Gift gelangte ins Futter

Vergiftet! Biolandwirte verlieren ganze Rinderherde durch Blei aus Autobatterie

Blei aus einer Autobatterie ist in das Futter einer Bio-Rinderherde in Erwitte gelangt. Einige Tiere verendeten, andere mussten geschlachtet werden.
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Blei aus einer Autobatterie ist in das Futter einer Bio-Rinderherde in Erwitte gelangt. Einige Tiere verendeten, andere mussten geschlachtet werden. (Symbolbild) 

Durch Säure aus einer illegal entsorgten Autobatterie hat ein Biobauernhof in Erwitte seine ganze Rinderherde verloren. Einige der Aberdeen-Angus-Rinder starben an einer Bleivergiftung, die anderen mussten eingeschläfert werden.

  • Biobauern aus dem Kreis Soest haben eine ganze Rinderherde verloren, weil Blei aus einer Autobatterie ins Futter gelangte.
  • Die Batterie war beim Pressovorgang in Silage-Ballen geraten, Bleiaceton ausgetreten.
  • Einige Tiere verendeten, andere mussten eingeschläfert werden.

Erwitte - Bleiaceton aus Autobatterien, die auf ein Feld des Erwitter Biohofes gelangt sind, hat Tiere einerAberdeen-Angus-Herde vergiftet. Die Biolandwirte hatten vor etwa zwei Wochen die beiden ersten toten Kälber im Stall gefunden, schreibt der Biohof Böckum auf seiner Website. Der herbeigerufene Tierarzt stellte zum Entsetzen der Züchter eine Bleivergiftung fest. 

"Eine Bleivergiftung verläuft in den meisten Fällen tödlich. Die letzten Tage haben wir um das Überleben unserer Herde gekämpft. Leider haben wir diesen Kampf nun verloren. Unsere gesamte Herde ist der Bleivergiftung zum Opfer gefallen, viele starben und einige mussten wir, um sie von ihrem Leid zu erlösen, einschläfern lassen."

Vergiftete Rinder: Autobatterie in Silage-Ballen geraten

Die Biobauern fanden die Ursache in den Silage-Ballen: Eine Autobatterie war beimPressvorgang ins Futter gelangt und dadurch kaputt gegangen - das freigesetzte Bleiaceton gelangte ins Futter und zu den Tieren. 

Das Kreis-Veterinäramt und die Kriminalpolizei untersuchten das Futter näher und fanden Blei in insgesamt sechs Silage-Ballen. Unklar sei bisher, wie die Batterie auf das Feld, auf dem der Hof das Futter für seine Tiere in Bioqualität selbst anbaue, gelangt sei, ob es sich um illegale Sondermüllentsorgung oder gar um eine "mutwillige Zufügung von Schaden" handele. 

Rinder mit Blei vergiftet: "Müssen bei Null anfangen"

Derzeit zeigten fünf weitere Tiere der insgesamt 46-köpfigen Herde ebenfalls Symptome. Sie würden weiter beobachtet, sagte ein Sprecher des Kreises Soest. Die Übrigen sollen geschlachtet werden, weil der Hof von vorne beginnen und eine neue Herde aufbauen wolle. Das Fleisch dieser Tiere solle auf Tauglichkeit geprüft werden, bevor es verkauft werde.

"Wir stehen wieder ganz am Anfang und müssen bei Null anfangen. Davon lassen wir uns aber nicht unterkriegen. Im Gegenteil sind wir noch entschlossener, unsere Werte und Visionen mit ganzer Kraft und großer Freude an der Arbeit umzusetzen. Somit hat der behutsame Aufbau einer neuen Herde, die wir, wie auch die vorherige, nach bester Bio-Tradition halten werden, oberste Priorität", heißt es auf den Seiten des Biobetriebes weiter. "Wir bitten Sie daher um Verständnis, dass der Verkauf unseres Bio-Fleisches vorerst eingestellt ist. Denn auch mit unserer langjährigen Erfahrung in der Aufzucht und Haltung einer Aberdeen-Angus-Herde wird es einige Zeit dauern, bis wir uns erholt haben."

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