Schülerin (15) in Bergkamen vergewaltigt

Ermittler weisen weitere Tat nach: Vergewaltiger droht Sicherungsverwahrung

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Der mutmaßliche Tatort in Oberaden.

Im Juli ist in Bergkamen eine 15-Jährige vergewaltigt worden, der Tatverdächtige sitzt in Haft. Nun droht ihm Sicherheitsverwahrung, denn die Schülerin soll nicht sein erstes Opfer gewesen sein. 

Der mutmaßliche Vergewaltiger hatte bereits 2012 versucht, eine Frau zu überfallen und sie sexuell zu attackieren. Dem Täter droht nun nicht nur eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren, sondern auch eine anschließende Sicherheitsverwahrung. Und das dank der Aussage der Frau und der Ermittlungsarbeit von Staatsanwaltschaft und Polizei des Kreises Unna. "Wir haben noch eine weitere Tat aufklären können", sagte Henner Kruse von der Staatsanwaltschaft Dortmund. 

Die Frau, die der Täter am 22. Juli 2012 versucht haben soll, zu vergewaltigen, half wohl dabei, ihn nach der Tat in Bergkamen zu überführen.

Die damals 31-Jährige befand sich auf dem Weg nach Hause aus der Kamener Innenstadt, als sie auf den Täter traf. Er hatte nach eigenen Angaben einen Freund, der in der Nähe der 31-Jährigen wohnte, nach Hause gebracht, als sich die Wege von Täter und Opfer kreuzten. 

Täter schlug mehrfach zu und würgte die Frau

Gegen 3.15 Uhr trafen die damals 31-Jährige und der Täter in Kamen nahe des Ostrings und der Siedlung Gartenplatz aufeinander. Der Täter streckte die Frau mit einem Faustschlag nieder. "Er hat sie mehrfach geschlagen und auch gewürgt", sagt Staatsanwalt Henner Kruse. Die Frau erlitt schwere Verletzungen durch den Angriff, darunter auch eine Fraktur der linken Augenhöhle.

Der Täter habe ihr auch die Hose heruntergerissen und sei bereits an ihrem Slip gewesen, als junge Männer auf die Tat aufmerksam wurden, schildert Kruse. Das Opfer habe um Hilfe geschrien, die jungen Männer kamen zu ihr und der Täter floh.

Angeklagter war damals bereits Hauptverdächtiger

Schon damals sei der Mann der Hauptverdächtige gewesen, sagte Kruse. Er wurde jedoch nicht überführt, da die 31-jährige Kamenerin ihn nicht identifizieren konnte. "So konnte wir es ihm nicht nachweisen", sagt Kruse.

Ein besonderes Beweisstück hatte den Verdacht auf ihn gelenkt: Der Tatverdächtige hatte das Handy der 31-Jährige. Er sagte jedoch, er habe es gefunden. 

Nach dem weiteren Sexualdelikt im Juli diesen Jahres nahmen Staatsanwaltschaft und Polizei die Ermittlungen gegen den Verdächtigen wieder auf.

Die 15-jährige Bergkamenerin war an jenem Abend im Juli auf dem Weg nach Hause und lief dabei über die Bahnhofstraße in Richtung Potsdamer Straße. 

Dann schlug sie den Fußweg entlang der Gleise in Richtung Rotherbachstraße ein, um nach Hause zu kommen. Ein Mann, der ihr  zuvor schon aufgefallen war, sprach sie dort an.

Der mutmaßliche Tatort in Oberad

Mädchen erlitt Schädel-Basis-Bruch

Der Täter schlug mehrfach auf das Mädchen ein, sie erlitt schwere Verletzungen im Gesicht, auch einen Schädel-Basis-Bruch. Dann vergewaltigte er die 15-Jährige und ließ sie im Wald liegen. Die Schülerin konnte sich bis zur Straße schleppen und wurde dort von Passanten gefunden und in ein Krankenhaus gebracht.

Zwei Wochen lang wurde nach dem Täter gefahndet. Auch eine Hundertschaft suchte nach neuen Spuren. Er wurde dann vor seinem Haus in Oberaden festgenommen.

"Wir haben die Spuren von 2012 dann noch einmal auswerten lassen", erklärt Staatsanwalt Kruse. So ermittelten Staatsanwaltschaft und Polizei den mutmaßlichen Täter, der nun in Untersuchungshaft sitzt. 

Der gebürtige Pole lebte 2012 noch in Kamen, später zog er nach Bergkamen um. In beiden Fällen wurde massive Gewalt aufgeübt. Der Tatverdächtige boxte nach eigenen Angaben mal in seiner Freizeit, als Amateur-Boxer, wie es in Medienberichten heißt, würde er ihn nicht bezeichnen, erklärte Kruse.

Tatverdächtigem droht nach Haft Sicherheitsverwahrung

Für die weitere versuchte Vergewaltigung drohen ihm nun zwei bis 15 Jahre, sagte Kruse. Außerdem wird ihm schwere Körperverletzung und Raub vorgeworfen, da er das Handy entwendete. Theoretisch drohe ihm damit die Strafe bis zu 15 Jahren, sagte Kruse. 

Da der Täter in diesem Fall kein Ersttäter mehr sei, sondern bereits mit massiver Gewalt vorging, werde er beim Schuldspruch wahrscheinlich nach der Haft in Sicherheitsverwahrung kommen. Damit käme er erst wieder frei, wenn nachgewiesen werden kann, dass er keine Gefahr mehr darstellt.

Im August gab es dann ein weiteres Sexualdelikt in Bergkamen. Der mutmaßliche Täter bekam zuvor regelmäßig Besuch von der Polizei. Beiden Tatverdächtigen wird schwere Vergewaltigung vorgeworfen.

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