezogen ist. 

Dr. Thomas Schöne: "Wir können solche Vorfälle nicht unbeantwortet stehen lassen"

Durch das konsequente Vorgehen gegen das Verhalten besagter Autofahrer wolle man etwas gegen die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften in Teilen der Gesellschaft unternehmen. „Wir können solche Vorfälle nicht unbeantwortet stehen lassen. Würden wir nichts tun, wäre die Botschaft: ‘Das kannste ruhig machen – da passiert schon nichts’.“ 

Warsteins Bürgermeister Dr. Thomas Schöne.

Auf den Kommentar des Anzeigers bezugnehmend, in dem Fahrverbote als Mindest-Strafe gefordert wurden, sagte er: „Ich halte es für genau richtig, wenn mit einem Führerscheinentzug reagiert würde. Das ist das, was die Autofahrer am härtesten trifft!“

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