Schäden 2020 schon höher als 2019

Waldbrände in NRW: Gefahr steigt mit Temperaturen und Menschenmassen

NRW droht das schlimmste Waldbrandjahr seit langem. Die ersten Großeinsätze sind gelaufen - die Gefahr steigt jetzt wieder analog zu den Temperaturen und den Menschenmassen.

  • In NRW sind längst die ersten großen Waldbrände ausgebrochen.
  • Die Schäden durch Waldbrände sind schon jetzt größer als im gesamten Jahr 2019.
  • Das Regionalforstamt Ruhrgebiet mahnt daher noch einmal zur Vorsicht.

Update, 30. Mai, 20.16 Uhr: Im Sauerland wurde ein Brand in einem trockenen Nadelwald nahe der Autobahn A45 gemeldet. Die Feuerwehr Meinerzhagen rückte aus.

Update, 29. Mai, 14.29 Uhr: Sonne, Trockenheit, Hitze - die nächsten Waldbrände lassen nicht lange auf sich warten. Aktuell zieht eine große Rauchwolke über den Märkischen Kreis. 100 Retter sind in Altena im Einsatz. Weitere sind angefordert.

Update, 20. Mai, 17.03 Uhr: In Werdohl im Sauerland gab es in der Nacht auf Mittwoch einen Großeinsatz für die Feuerwehr: Hier brannten mehr als 100 Quadratmeter Unterholz.

Waldbrände in NRW: Borkenkäfer-Gefahr in den Wäldern

Update, 20. Mai, 14.45 Uhr: Das Regionalforstamt Ruhrgebiet bittet stellvertretend für alle Forstämter in NRW noch einmal alle Bürger mit Blick auf das lange Himmelfahrts-Wochenende und die bis auf 30 Grad steigenden Temperaturen eindringlich um Vorsicht und umsichtiges Verhalten in den Wäldern.

"Laufende Kontrollgänge haben gezeigt, dass Laubstreu, alte Bodenvegetation aus dem Vorjahr, Reisig und Holzmaterial derartig trocken sind, dass ein kleiner Funke bereits unheilvolle Folgen haben könnte. Die Dürresommer der vergangenen Jahre und die Borkenkäfer sorgen für ungewöhnlich viel trockenes Totholz und damit für eine ungewöhnliche zusätzliche Waldbrandgefahr", heißt es.

Schon jetzt seien die Schäden durch Waldbrände 2020 größer als die im gesamten Jahr 2019. Gleichzeitig seien durch die Coronavirus-Pandemie mehr als doppelt so viele erholungssuchende Menschen im Wald unterwegs wie üblich.

Waldbrände in NRW: So verhalten Sie sich richtig

"Die ersten Auflockerungen der Pandemie-Einschränkungen und der so genannte Vatertag führen wahrscheinlich zu einem zusätzlichen Andrang der Menschen in die Waldnatur. Regionalforstämter, Waldbesitzende und Feuerwehren sind momentan besonders aufmerksam, um im Falle des Falles sofort reagieren zu können", so das Regionalforstamt.

Es erinnert an diese Verhaltensweisen: 

  • Offenes Feuer und Grillen im Wald sind grundsätzlich immer verboten.
  • Das Rauchen im Wald ist von Anfang März bis Ende Oktober untersagt.
  • Melden Sie Brandnester und Waldbrände noch aus dem Wald heraus per Handy sofort über die Rufnummer 112.
  • Hilfreich bei Ortsangaben können ausgewiesene Rettungspunkte, Ausflugslokale oder Wanderparkplätze sein.
  • Nutzen Sie ausschließlich ausgewiesene Wanderparkplätze und parken Sie nicht an den Waldwegen. Diese Wege sind Feuerwehrzufahrten, durch die im Ernstfall auch große Löschfahrzeuge zum Waldbrand fahren müssen.

Waldbrände in NRW: Polizei jetzt deutlich schlagfertiger

Update, 12. Mai, 11.00 Uhr: Die NRW-Polizei hat neue Löschwasserbehälter für ihre Hubschrauber bekommen. Sie soll damit die Feuerwehr aus der Luft beim Löschen von Waldbränden unterstützen. Die sogenannten "Bambi Buckets" wurden 2019 für 880.000 Euro angeschafft - inklusive Schulung der Piloten. 

