Er saß in der JVA Werl ein

Frei gelassener Frauenmörder in Ahlen? - Polizei in Sorge

Nach der Verbüßung seiner Haftstrafe könnte sich ein 29-jähriger Mörder in Ahlen aufhalten. Die Polizei überwacht ihn streng.
+
Nach der Verbüßung seiner Haftstrafe könnte sich ein 29-jähriger Mörder in Ahlen aufhalten. Die Polizei überwacht ihn streng.

[Update] Nach der Freilassung eines verurteilten Frauenmörders beteiligt sich auch die Polizei im Kreis Warendorf an der Überwachung des Mannes. Vermutlich hält er sich in diesem Bereich auf.

Kreis Warendorf/Ahlen - Nach Berichten unter anderem der „Glocke“ hatte der 29-jährige Mörder im Alter von 17 Jahren eine Frau brutal getötet und war dafür vom Landgericht Hagen zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er soll sein Opfer – eine 75-jährige Rentnerin – im Sommer 2008 im Wald bei Kierspe getroffen haben, als die Frau einen Hund ausführte. Medienberichten von damals zufolge zog der 17-Jährige ein Butterfly-Messer und stach auf die Frau ein. Es habe einen schweren Kampf gegeben, sagte der Oberstaatsanwalt 2008. Die Frau habe sich heftig gewehrt, sei aber an schwersten Stichverletzungen am Kopf gestorben.

Nach Absitzen seiner zehnjährigen Strafe wurde der Mann den „Westfälischen Nachrichten“ zufolge 2018 aus der Justizvollzugsanstalt Werl entlassen und in einem überwachten Wohnverbund des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe im Hochsauerlandkreis untergebracht. Das Amtsgericht Marsberg hob die Betreuungs- und die Unterbringungspflicht aber auf und berief sich dabei auf ein Gutachten eines Berliner Rechtsexperten. Dieser hält den Mann den Berichten zufolge für ungefährlich.

Polizei sieht Rückfallgefahr

Die Polizei sieht das anders; sie hält heute 29-Jährigen für nicht therapierbar und rückfallgefährdet. Gleich mehrere Polizeibehörden observieren den Mann jetzt dauerhaft und flächendeckend, heißt es. Die Führung des Einsatzes lag zunächst bei der Kreispolizeibehörde des Hochsauerlandkreises, da der Mann aus einer dort befindlichen Einrichtung entlassen wurde.

Auch die Polizei in Warendorf beteiligt sich allerdings an der Überwachung, da der Ex-Insasse der JVA Werl verwandtschaftliche Kontakte in Ahlen haben soll. Es wird vermutet, dass er dorthin ziehen könnte.

Freigelassener hat Rechte

„Der Schutz der Bevölkerung hat allerhöchsten Vorrang in dieser potenziellen Gefährdungslage“, sagte Landrat Olaf Gericke als Chef der Kreispolizeibehörde Warendorf. „Deshalb habe ich beim zuständigen Amtsgericht den Antrag gestellt, dass der Mann ein elektronisches Ortungssystem tragen muss.“ NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) habe Unterstützung für den Einsatz zugesagt.

Gericke betonte, dass die Polizei zwar verantwortlich für die Sicherheit aller Bürger sei. Gleichwohl seien die Rechte des nach Verbüßung seiner Haftstraße entlassenen Straftäters zu achten: „Eine Resozialisierung kann nur erfolgreich sein, wenn eine Stigmatisierung vermieden wird!“

Lesen Sie auch:

Nach langem Schweigen: Vergewaltiger gesteht seine Taten

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare