Attacke in Oberaden

Vergewaltigung in Bergkamen: Polizei und Tatverdächtiger schweigen

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Der 32-jährige Bergkamener, der vor knapp zwei Wochen unter dem dringenden Tatverdacht festgenommen wurde, eine 15-Jährige vergewaltigt zu haben, schweigt noch immer zu den Tatvorwürfen. Ein Recht, das ihm zusteht. Und auch die Polizei hüllt sich in Schweigen.

Bergkamen – Obwohl er sich nicht äußerte, sitzt der Tatverdächtige weiterhin in Untersuchungshaft, hat laut Aussage der Staatsanwaltschaft inzwischen aber einen Anwalt an seiner Seite. 

Die Ermittlungsarbeit und Spurenauswertung der Polizei ist unterdessen so gut wie abgeschlossen. Zu den Ergebnissen hüllt sich die Polizei allerdings komplett in Schweigen. Aus gutem Grund. „Auf die Ermittlungsakte haben im Moment nur die Sachbearbeiter Zugriff“, erklärt Pressesprecherin Vera Howanietz. „Nur sie kennen alle Details.“

Aus ermittlungstaktischen Gründen sei es notwendig, dass so wenig Personen wie möglich Bescheid wüssten, um den Täter aufgrund seines eigenen Wissens überführen zu können. „Er soll sich ja nicht herausreden können, diese Informationen auf anderen Wegen bekommen zu haben“, erklärt Howanietz. 

Überlegung über psychiatrische Untersuchung

In der Staatsanwaltschaft Dortmund wartet man unterdessen auf die Überstellung der Ermittlungsakte, um sich selbst ein Bild machen zu können. Auch der Anwalt des Tatverdächtigen wird dann Akteneinsicht erhalten. „Es wird auch noch überlegt, ob es eine psychiatrische Untersuchung zu seiner Schuldfähigkeit geben soll“, erklärte Henner Kruse, der für Presseanfragen zuständige Staatsanwalt. 

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Einige Analyseergebnisse stünden auch noch aus, weshalb die Ermittlungsarbeit noch nicht vollständig abgeschlossen sei. Bevor jedoch Anklage erhoben werden kann, muss die Staatsanwaltschaft erst noch selbst die Akten durcharbeiten. „Wir hatten uns natürlich einen ersten Überblick verschafft, um den für den Haftbefehl benötigten dringenden Tatverdacht herstellen zu können“, erklärte Staatsanwalt Henner Kruse. 

Um Anklage erheben zu können, müsse jedoch ein hinreichender Tatverdacht bestehen, sprich: Die Staatsanwaltschaft muss zu der Annahme kommen, dass der Tatverdächtige aufgrund der Beweise mit hoher Wahrscheinlichkeit auch verurteilt wird. Liegt dieser hinreichende Tatverdacht vor, muss die Staatsanwaltschaft allerdings auch Anklage erheben.

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