Grausame Tat / Prozess in Dortmund gestartet

Vergewaltigung in Bergkamen - Seelischer Zustand des Opfers erschütternd 

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Der Angeklagte und sein Rechtsanwalt Axel von Irmer.

[Update] Der Prozess gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger einer 15-Jährigen Schülerin hat am Freitag begonnen. Die brutale Vergewaltigung fand im Sommer in Bergkamen statt. Der Angeklagte stritt vor Gericht alles ab. 

  • Prozess nach Vergewaltigung in Bergkamen hat begonnen.
  • Tatverdächtiger soll Schülerin auf Heimweg brutal niedergeschlagen haben und im Jahr 2012 bereits eine ähnliche Tat versucht haben. 
  • Angeklagter stritt beim Prozessauftakt beide Taten ab.
  • Das Opfer befindet sich in einem seelisch schlechten Zustand

Bergkamen - Die Vergewaltigung erschütterte im Sommer Bergkamen. Brutal hatte sich ein Täter eine 15-Jährige Schülerin überfallen, sie massiv verletzt und vergewaltigt. Mit Angaben des Angeklagten hat vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess um einen mutmaßlichen Vergewaltiger aus Bergkamen-Oberaden begonnen. Der 33-Jährige erklärte gleich nach Verlesen der Anklageschrift durch Staatsanwältin Heike Sutthaus-Köhnen zu beiden Tatvorwürfen: "Ich war das nicht!" 

Äußerlich regungslos hatte der dickliche Mann mit schütterem Haar die Schilderung der angeklagten Taten verfolgt, jeglichen Blickkontakt mit den Eltern des mutmaßlichen Opfers vermieden. Das Ehepaar verfolgt den Prozess stellvertretend für ihre minderjährige Tochter als Nebenkläger. 

Vergewaltigung in Bergkamen: Täter schlug brutal zu

Auf schockierend brutale Weise soll der aus Polen stammende Mann am 13. Juli vergangenen Jahres in der Nähe seiner Wohnung in Bergkamen eine 15-jährige Schülerin mit massiven Faustschlägen zu Boden geschlagen, unter vorgehaltener Waffe das Mädchen in ein nahe gelegene Waldstück gezerrt und sexuell attackiert haben. 

Nach erneuten Schlägen soll er das schwer verletzte Mädchen hinter einen Bahndamm getragen und hier vergewaltigt haben. Während der mutmaßliche Sextäter flüchtete, konnte sich das Mädchen schwerstverletzt mit mehreren Kopfbrüchen mit letzter Kraft auf eine Straße retten, war laut Sutthaus-Köhnen "in einem akut lebensbedrohlichen Zustand". 

Nur durch Zufall soll eine vergleichbare Sexattacke rund sieben Jahre zuvor glimpflicher für ein weiteres Opfer ausgegangen sein. Hier wurde laut Anklage die Frau ebenfalls zusammen geschlagen, eine Vergewaltigung konnte jedoch durch das Hinzueilen von Passanten verhindert werden. 

Vergewaltigung in Bergkamen: Angeklagter erinnert sich an keine Details

Zu Prozessbeginn lieferte der Angeklagte, dem die Vergewaltigung in Bergkamen vorgeworfen wird, eine eher wirre und unglaubwürdige Aussage. Er will die 15-jährige ein, zwei Monate vor dem Tattag kennen gelernt haben, man habe Telefonnummern ausgetauscht, sich auch getroffen. Welcher Art diese behaupteten Treffen waren, ließ der 33-jährige zunächst auch auf Rückfragen des Gerichts absichtlich offen. 

An Details der Gespräche will er sich aber angeblich nicht mehr erinnern können, wiederholte immer wieder auf Fragen des Gerichts:"Weiß ich nicht! Kann ich nicht sagen!" Das Gericht will nun versuchen, bei der entsprechenden Telefongesellschaft die Verbindungsdaten zu recherchieren. 

Vergewaltigung in Bergkamen: Zeugenaussage soll vertagt werden

Der seelische Zustand seines mutmaßlichen Opfers ist derzeit offenbar erschütternd schlecht. Die Anwältin der Familie, Christiane Krause-Schumann aus Lünen, bat das Gericht, die für den kommenden Montag vorgesehene Zeugenaussage der heute 16-jährigen zu vertagen, derzeit könne sie nicht aussagen. 

"Das Mädchen blockt jegliche Kommunikation ab. Sie lebt in einer Art Kokon." Es müsse darüber nachgedacht werden, das Mädchen zu einem späteren Zeitpunkt in Abwesenheit ihres mutmaßlichen Peinigers zu vernehmen. Der Angeklagte muss angesichts der unfassbar brutalen Taten mit einer langjährigen Haftstrafe rechnen. Auch droht ihm die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

Vergewaltigung in Bergkamen: Sicherheitsverwahrung droht

Für den Verdächtigen geht es um alles: Ihm wird schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Kurz nach seiner Festnahme hatte der 33-jährige Tatverdächtige von seinem Recht zu schweigen Gebrauch gemacht und weder verneint noch bejaht, dass er eine 15-Jährige aus Oberaden im Juli 2019 auf dem Heimweg vergewaltigt haben soll. 

Die Ermittler konnten mit ihm noch eine weitere Tat in Verbindung bringen, die mehrere Jahre zurückliegt. Im Juli 2012 soll er eine damals 31-jährige Frau in Kamen bewusstlos geschlagen haben. Passanten, die ihre Hilfeschreie hörten, verhinderten die Vergewaltigung. Sollte er schuldig gesprochen werden, droht ihm Sicherheitsverwahrung.

Vergewaltigung in Bergkamen: Viele Gewalttaten im vergangenen Jahr

Diese Tat war in Bergkamen nicht die einzige Gewalttat gegen Frauen im vergangenen Jahr. Vier Wochen nach der Tat, die nun verhandelt wird, kam es zu einer weiteren Vergewaltigung. Ein 24-jähriger Bergkamener soll sich an einer 21-jährigen Frau aus Kamen vergangen haben. Die Verhandlung steht noch aus.

Zwei Tötungsdelikte erschütterten im Herbst die Stadt. In Rünthe tötete ein junger Mann seine Freundin und dann sich selbst. In Bergkamen wurde eine 50-Jährige tot von ihren Kindern gefunden. Ihr Mann hatte sie getötet und dann im Nachbarhaus Suizid begangen.

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