In der Nacht in Siegen / Vergleichbarer Vorfall 2010

Versuchter "Suicide by Cop": Mann (33) wollte sich erschießen lassen

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Siegen - Dramatische Ereignisse in der Nacht auf Donnerstag in Siegen! Ein 33-jähriger Mann wollte sich nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei von Polizeibeamten erschießen lassen ("Suicide by Cop"), die wegen eines vermeintlichen Einbruchs in den Stadtteil Geisweid gefahren waren. Der Mann eröffnete sofort auf offener Straße das Feuer auf die Beamten, die zurückschossen, den Täter trafen, aber nicht lebensgefährlich verletzten. Der hatte mit einer Schreckschusswaffe geschossen, ein Abschiedsbrief und ein Entschuldigungsschreiben an die Polizeibeamten wurden gefunden. Vor acht Jahren hatte der 33-Jährige bereits ähnlich agiert.

Am frühen Donnerstagmorgen um kurz vor 1 Uhr habe ein männlicher Anrufer über Notruf bei der Leitstelle der Polizei in Siegen angerufen und mitgeteilt, dass soeben in seine Wohnung in Siegen-Geisweid in der Otto-Brenner-Straße eingebrochen worden sei.

"Daraufhin wurde eine Streifenwagenbesatzung zur gemeldeten Tatörtlichkeit entsandt. Als diese in der besagten Straße eingetroffen war, kam den Beamten auf der Fahrbahn eine männliche Person entgegen, die - als sie von den Beamten angesprochen wurde - augenblicklich eine Waffe zog und damit mehrfach in Richtung der Kollegen schoss.

Gefesselt und vorläufig festgenommen

Die Polizisten erwiderten das Feuer, wobei der Mann getroffen wurde und daraufhin zu Boden ging. Dort konnte er alsdann gefesselt und vorläufig festgenommen werden. Die Waffe, die sich dann als Schreckschusswaffe herausstellte, wurde von der Polizei sichergestellt", heißt es in einer gemeinsamen Sonderpressemeldung der Staatsanwaltschaft Siegen, des Polizeipräsidiums Hagen und der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein von Donnerstagmittag.

Und weiter: "Bei der Person handelt es sich um einen 33-jährigen deutschen Staatsangehörigen. Der Mann wurde anschließend mit einem Rettungswagen einem ortsansässigen Krankenhaus zugeführt. Seine Verletzung wurde ärztlich versorgt und ist nicht lebensgefährlich."

Polizei Hagen übernimmt Ermittlungen

Im Hinblick auf das Geschehen sei aus Gründen der gebotenen Neutralität polizeilicher Ermittlungen das Polizeipräsidium Hagen informiert worden, die die Ermittlungen übernommen hat. Zudem sei die Kapitaldezernentin der Staatsanwaltschaft Siegen, Staatsanwältin Bettina Dickel, informiert worden, die nun die Gesamtermittlungen leite.

"Aktuell gehen sowohl die Ermittler des Polizeipräsidiums Hagen als auch die Staatsanwaltschaft Siegen davon aus, dass der 33-Jährige den Einbruch in seine Wohnung vorgetäuscht hat und alsdann das Feuer auf die eingetroffenen Polizisten mit seiner Schreckschusswaffe eröffnet haben dürfte, um sich gezielt von den Beamten erschießen zu lassen (Suicide by Cop). Entsprechend äußerte sich auch der angeschossene 33-Jährige noch vor Ort gegenüber den eingesetzten Beamten", heißt es.

Polizisten bleiben unverletzt

Zudem hätten die weiterführenden Ermittlungen ergeben, dass der 33-Jährige bereits vor rund acht Jahren ein ähnliches Ereignis provoziert hatte, über das in der aktuellen nächtlichen Einsatzsituation noch keine Informationen verfügbar waren.

Die Beamten der eingesetzten Streifenwagenbesatzung seien nicht verletzt worden. "Sie werden von professionellen Kriseninterventions-Spezialisten der Polizei betreut", so die Ermittler abschließend. - eB

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