Zum ersten Mal seien die Behälter am 20. April beim verheerenden Waldbrand bei Gummersbach zum Einsatz gekommen. Die "Bambi Buckets" seien eine Antwort auf den Klimawandel. Die Fliegerstaffel der Polizei fliegt durchschnittlich rund 2000 Einsätze pro Jahr in NRW. Sie ist an den Flughäfen Düsseldorf und Dortmund stationiert.

Waldbrände in NRW: Landwirte und Firmen helfen

Update, 26. April, 9.11 Uhr:Mehrere Brände im Teutoburger Wald: An insgesamt fünf Einsatzstellen mussten am Samstagabend rund 300 Feuerwehrleute aus Halle, Werther, Bielefeld, Spenge und Enger Waldbrände löschen. Die Polizei geht aufgrund der zeitgleich aufflammenden Brände von Brandstiftung aus. Sie nahm zwei Personen vorübergehend fest. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. 

Die Feuerwehrleute machten mehrere Firmen und Landwirte mobil, die mit ihren Gülleanhängern oder Tankaufliegern schließlich rund 200 Kubikmeter Wasser bereitstellten.

Landwirte halfen bei der Wasserbeschaffung. An fünf Stellen im Teutoburger Wald hat es in der Nacht gebrannt. Es war nicht der erste Waldbrand in diesem trockenen April in NRW.  

Waldbrände in NRW: Feuer im Teutoburger Wald

Die Leitstelle der Polizei berichtete am Samstagabend, dass gegen 20.40 Uhr mehrere Zeugen brennende Bäume und Sträucher im Teutoburger Wald gemeldet hatten. Demnach wurden in den Orten Werther und Halle großflächige Absperrungen vorgenommen, damit die Einsatzkräfte ungestört arbeiten konnten. 

Brandursachenermittler der Kreispolizeibehörde Gütersloh haben noch am Abend die Ermittlungen aufgenommen. Aufgrund der zeitgleich gemeldeten Brandorte, welche schätzungsweise 100 Meter bis 200 Meter auseinander lagen, kann eine Brandstiftung derzeit nicht ausgeschlossen werden, teilten die Beamten mit. 

Waldbrände in NRW: Verdächtige Männer vernommen

Gegen 22 Uhr konnten zwei verdächtig erscheinende Männer im Bereich Isingdorfer Feld/Schulstraße in Werther angetroffen werden, wie die Polizei weiter mitteilte. Die beiden Männer würden vernommen, ein Tatverdacht abgeklärt, hieß es weiter.

Die Polizei Gütersloh sucht ferner Zeugen.  Wer hat am Samstagabend verdächtige Beobachtungen rund um das Waldgebiet Werther und Halle (Westf.) gemacht? Hinweise und Angaben dazu nimmt die Polizei Gütersloh unter der Telefonnummer 05241/869-0 entgegen.

Waldbrände in NRW: Brandstiftung in Warstein

Update, 25. April: Brandstiftung in einem Wald in Warstein: Die Feuerwehr musste dort am Freitagabend einen Waldbrand bekämpfen. Die Polizei ermittelt nun nach eindeutigen Hinweisen in eine klare Richtung.

Update, 15.30 Uhr: Die Feuerwehr Gummersbach warnt lebensmüde Spaziergänger. Zwar konnte sie die Zahl der Einsatzkräfte verringern, musste jedoch vermehrt Fußgänger und Fahrradfahrer verwarnen, die durch die Einsatzstelle oder gelaufen beziehungsweise gefahren sind.

Durch umfallende Bäume besteht Lebensgefahr: Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW hat eine Allgemeinverfügung erlassen - Verstöße gegen diese können mit sensiblen Geldstraßen von bis zu 25.000 Euro geahndet werden. 

Update, Donnerstag, 23. April, 8.45 Uhr: Auch in der Nacht zum Donnerstag haben Feuerwehrleute weitere Glutnester in einem Wald in Gummersbach gelöscht. Der Brand war am Montagmittag ausgebrochen, etwa 35 Hektar Wald standen in Flammen. Seit Dienstag war das Feuer zwar unter Kontrolle; noch am Mittwoch waren aber rund 130 Feuerwehrleute im Einsatz. 

Waldbrände in NRW: Löscharbeiten in Hagen-Dahl

Update, 22.36 Uhr: Im Süden von Hagen ist am Mittwoch ein Waldbrand ausgebrochen. Im Stadtteil Dahl waren laut WDR rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz, denen insbesondere der Wind das Leben schwer machte. Denn dieser fachte die Flammen immer wieder an. Insgesamt brannten zwei Hektar Wald.

Waldbrand in Hagen am Mittwoch, 22. April.

Besonders anspruchsvoll waren die Löscharbeiten auch, weil sich das Feuer bergauf fraß. Deshalb konnten die Einsatzkräfte nur angeseilt löschen. Wie lange der Einsatz noch andauert, war zunächst unklar.

Der Wind treibt die Flammen - wie hier bei einem Waldbrand in Hagen - immer weiter voran.

Waldbrände in NRW: Besonders schwieriges Jahr droht

Nordrhein-Westfalen - Die ersten großen Waldbrände des laufenden Jahres in Nordrhein-Westfalen machen wegen immer wieder auflodernder Glutnester tagelange Einsätze vieler Feuerwehrleute erforderlich. Dabei kommen auch Polizeihubschrauber zum Einsatz, die die mit Löschwasser in Spezialbehältern und Wärmebildern helfen.

Einsatzkräften zufolge entfacht der Wind indes die Feuer wieder und trocknet die Böden weiter aus. Ohnehin ist in etlichen Waldgebieten durch Sturmschäden oder die Borkenkäferplage viel leicht brennbares Material vorhanden. Ein Feuerwehr-Experte befürchtet bei anhaltender Trockenheit 2020 das schlimmste Waldbrandjahr für NRW seit langem.

Waldbrände in NRW: Wind bringt Lage außer Kontrolle

Die aufflackernden Brände im deutsch-niederländischen Grenzgebiet waren nach Angaben des Kreises Viersen am Mittwochnachmittag zwar unter Kontrolle. Allerdings entflammte aufkommender Wind einzelne Brandherde auf deutscher Seite wieder. Der Kreisbrandmeister Rainer Höckels bezeichnete die Lage im Grenzbereich Niederkrüchten/Meinweg als "instabil - stabil".

In der Grenzregion brannten seit Montagmittag die Heide und der Wald, vor allem auf niederländischer Seite. Die Feuer hätten sich am Dienstagnachmittag sogar auf rund 200 Hektar ausgedehnt. Rund 200 Feuerwehrleute aus Deutschland waren allein am Mittwoch im Einsatz. Seit dem Montag waren es laut den Kreisangaben insgesamt knapp 1000.

Waldbrände in NRW: Dichter Rauch sorgt für Evakuierung

In der Nacht zum Mittwoch wurde der rund 4000 Einwohner zählende niederländische Ort Herkenbosch nach Angaben der Gemeinde wegen des dichten Qualms evakuiert. Für die Betroffenen richtete das Rote Kreuz in 16 Turnhallen Notquartiere ein - wegen der Corona-Pandemie mit nicht mehr als 50 Betten je Halle. Nur wenige nutzten das Angebot.

Zwar konnten die Bewohner am Mittwoch zwischendurch unter Aufsicht dringend benötigte Gegenstände aus ihren Wohnungen holen, wann die Evakuierung beendet werden kann, stand am Nachmittag noch nicht fest.

Waldbrände in NRW: Feuerwehren im Einsatz

Am Großeinsatz waren am Mittwoch unter anderem Feuerwehrleute aus Gelsenkirchen und dem Kreis Coesfeld beteiligt. Die Unterstützungskräfte würden regelmäßig ausgetauscht. Auf der niederländischen Seite sei mit zwei Bergepanzern eine Brandschneise durch den Wald gezogen worden, um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern, teilte der Kreis Viersen weiter mit. Die Schwalm werde für die Löschwasserversorgung aufgestaut. Über mehr als sieben Kilometer werde es zu den Einsatzkräften transportiert.

Die Einsätze bei der Hitze fordern den Einsatzkräften alle Kräfte ab.

Auch die Einsatzkräfte müssten die Corona-Problematik beachten, schilderte ein Sprecher der Feuerwehr Gelsenkirchen. Damit sich in den Löschfahrzeugen bei der Anfahrt nicht zu viele Feuerwehrleute auf engstem Raum befinden, kämen zusätzlich Transporter zum Einsatz.

Waldbrände in NRW: Großbrand in Gummersbach

Mehr als 100 Kilometer entfernt vom niederländisch-deutschen Grenzgebiet löschten Feuerwehrleute in Gummersbach im Oberbergischen Kreis am Mittwoch Glutnester eines großflächigen Waldbrandes. "Ein Ende ist nun heute doch nicht abzusehen", sagte ein Feuerwehrsprecher am Mittwochnachmittag der Deutschen Presse-Agentur. Der Einsatz werde voraussichtlich noch die Nacht hindurch in den Donnerstag gehen.

Die Polizei unterstützt die Feuerwehr mit Wasserwerfern.

Immer wieder steige an nicht vermuteten Stellen Rauch auf. "Die Glut hat sich richtig in den Boden reingefressen", schilderte er. Allein am Mittwoch seien 130 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen. Das Feuer war am Montagmittag ausgebrochen, 35 Hektar Wald hatten in Flammen gestanden. Am Dienstag brachten die Einsatzkräfte den Brand unter Kontrolle. Hunderte Helfer sowie zwei Polizeihubschrauber mit Behältern für Löschwasser und Flughafenfahrzeuge waren beteiligt.

Waldbrände in NRW: Experte befürchtet schlimmere Lage

Waldbrand-Experte Ulrich Cimolino befürchtet angesichts von Trockenheit, Sturmschäden und Borkenkäferbefall eine weitere Zunahme der Waldbrände im laufenden Jahr. Dieses Jahr werde bei der bislang absehbaren Wetterentwicklung wegen der Vorschäden "noch schlimmer" als 2018 und 2019, sagte Cimolino der Rheinischen Post. Die beiden Vorjahre waren nach den Worten des Branddirektors der Feuerwehr Düsseldorf bereits "schlimme Waldbrand-Jahre" in NRW.

Stürme hätten in den vergangenen Jahren großen Schaden in den Wäldern in NRW angerichtet, dazu kämen Schäden durch Trockenheit. "Der Borkenkäfer hat die Situation zusätzlich verschärft: Er sucht sich bereits beschädigte Bäume und befällt vor allem Fichten und Nadelhölzer. Stirbt das Holz ab, wird es brandgefährlich, da es schneller Feuer fängt", erläuterte Cimolino, der Vorsitzender des Arbeitskreises Waldbrand beim Deutschen Feuerwehr-Verband ist.

Waldbrände in NRW: Hier sieht Experte Verbesserungsbedarf

"Im Sauerland und in der Eifel gibt es viele beschädigte Gebiete. Der starke Wind verstärkt das Problem zusätzlich, dadurch herrscht dort besonders große Waldbrandgefahr", sagte Cimolino. Es gebe ein gut funktionierendes Bereitschaftssystem, nach dem sich Städte und Kreise bei Großlagen unterstützen. Bei den Fahrzeugen sieht er aber einen Nachbesserungsbedarf. Viele Kommunen hätten in der Vergangenheit eher multifunktionale Fahrzeuge und Ausstattung angeschafft. Eher vernachlässigt worden seien Spezialfahrzeuge für den Waldbrandschutz.

Laut NRW-Innenministerium sind bei den Großbränden mehrere Hubschrauber der Bundespolizei und einer der Landespolizei beteiligt. "Bei wenig Regen und trockenen Wäldern werden Waldbrände schnell zu einer echten Bedrohung. Und wir müssen angesichts der klimatischen Veränderungen damit rechnen, dass uns dieses Problem in den kommenden Jahren immer öfter beschäftigt", hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) zu den Flugeinsätzen erklärt.

Rubriklistenbild: © dpa

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