Beim Hochwasser-Einsatz gestorben

Verunglückter Feuerwehrmann in Altena: Hunderte Retter nehmen Abschied

Mehr als 200 Feuerwehrmänner und -frauen standen bei der Beerdigung des verunglückten Feuerwehrmannes Oliver Diehl Spalier vor der Friedrichskirche in Altroggenrahmede.
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Mehr als 200 Feuerwehrmänner und -frauen standen bei der Beerdigung des verunglückten Feuerwehrmannes Oliver Diehl Spalier vor der Friedrichskirche in Altroggenrahmede.

Er ertrank bei dem Versuch, jemanden zu retten: In Altena ist während des Hochwassers ein Feuerwehrmann gestorben. Jetzt nahmen Hunderte Abschied.

Altena – Mehr als 200 Rettungskräfte haben am Montag von Oliver Diehl in Altena Abschied genommen. Der Feuerwehrmann ertrank beim Hochwasser-Einsatz, als er einen anderen Menschen retten wollte. Was bleibt, ist die Frage nach dem Warum - und der Versuch, nach vorne zu schauen.

Still stehen sie in Vierer-Reihen hintereinander. Den Blick zur Kirche. Ein stummer Schrei nach dem Warum. 200 Feuerwehrmänner und -frauen – vielleicht sogar mehr – bilden die Ehrengarde für den verstorbenen Kameraden Oliver Diehl. Als er auf dem Weg war, Menschen zu retten, wurde er selbst von den Fluten weggerissen. Am 14. Juli.

Niemand wird diesen Tag vergessen, als einer von ihnen, der mit Leib und Seele Feuerwehrmann war, während des furchtbaren Unwetters im Dienst sein Leben verlor. Eine Stunde vor Gottesdienstbeginn ist der Platz vor der Friedrichskirche in Altroggenrahmede am Montag in ein Meer von blauen Uniformen getaucht.

Pfarrer: „Es tut so weh“

Auch Mitglieder befreundeter Feuerwehren aus den Nachbarstädten, Hilfsorganisationen und die VDM-Werkfeuerwehr erweisen Oliver Diehl die letzte Ehre – ebenso wie Kreisbrandmeister Michael Kling und Altenas Bürgermeister Uwe Kober. Die Mitglieder der Löschgruppe Rosmart, Heimat von Oliver Diehl, stehen gleich neben dem Kirchportal. Um Fassung und Haltung bemüht. Vier Fackelträger werden später die Urne zum Grab begleiten.

„Es tut so weh“, sagt Pfarrer Thorsten Brinkmeier und ergänzt: „Wir dürfen klagen, wir dürfen fragen.“ Die Predigt wird über Lautsprecher auf den Vorplatz übertragen. Doch die Übertragung ist leise. Zu leise für so viele Zuhörer. Pastor Brinkmeier erzählt von Oliver Diehl, wie er vor Ideen und Plänen strotzte, nicht so gern still saß und wie er seine Feuerwehr, der er 28 Jahre angehörte, geliebt hat. Er wollte jungen Menschen ein Vorbild sein. Er feierte gern und war am nächsten Morgen einer der ersten, die sich zum Aufträumen einen Besen schnappten. Sein Rückzugsort war die Natur und die Jagd, doch bei manchem zu schießenden Bock hatte er Mitleid.

„Oliver bleibt Inspiration und Kraftquelle“

Mit 46 Jahren wurde Oliver Diehl, den alle nur Oli nennen, jäh aus dem Leben gerissen. Für seine Familie und Freunde bleibt eine Ohnmacht, die schwer auf der Seele liegt. Jetzt gilt es, den Blick behutsam nach vorn zu richten, die Last gemeinsam zu tragen. Die Zahl der Menschen, die dies tun wollen, ist beeindruckend. „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, spielt Leo Voos an der Orgel. Oliver Diehl mochte dieses Lied, sagt Pfarrer Brinkmeier und versucht, Hoffnung mit auf den Weg zu geben: „Oliver bleibt Inspiration und Kraftquelle.“

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